Update 21.11.11: Test aktualisiert!

Heute für euch im Test: der Huawei E398 LTE USB-Surfstick. Damit haben wir hier auf maxwireless.de den weltweit ersten Testbericht dieses Modells. Ich teste hier die schwedische Version, daher ist insbesondere der Software-Teil nur auf dieses Modell bezogen. Die Varianten von Telekom und Vodafone bringen eigene Software mit. Der Huawei E398 ist in verschiedenen Ländern in unterschiedlichen Versionen auf dem Markt, auch in Deutschland gibt es 2 Varianten des Modems. Die Deutsche Telekom verkauft ihn als Speedstick LTE, Vodafone als K5005. Die genauen Unterschiede seht ihr in dieser Tabelle:

Anbieter Modellname LTE Frequenzen
Deutsche Telekom Speedstick LTE (E398u-15) 800/1800/2600MHz
Vodafone K5005 800/2600MHz
Telenor/Tele2/Telia E398u-18 900/2100/2600MHz

In Deutschland wird LTE auf 800MHz, 1800MHz und 2600MHz ausgebaut, wobei Vodafone und O2 vorerst wohl nur 800MHz und vereinzelt auch 2,6GHz nutzen werden, die Deutsche Telekom aber großflächig auf 1800MHz in den Städten sowie 800MHz auf dem Land setzt.

Wie erkenne ich, welche Frequenzen mein E398 unterstützt? An der Farbe, denn sowohl der Vodafone K5005 als auch der Telekom Speedstick LTE sind weiß. Ansonsten: einfach unter die Simkartenabdeckung schauen! Steht dort Model: E398u-18, so handelt es sich um die in Schweden verkaufte Version. Steht dort Model: E398u-15 oder K5005, so handelt es sich um ein Modell der Telekom oder von Vodafone. Die unterstützten LTE Frequenzen könnt ihr der obigen Tabelle entnehmen.

Lieferumfang und Technische Daten:

Die Packung des Huawei E398 LTE Sticks enthält den Surfstick, ein USB-Kabel zur Verlängerung, eine kurze Bedienungsanleitung sowie ein Garantiekärtchen. Die technischen Daten des E398 sind die folgenden:

  • LTE Frequenzen siehe Tabelle oben
  • LTE nach Kategorie 3, d.h. maximal 100Mbit/s im Download und 50Mbit/s im Upload
  • UMTS  (3G) auf 900/2100 MHz
  • DC-HSPA+ im UMTS Netz mit bis zu 42Mbit/s im Download und bis zu 11Mbit/s im Upload
  • UMTS samt HSPA+, HSDPA, HSUPA
  • GSM samt EDGE und GPRS auf 850/900/1800/1900 MHz
  • MicroSD Slot bis 32GB
  • 1 Anschluss für externe Antenne (E398u-18)
  • 2 Anschlüsse für externe Antenne (Speedstick LTE E398u-15, K5005)

Erster Eindruck und Inbetriebnahme:

Der Huawei E398 LTE Stick wirkt auf den ersten Blick zwar etwas größer als ein normaler UMTS Stick, das hat allerdings seine Gründe: er hat dank LTE und HSPA+ 2 Antennen integriert, die ihren Platz brauchen. Trotzdem stört er im Betrieb weit weniger stark als viele UMTS Sticks. Das liegt am schwenkbaren USB-Anschluss, der es ermöglicht den Stick platzsparend am Laptop anzubringen. Insgesamt wirkt der Stick sehr solide gebaut, die rückseitige Abdeckung für die Simkarte ist stabil.

Für die erste Inbetriebnahme muss man im zuerst die Simkarte auf der Rückseite des Sticks einsetzen, was absolut problemlos machbar ist. Auch die Entnahme der Simkarte ist ein Kinderspiel. Dann steckt man den LTE-Stick an den Computer an und wartet, bis sich das Installationsprogramm öffnet – das kennt man evtl. schon von früheren Surfsticks. Sobald das Programm installiert ist, kann man den PIN eingeben und sich mit dem Internet verbinden. Nutzt man den LTE-Stick mit einem anderen Betreiber, so können Konfigurationseinstellungen vorgenommen werden – dazu muss man einfach ein neues Verbindungsprofil mit den Verbindungsdaten seines Providers erstellen.

Update: es gibt vermehrte Berichte von nicht funktionierenden Simkarten im E-Plus Netz mit diesem Surfstick. Dabei handelt es sich unseren Informationen nach um Simkarten des Typs 16k und 72k. Wir haben von Simyo eine neue Simkarte bestellt und eine vom Typ 64+ erhalten, welche nun ohne Probleme vom E398 erkannt wird.

Empfang und Datenraten:

Der Empfang im UMTS- und GSM Netz ist sehr gut, besonders in schwach versorgten Gebieten findet der E398 noch Netz, wo andere Surfsticks schon kein Empfang mehr haben. Getestet habe ich den Empfang in den Netzen von Telekom, Vodafone und Telefonica O2 Germany. Auch der Empfang im LTE Netz ist wirklich gut, verglichen mit dem Samsung GT-B3740 Stick ist er wesentlich empfangsstärker.

Die Datenraten in den UMTS-Netzen sind durch die Sender begrenzt – ich konnte in der Region Köln/Bonn nirgends auch nur annähernd Datenraten über 20Mbit/s messen, obwohl der Stick das theoretisch kann (DC-HSPA+ bis 42Mbit/s). Was mir aber aufgefallen ist, ist das der Ping insbesondere im Vodafone UMTS-Netz hervorragend ist. Werte von rund 35 Millisekunden waren keine Seltenheit  – UMTS macht damit LTE starke Konkurrenz. Was mir ebenfalls positiv aufgefallen ist während meiner Tour zwischen Köln und Bonn: sowohl in der Stadt als auch auf dem Land war es mir immer möglich, YouTube Videos in FullHD ohne Wartezeit abzuspielen. Die Datenraten lagen also konstant auf hohem Niveau – darauf kommt es ja letztendlich an. Einen echten LTE Test werde ich aber erst in ein paar Monaten machen können, wenn die Netze besser ausgebaut sind. Dazu werde ich dann auch die Deutsche Version des E398 verwenden.

Software, Router, externe Antenne und co:

Die Software, welche auf dem E398 mitgeliefert wird, ist der Huawei Mobile Partner in Version 21.004.02.07.422, die Firmwareversion zum Testzeitpunkt ist die 11.209.03.01.422. Auch wenn ich es bisher nur wenige Tage genutzt habe; grobe Fehler sind mir nicht aufgefallen. Besonders interessant für Regionen mit schwachem Empfang ist die Möglichkeit, eine externe Antenne anzuschließen. Dazu besitzt der Huawei E398 je nach Ausführung entweder eine  oder zwei Buchsen hinter der seitlichen Abdeckung, wo auch die MicroSD Speicherkarte eingesetzt werden kann. Allerdings ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, welche Art von Anschluss es ist – aussehen tut es jedenfalls wie ein CRC9 Standard Huawei Anschluss, aber will man eine solche Antenne anschließen, so stellt man fest, dass der Anschluss etwas dicker ist. Der Zubehörmarkt wird sich hier in Zukunft sicherlich noch entwickeln. Update Oktober 2011: es handelt sich um Anschlüsse des Typs TS-9.

Zum jetzigen Zeitpunkt viel interessanter ist hingegen die Möglichkeit, den Huawei E398 mit einem Router zu verbinden und somit als absolut Zukunftsfähiges Modem in DSL-losen Gebieten zu nutzen. Meine AVM FritzBox 7390 hat den E398 sofort als Modem erkannt (mit aktueller Laborfirmware) und auf Wunsch die Verbindung hergestellt. Auch die FritzBox 7270 unterstützt den E398 alias Telekom Speedstick LTE bereits mit der aktuellen Laborfirmware.Aber Achtung: der Vodafone K5005 ist mit aktueller Firmware leider nicht mit AVM Produkten verwendbar. Wenn man anstatt einer FritzBox lieber einen billigen Router nehmen will geht das natürlich auch. Einige Dovado Router wie der Dovado Tiny oder der Dovado 4GR sind bereits per Softwareupdate für den Einsatz mit LTE und Huawei E398 vorbereitet – hier werden sowohl der Vodafone K5005 als auch der Speedstick mit jeder Firmware untestützt.

Einstellungen

Die Einstellungenin der Mobile Partner Software entsprechen fast zu 100% denen, die man bereits aus der UMTS-Version kennt. Neu hinzu gekommen ist die Möglichkeit, den Stick im 4G-only Mode zu betreiben, d.h. den Stick ins LTE-Netzwerk zu zwingen. Ansonsten gibt es aber natürlich auch den bekannten 3G-only und 2G-only Mode, falls es Schwierigkeiten mit der automatischen Netzwahl gibt. Die Software funktioniert meinen Tests nach einwandfrei mit Windows 7 (64bit), aber auch Windows XP (32bit) ist für den Huawei E398 kein Problem.

Fazit:

Das Fazit zum Huawei E398 fällt fast durchweg positiv aus. Es ist das erste LTE-Modem, was für den Endkunden wirklich sinnvoll nutzbar ist, da es auch UMTS und GSM nutzen kann. Außerdem ist man durch die Vielzahl der unterstützten Frequenzen auf der sicheren Seite, was den zukünftigen Netzausbau sowohl im Inland als auch im Ausland angeht. Technisch gesehen ist der Stick bestens für die Zukunft gerüstet, vor allem im UMTS-Netz überzeugt die Untestützung von DC-HSPA+ und der gute Empfang. Alles in Allem eine lohnenswerte Investition für rund 120€.

Vodafone UMTS/LTE USB-SurfStick K5005-H

Preis:

3.2 von 5 Sternen (26 Rezensionen)

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