Der FRITZ!Repeater 6000 ist der leistungsfähigste und teuerste WLAN-Mesh-Repeater von AVM. Dank WiFi-6 sind Geschwindigkeiten von bis zu 2.400 Mbit/s möglich, sofern das verwendete Endgerät diese Datenraten ebenfalls unterstützt. Der AVM FRITZ!Repeater 6000 ist eine ideale Ergänzung zur AVM FRITZ!Box 7590 AX, welche ebenfalls auf den WiFi-6 Standard setzt. Im Test von maxwireless.de wurde der Repeater über mehrere Wochen ausführlich getestet.

Verpackung des AVM FRITZ!Repeater 6000.
Technische Daten zum AVM FRITZ!Repeater 6000.
Technische Daten zum AVM FRITZ!Repeater 6000.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der AVM FRITZ!Repeater 6000 steckt in einem weiß-roten Kunststoff-Gehäuse. Durch die „stehende“ Form ist kein Standfuß notwendig, allerdings ist auch keine Wandmontage möglich. Ein sehr ähnliches Gehäuse kommt auch für das Schwestermodell AVM FRITZ!Repeater 3000 zum Einsatz, beim 6000er ist der Netzteil-Anschluss nun allerdings auf der Rückseite platziert, was durchaus vorteilhaft ist.

Rückseite mit RJ45 LAN und Netzteil-Anschluss.
Rückseite mit RJ45 LAN und Netzteil-Anschluss.

Im Lieferumfang findet man neben dem FRITZ!Repeater 6000 ein Netzteil samt Netzkabel, ein LAN-Kabel und eine Kurzanleitung.

AVM FRITZ!Repeater 6000 und Lieferumfang.
AVM FRITZ!Repeater 6000 und Lieferumfang.

Inbetriebnahme

Der AVM FRITZ!Repeater 6000 kann sowohl mit einer AVM FRITZ!Box als auch mit Router-Modellen anderer Hersteller eingesetzt werden. Allerdings empfiehlt sich der Repeater insbesondere dann, wenn man eine aktuelle FRITZ!Box mit FRITZ!OS 7.0 oder neuer einsetzt, denn dann kann die WLAN-Mesh-Funktion genutzt werden und der Router fungiert als Mesh-Basis.

Anleitung zum AVM FRITZ!Repeater 6000.
Anleitung zum AVM FRITZ!Repeater 6000.

Im Test wurde der FRITZ!Repeater 6000 mit dem DSL-Router AVM FRITZ!Box 7590 AX kombiniert. Die Einrichtung der WLAN-Verbindung zwischen Router und Repeater war sehr einfach: an der FRITZ!Box musste kurz die „Connect/WPS“ Taste gedrückt werden, am FRITZ!Repeater die Taste „Connect“. Nach wenigen Sekunden war die Verbindung etabliert.

Alternativ kann auch eine LAN-Verbindung zwischen Repeater und Router genutzt werden, das ermöglicht unter Umständen eine bessere Verbindungsqualität. Die Vorgehensweise zur Verbindung der beiden Geräte ist identisch zur WLAN-Verbindung, bei vorhandener LAN-Verbindung wird diese automatisch genutzt.

Das Netzteil zum AVM FRITZ!Repeater 6000.
Das Netzteil zum AVM FRITZ!Repeater 6000.

Eine optimale Platzierung des FRITZ!Repeater 6000 ist enorm wichtig für eine gute WLAN-Leistung. Hier sollte man sich bei der Einrichtung Zeit nehmen und verschiedene Standorte für den Repeater testen. Die LED auf der Front des FRITZ!Repeater unterstützt hier mit verschiedenen Farben, aber auch ein Blick ins Webinterface kann hilfreich sein, hier wird die genaue Verbindungsgeschwindigkeit angezeigt.

WLAN-Leistung

Sowohl die WLAN-Reichweite als auch die WLAN-Geschwindigkeit waren im Test sehr gut und besser als bei den günstigeren Repeater-Modellen von AVM. Um die WLAN-Leistung zu ermitteln wurde der Repeater an verschiedenen Standorten im Gebäude mit aktueller Hardware getestet. Als WiFi-5 Gegenstelle kam ein Apple MacBook Pro mit 3×3 MIMO Antennen-Technik zum Einsatz (80 MHz Bandbreite, max. 1.300 Mbit/s). Als WiFi-6 Gegenstelle wurde ein Oneplus 9 Pro Smartphone (160 MHz Bandbreite, 2×2 MIMO, max. 2.400 Mbit/s) verwendet.

Die AVM FRITZ!Box 7590 AX konnte das Einfamilienhaus im Test zwar bereits zufriedenstellend versorgen, in einigen Räumen war das Signal dennoch recht langsam oder gar nicht vorhanden. Der FRITZ!Repeater 6000 konnte im Test die Datenrate massiv verbessern.

Der AVM FRITZ!Repeater 6000 von der Seite.
Der AVM FRITZ!Repeater 6000 von der Seite.
Gehäuse des AVM FRITZ!Repeater 6000.
Gehäuse des AVM FRITZ!Repeater 6000.

In etwa 15 Meter Entfernung vom Router und mit zwei dicken Wänden dazwischen, wurde ohne Repeater noch eine Datenrate von etwa 17 Mbit/s erreicht. Mit Repeater, etwa 8m Entfernung und nur noch einer Wand dazwischen waren rund 150 Mbit/s möglich und im bislang schlecht versorgten Raum war nun auch 4K-Videostreaming problemlos möglich.

AVM FRITZ!Repeater 6000 Unterseite.
AVM FRITZ!Repeater 6000 Unterseite.

Leider hat der AVM FRITZ!Repeater 6000 auch einen echten Nachteil: im 5 GHz Band werden offenbar keine 160 MHz Kanalbandbreite unterstützt, sondern lediglich 80 MHz. Das hat zur Folge, dass Endgeräte wie etwa viele aktuelle Smartphones nur mit der Hälfte der theoretisch maximalen Datenrate verbunden werden, im Test waren das 1.200 Mbit/s. Die vollen 2.400 Mbit/s sind nur mit 4×4 MIMO Antennen-Technik möglich, allerdings verfügen die meisten Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops nur über 2×2 MIMO.  Warum AVM auf 160 MHz verzichtet hat, wo doch die AVM FRITZ!Box 7590 AX die Technologie unterstützt, ist fraglich.

Lüftungsschlitze auf der Oberseite des FRITZ!Repeater 6000.
Lüftungsschlitze auf der Oberseite des FRITZ!Repeater 6000.

Bedienung und Webinterface

In Verbindung mit einer FRITZ!Box als Mesh-Basis übernimmt der FRITZ!Repeater 6000 standardmäßig alle Einstellungen der FRITZ!Box. Eine gesonderte Konfiguration des Repeaters ist folglich nicht notwendig und alle Einstellungen zum Funknetz (bspw. Name und Passwort des WLAN-Netzes) können direkt in der FRITZ!OS Benutzeroberfläche direkt am Router vorgenommen werden. Auch Software-Updates für den FRITZ!Repeater 6000 können direkt über die Fritzbox-Oberfläche angestoßen werden.

Wird der AVM FRITZ!Repeater 6000 ohne FRITZ!Box Router als Basis verwendet oder möchte man eine von der FRITZ!Box unabhängige Konfiguration nutzen, so kann die eigene Benutzeroberfläche verwendet werden. Das Webinterface ist über eine eigene IP-Adresse und das Kürzel „fritz.repeater“ erreichbar. Es gibt einige Einstellungsmöglichkeiten, zum Beispiel lässt sich die standardmäßige Geschwindigkeit der beiden LAN-Anschlüsse (2,5 GBit/s bzw. 1 GBit/s) auf 100 Mbit/s limitieren und somit Energie sparen. Die Helligkeit der LED auf der Front des AVM FRITZ!Repeater 6000 lässt sich in drei Stufen regeln und bei Bedarf sogar ganz ausschalten.

Die FRITZ!OS Weboberfläche des FRITZ!Repeater 6000 gleicht beim Design und der Bedienung der Software, die auch bei den AVM FRITZ!Box Router-Modellen zum Einsatz kommt. Auch die Funktionalitäten in den Bereichen Netzwerk, WLAN und System sind weitgehend identisch und sehr umfangreich.

Sonstiges

Eine Besonderheit des AVM FRITZ!Repeater 6000 ist der 2,5 GBit/s LAN-Anschluss auf der Rückseite. Selbst der aktuellste FRITZ!Box Router (AVM FRITZ!Box 7590 AX) bietet „nur“ Gigabit-LAN, sodass der FRITZ!Repeater 6000 auch für all diejenigen Nutzer interessant sein kann, die über 2,5 GBit/s Ethernet ein Endgerät verbinden möchten. Der Nutzen eines solchen Anschlusses ist am Repeater natürlich kleiner als direkt am Router, aber man kann den FRITZ!Repeater 6000 ja zum Beispiel auch problemlos an einem Router mit 2,5 GBit/s LAN nutzen und den LAN-Anschluss dann als Verbindung zum Router verwenden.

Aktiver 2,5 GBit/s LAN-Anschluss am FRITZ!Repeater 6000.
Aktiver 2,5 GBit/s LAN-Anschluss am FRITZ!Repeater 6000.

Fazit

Der AVM FRITZ!Repeater 6000 konnte im Test zusammen mit einer AVM FRITZ!Box 7590 AX als Mesh-Basis ein Einfamilienhaus vollständig mit einem sehr schnellen WiFi-6 Netzwerk versorgen. Die Datenraten und die Reichweite konnten im Test durch den Einsatz des Repeaters deutlich verbessert werden, gleichzeitig waren die Einrichtung und die Bedienung sehr einfach. In jedem Fall sollte man sich aber ausreichend Zeit für die optimale Platzierung des Repeaters lassen, um die beste Leistung zu erreichen.

Der AVM FRITZ!Repeater 6000.

Wenn sehr hohe Ansprüche an die Leistung und die Reichweite gelegt werden, ist der FRITZ!Repeater 6000 seinen Preis auf jeden Fall wert. Einzig die fehlende Unterstützung für 160 MHz Kanalbandbreite ist kritikwürdig. Soll das WLAN nur in einem einzigen Raum optimiert werden und ist nicht zwingend der neueste WiFi 6 Standard erforderlich, so reicht oftmals aber auch ein günstigerer WLAN-Mesh-Repeater wie etwa der FRITZ!Repeater 2400 aus.

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