Ascend P2 Verpackung

Nur ganz wenige Smartphones unterstützen bereits LTE Kategorie 4 mit 150 MBit/s im Download. Das Huawei Ascend P2 ist eines davon, es wurde bereits im Februar 2013 während des Mobile World Congress vorgestellt. Wir haben das rund 340 Euro teure Gerät zwei Wochen lang in den Netzen von Telekom und Vodafone getestet. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Empfangsleistung im LTE-Netz sowie die Datenraten gelegt – mit diesen beiden Features wirbt Huawei besonders um Käufer. 

Erster Eindruck und technische Daten
Das Huawei Ascend P2 ist wahlweise mit schwarzer oder mit weißer Rückseite erhältlich, wobei die weiße Variante glänzend lackiert ist und die schwarze Version eine matte Oberfläche besitzt. Die Vorderseite um das Display ist bei beiden Modellen schwarz und sowohl nach oben als auch nach unten hin abgerundet, was einen guten Eindruck hinterlässt. Die Größe ist mit 0,8 x 6,7 x 13,6 cm bei einem Gewicht von rund 122 g gerade noch akzeptabel, die Einhandbedienung ist teilweise nur schwer möglich.

Huawei Ascend P2

Der Bildschirm ist 4,7 Zoll in der Diagonalen groß und löst mit 1280×720 Pixeln auf. Damit gehört das Huawei Ascend P2 sicher nicht zu den Geräten mit der höchsten Pixeldichte, bietet aber dennoch ein außergewöhnlich gutes Bild: es ist sehr hell, die Farben wirken realistisch und die Blickwinkel sind hervorragend. Einzelne Pixel kann man nur mit viel Mühe erkennen, eine höhere Auflösung wird man daher im Normalfall nicht vermissen.
Als Betriebssystem kommt Android in der nicht mehr ganz so aktuellen Version 4.1.2 Jelly Bean zum Einsatz. Dazu hat Huawei seine „Emotion UI“ Oberfläche vorinstalliert, die für die meisten Nutzer eine echte Vereinfachung darstellen dürfte: Apps liegen – wie etwa beim Apple iPhone – direkt auf den verschiedenen Startbildschirmen, ein extra Menü gibt es nicht. Dazu ist die Software extrem schnell, Apps öffnen nahezu ohne Verzögerung. Da können selbst aktuelle Flaggschiff-Smartphones mit deutlich leistungsfähigerer Hardware nicht immer mithalten. Apropos Hardware: im Huawei Ascend P2 werkelt ein HiSilicon K3V2 Quad-Core Prozessor mit 1,5 GHz Taktrate, dem 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen.

Rueckseite Huawei Ascend P2

Modem und Funk
Im Huawei Ascend P2 Smartphone ist das gleiche LTE-Modem verbaut, dass auch in diversen Modems von Huawei, bspw. beim Huawei E3276 oder beim Huawei E5372, zum Einsatz kommt. Es erlaubt Geschwindigkeiten von maximal 150 MBit/s im Downlink und bis zu 50 MBit/s im Uplink, also LTE Kategorie 4. Im Test lag die maximale Geschwindigkeit bei rund 120 MBit/s im Netz der Deutschen Telekom, bei Vodafone waren immerhin noch knapp 80 MBit/s erreichbar. Der Uplink war bei Vodafone Tarif-bedingt deutlich höher als bei der Telekom und lag bei maximal 22 MBit/s über LTE800.
Selbstverständlich wird neben LTE auch UMTS unterstützt, unverständlicherweise allerdings nur mit einfachem HSPA+, also mit bis zu 21,6 MBit/s im Downlink. Nahezu alle anderen Hersteller bieten mittlerweile DC-HSPA+ über UMTS, d.h. bis zu 42,2 MBit/s. Auch Huawei bietet DC-HSPA+ seit vielen Jahren in diversen Modems an – warum hier beim Ascend P2 gespart wurde, bleibt ein Rätsel. Gleiches gilt übrigens für das WLAN-Modul: dieses unterstützt nur das 2,4 GHz Frequenzband, was für ein High-End Smartphone absolut nicht mehr zeitgemäß ist.

Seite Huawei Ascend P2

Die Empfangsleistung ist insgesamt recht gut, im Vergleich zu anderen Smartphones allerdings nicht deutlich besser. So hat etwa das BlackBerry Z10 weiterhin den deutlich besseren Empfang. Die Sprachqualität konnte leider weder im UMTS- noch im GSM-Netz überzeugen, ein ständiges Rauschen störte die Verbindung sowohl im Telekom- als auch im E-Plus-Netz.
Erwähnenswert ist auf jeden Fall die manuelle Netzsuche: im Gegensatz zu den meisten anderen Android-Smartphones zeigt as Huawei Ascend P2 die Netze getrennt nach Funktechnologie (2G, 3G, 4G) an, was insbesondere für Mobilfunk-Interessierte eine nette Sache ist. Leider kann man nur recht umständlich via Tastencode auf „LTE only“ umschalten, einen Menü-Punkt gibt es dafür nicht. Die manuelle Wahl des Frequenzbandes, wie sie zum Beispiel beim Samsung Galaxy S4 mini mittels Zusatz-App möglich ist, ist beim Ascend P2 gar nicht machbar.

Sonstiges und Fazit
Der interne Speicher ist mit 16 Gigabyte nicht besonders groß, zumal er nicht per Speicherkarte erweiterbar ist. Hier muss man also öfters seine Fotos auf einen Rechner übertragen, um wieder freien Speicherplatz zu bekommen. Die 13-Megapixel Kamera schießt recht gute Fotos und außerdem auch schöne FullHD-Videos, nur in der Dunkelheit sind andere, teurere Smartphones im Vorteil.
Überzeugen konnte der Akku: er ist zwar fest ins Gehäuse integriert und daher nicht wechselbar, bietet aber mit 2.420 mAh eine vergleichsweise gute Kapazität und damit auch eine solide Laufzeit. Mit angeschaltetem LTE kommt man so locker über einen ganzen Arbeitstag.

Netzsuche Ascend P2

Alles in Allem ist das Huawei Ascend P2 ein schönes Smartphone, welches vor Allem durch sein gutes Display und die schnelle Software überzeugen kann. In der Parade-Disziplin „Modem“ fehlen leider sowohl DC-HSPA+ als auch WLAN 802.11a, außerdem ist die Empfangsleistung „nur“ leicht überdurchschnittlich. Mit einem Preis von rund 340 Euro ohne Vertrag ist das Ascend P2 neben dem Samsung Galaxy Ace 3 dennoch das günstigste LTE Kategorie 4 Smartphone.