Speedstick LTE III Packung offen

Die Telekom verkauft ab sofort den Speedstick LTE III. In diesem Test möchte ich euch den LTE-Stick kurz vorstellen und von meinen Erfahrungen mit dem neuesten Modem der Deutschen Telekom  berichten. Doch zuerst eine kurze Einordnung in das Sortiment der Bonner: pünktlich zum LTE-Start im Juli 2011 war der Speedstick LTE (Test) im Handel erhältlich – zum Preis von 149,95€ ohne Mobilfunkvertrag das damalige Flaggschiff im Modem-Portfolio der Telekom. Im November 2012 folgte dann der Speedstick LTE II (Test), welcher – anders als der Name es vermuten lässt – nicht als Nachfolger des ersten LTE-Sticks fungiert, sondern eher als günstiges Modem für die Massen gedacht ist.
Der nun im Mai 2013 erschienene Speedstick LTE III ist der direkte Nachfolger des ersten Speedstick LTE und wird wieder von Huawei gefertigt. Das auch unter dem Namen Huawei E3276s-150 bekannte Modell ist dank LTE Kategorie 4, schwenkbarem USB-Anschluss und guter Verarbeitung technisch gesehen das neueste auf dem Markt. Ob auch Empfangsstärke und Verbindungs-Stabilität mit dem „legendären“ Huawei E398 aka Speedstick LTE aus dem Jahre 2011 mithalten können, erfahrt ihr im folgenden Test.

Lieferumfang und erster Eindruck
Nun, um ehrlich zu sein: ich kenne diesen Surfstick schon etwas länger, genauer gesagt seit dem Testbericht zum Huawei E3276 von Telia. Der Speedstick LTE III der Telekom sieht nicht großartig anders aus, nur das auf der Front des Surfsticks nun ein kleines graues, unscheinbares Logo der Telekom aufgedruckt ist. Die Verpackung ist da schon deutlich auffallender gestaltet: das neue Corporate Design der Telekom wird nun langsam auch auf den ersten Produkten sichtbar, viel Magenta – gefällt mir gut! In der Verpackung selbst findet man neben dem Speedstick LTE III nur noch ein kurzes USB-Kabel zur Verlängerung und eine Schnellstart-Anleitung.

Die Verarbeitung ist gut und deutlich hochwertiger als beim Low-Cost Namensvetter Speedstick LTE II. Natürlich ist auch der Speedstick LTE III vollständig aus Plastik, aber es knackt und knarzt auch bei stärkerem Druck auf das Gehäuse nichts. Der USB-Anschluss lässt sich um 180 Grad rotieren, sodass der LTE-Stick am Laptop platzsparend positioniert werden kann. Wenn das Modem gerade nicht benötigt wird, so kann man den USB-Anschluss ganz einfach im Gehäuse versenken, ein kleiner Plastik-Nippel dient zur Arretierung.
Die weiteren Anschlüsse: seitlich befinden sich zwei Abdeckungen, unter denen ein MicroSD-Speicherkarten-Schacht sowie zwei Anschlüsse für externe Antennen vom Typ CRC-9 versteckt sind. Der Empfang lässt sich also via passendem Pigtail optimieren und im Gegensatz zur Speedbox LTE mini verwendet der Speedstick LTE III aka Huawei E3276 auch beim Einsatz von externen Antennen weiterhin die MIMO-Antennentechnik, was hohe Datenraten garantiert.

Apropos Datenraten: der integrierte HiSilicon Hi6920 Chipsatz (hier im „Teardown“ zu sehen) erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit/s im Downstream über LTE – vorausgesetzt, der Tarif gibt diese Geschwindigkeiten her und das Netz ist auf LTE der Kategorie 4 hochgerüstet. Da letzteres bei der Telekom noch nicht der Fall ist, wirbt man sicherheitshalber nur mit 100 MBit/s, um Kundenbeschwerden vorzubeugen. Im Upload sind bis zu 50 MBIt/s möglich.
Selbstverständlich ist der Telekom Speedstick LTE III auch abwärtskompatibel zu UMTS und GSM. Im UMTS-Netz wird DC-HSPA+ mit maximal 42,2 MBit/s im Downstream unterstützt, im GSM-Netz ist EDGE mit etwa 230 KBit/s das höchste der Gefühle. GPS, WLAN oder andere Funktechniken werden übrigens nicht unterstützt, dafür sollte man auf die nächste Generation wie etwa den Huawei E8278 warten.

Die Technischen Daten möchte ich mit den unterstützten Frequenzbändern abschließen: der Telekom Speedstick LTE III ist beinahe weltweit einsetzbar und damit besonders für Vielreisende sehr interessant. LTE kann auf 800/900/1800/2100/2600 MHz im FDD-Modus (Frequency Division Duplex) genutzt werden, das in Teilen Asiens verwendete TDD-LTE (Time Division Duplex) wird nicht unterstützt. UMTS wird auf 900/1700 (AWS)/1900/2100 MHz unterstützt, damit ist der Stick besonders in den USA recht gut nutzbar, während das für Asien, Australien und Ozeanien wichtige 850 MHz Band nicht unterstützt wird. Im GSM-Bereich sind 850/900/1800/1900 MHz abgedeckt.

FirmwareInbetriebnahme und Nutzung unter Windows und Mac OS
Sowohl unter Windows 7 64bit als auch unter Mac OS X 10.8.3 verlief die Installation schnell und problemlos. Neben den Treibern wird die Verbindungs-Software „Internet Manager“ der Deutschen Telekom in Version 22.001.18.74.55 installiert, die Firmware des Speedstick LTE III trägt übrigens die Versionsnummer 21.260.05.02.55. Die Software ist in diversen Sprachen verfügbar, sehr ressoucenschonend programmiert und im Grunde selbsterklärend: wenn man eine Telekom Simkarte benutzt, muss man lediglich auf „Verbinden“ klicken, um die Verbindung mit dem Internet herzustellen. Wenn man eine Simkarte eines anderen Netzanbieters nutzen möchte (der Speedstick LTE III hat keinen Sim- oder Netlock), muss man lediglich noch das Verbindungsprofil samt APN in den Einstellungen hinzufügen.

Die Verbindungs-Software bietet eine gute Übersicht über den Datenverbrauch und die Online-Zeit. So werden die Daten zur aktuellen Verbindung direkt im Hauptfenster angezeigt, wo auch die Empfangsstärke und die Netztechnologie einsehbar ist. Detailliertere Informationen erhält man über den Nutzungsverlauf in den Einstellungen, hier kann man sich den Datenverbrauch nach Tag, Monat und Netzwerk getrennt anzeigen lassen. Auch die Nutzung von SMS ist direkt über die Verbindungs-Software möglich.

Geschwindigkeit und Empfang des Speedstick LTE III
Bei diesem Kapitel bietet sich der direkte Vergleich mit dem Vorgänger Speedstick LTE (Huawei E398) an: die Empfangsstärke ist nach meinen Erfahrungen etwas unter dem Niveau des E398, zumindest auf LTE800, LTE1800 und UMTS2100 bezogen. Was aber nicht heißt, dass der Empfang schlecht ist, im Gegenteil: er ist deutlich besser als bei vielen anderen Sticks, aber der E398 hat die Messlatte damals eben sehr hoch gelegt.
Auch bei den Ping-Zeiten muss sich der Speedstick LTE III dem Speedstick LTE leicht geschlagen geben. Nach diversen Speedtests im LTE1800-Netz der Telekom und im LTE800-Netz von Vodafone liegt der Huawei E398 im Schnitt etwa 5 bis 10 Millisekunden vor dem E3276. Anders dagegen bei der Geschwindigkeit: hier scheint der Speedstick LTE II aka E3276 zuminest auf LTE800 etwas schneller zu sein und damit mehr aus der „Leitung“ zu holen.

Zum surfen, spielen und downloaden eignet sich der Speedstick LTE III natürlich absolut hervorragend, einen Unterschied zu meiner 32 MBit/s Leitung von Kabel-Deutschland konnte ich nicht feststellen.

Betrieb im Router: AVM und Dovado positiv getestet
Für viele (und auch für mich) ein ganz wichtiges Thema: ein Surfstick, insbesondere ein recht teurer LTE-Stick, sollte problemlos in einem Router nutzbar sein. Das hat den Vorteil, dass man das LTE-Signal bei Bedarf an mehrere Geräte wie Laptops und Smartphones per WLAN weiter verteilen kann, sei es Zuhause, im Zug oder im Meeting auf der Arbeit. Der Telekom Speedstick LTE III überrascht hier durchaus positiv: meine AVM FRITZ!Box 7390 erkannte den Surfstick sofort als Modem und nach kurzer Netzsuche und Eingabe der PIN-Nummer konnte ich sofort über WLAN im Internet surfen. Es muss an der Firmware liegen, denn mit dem baugleichen Huawei E3276s-150 mit Telia-Firmware verweigert der AVM-Router den Dienst.
Auch die Dovado Router GO und TINY unterstützen den Speedstick LTE III. Dafür muss die neueste Firmware mit der Versionsnummer 6.2.7 installiert sein. Geschwindigkeit und Latenzzeit sind mit sowohl mit AVM Fritzbox als auch mit Dovado GO und Dovado TINY gut und vergleichbar mit einer Nutzung direkt am PC.

AVM Fritzbox mit Speedstick LTE III

Fazit zum Telekom Speedstick LTE III: Preis-Leistung sehr gut!
Beachtet man den günstigen Preis von nur rund 100 Euro ohne Vertrag, so kann ich nach dem Test nur eines sagen: der Speedstick LTE III ist ein absoluter Preis-Leistungs-Kracher. Mehr Surfstick gibt es sonst nirgends für das Geld. Durch LTE Kategorie 4 ist das Modem sehr zukunftssicher, die Verarbeitung ist gut und die Kompatibilität mit diversen Routern ist vorbildlich. Einzig der Empfang ist nicht perfekt, jedoch trotzdem auf einem hohen Niveau. Kaufempfehlung!

 

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Funktionsumfang
Geschwindigkeit und Sende-/Empfangsleistung
Software
Preis
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