Etwas verspätet ging der ZTE MF821D bei O2 als Surfstick LTE 4G an den Start. Im Rahmen des diesjährigen Mobile World Congress stellte Telefónica den 4G Surfstick vor. Unabhängig von der größten Mobilfunkmesse führte der australische Netzbetreiber Telstra den Surfstick in einem Prepaid-LTE-Package ein. Ansonsten ist der MF821D weltweit, im Vergleich zu den Huawei Geräten, in geringem Umfang bei den Netzbetreibern verfügbar. Anfang Juli war der o2 LTE Stick nicht sofort in den o2 Läden der Nürnberger Innenstadt verfügbar. Auch Online konnte man den ZTE Stick zu Beginn nicht gleich ordern. Inzwischen gibt es Stick für rund 120€ auch bei Amazon. Ich habe den Stick ausführlich in Deutschland und Österreich bei mehreren Netzbetreibern eingesetzt. Ob der LTE Surfstick sein Geld wert ist und ob der Nachfolger des ZTE MF820D schlussendlich dem bis dato ungeschlagenen Huawei E398 das Wasser reichen kann, lest ihr im Testbericht.

Lieferumfang und erster Eindruck

In der Verpackung steckt lediglich der Stick und Sicherheitshinweise mit Kurzanleitung. Ein Verlängerungskabel, wie es beim Huawei E398 mitgeliefert wird, fehlt. Ebenso wie beim E398 sind die zwei externen Anschlüsse des Typ TS-9 an der Seite verbaut. Zum Einlegen der SIM- und Speicherkarte muss die Abdeckung abgenommen werden. Bis zu 32 GB große Speicherkarten werden verarbeitet. Der Vorgänger MF820D ist wie der MF821D sehr flexibel bei der Ausrichtung, da der USB-Anschluss schwenk- und drehbar ist. In diesem Punkt muss sich der E398 geschlagen geben. Gleich in drei Richtungen kann man den ZTE Stick ausrichten.

Hersteller: ZTE
Modellname: MF821D (O2 Surfstick LTE 4G)
Technologien: LTE (4G), UMTS (3G), GSM (2G)
Frequenzen: LTE: 2600MHz, 1800MHz, 800MHz | UMTS: 2100MHz, 900MHz | GSM: 850MHz, 900MHz, 1800Mhz, 1900MHz
Geschwindigkeiten: LTE: 100Mbit/s down, 50Mbit/s up | UMTS: 42,2Mbit/s down, 5,76Mbit/s up (bei Nutzung von DC-HSPA+) | GSM: 256kbit/s (bei Nutzung von EDGE)
Sonstiges: Anschluss für externe Antenne 2x TS-9, MicroSD Schacht

Inbetriebnahme und Einstellungsmöglichkeiten

Die Installation des neuen O2 Mobile Connection Manager verlief unter Windows 7 Professional in der 32 und 64 Bit Version ohne Probleme. Unter Mac OS 10.5 verweigerte der in China hergestellte Stick seinen Dienst. Linux wird nicht als kompatibel ausgewiesen und wurde auch mangels passender Software nicht getestet. Im Anschluss an die Installation beglückt der O2 Mobile Connect Manager seinen Nutzer erst mal mit nervigen Popups-Warnhinweisen. In einem der Warnungen weist Telefónica darauf hin, dass anonyme Benutzerdaten zu statistischen Zwecken erhoben werden. Nachdem die ganzen Popus weggeklickt wurden, scannt der Connection Manager erstmals die im Betriebssystem hinterlegten WLAN Access Points und hinterlegt diese im Anschluss unter den Einstellungen. Zum Surfen über das Mobilfunknetz muss man, bevor man eine Verbindung herstellen will, das notwendige Profil anlegen, von Haus aus ist es nicht hinterlegt.

Empfang und Datenraten

Ich habe den Stick in den folgenden deutschen Mobilfunknetzen getestet: O2, Telekom und Vodafone. In Österreich wurde folgende Netzbetreiber und Technologien genutzt: T-Mobile UMTS und LTE, A1 und Hutchison 3 UMTS. Orange blieb, mangels SIM-Karte, außen vor. Aufgefallen ist, dass der Stick auf der Strecke von Nürnberg nach Wien via ICE im Inland in Verbindung mit der Simkarte der Telekom massive Probleme hatte. Das Handover wurde nicht besonders gut abgewickelt. Als Vergleich hing der Huawei E398 (Speedstick LTE der Telekom) an einem separaten Notebook. Dort kam es weniger zu Netzverlusten. Auf dem österreichischen Teil der Strecke nach Wien legte ich eine „3“ Prepaid SIM-Karte ein und es funktionierte wunderbar, die Abbrüche traten weniger häufig auf als im Netz der Telekom. Hier kann es daran liegen, dass die Telekom im UMTS Netz den Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) einsetzt. Hutchison 3 dagegen arbeitet mit ZTE zusammen. Scheinbar harmonieren Netzequipment und Stick vom selben Hersteller besser miteinander. Nicht klargekommen ist der Stick, sobald die „3“ SIM-Karte sich das A1 oder T-Mobile GSM Netz einbuchen wollte. Zur Erklärung: Hutchison 3 ist in Österreich ein nationales Roaming Abkommen mit A1 und T-Mobile eingegangen. Für die Mobile Connection Software fiel es unter Roaming und so musste jedes Mal bei  Verbindungsabbruch die „Roaming-Verbindung“ erneut bestätigt werden. Alles in allem liegt der O2 Surfstick LTE 4G alias ZTE MF821D nur knapp hinter dem E398 von Huawei beim Empfang und den Datenraten.

O2 Mobile Connection Manager

Vom Aufbau her gleicht der Mobile Connection Manager von O2 dem Telekom Internet Manager. Der Client bietet eine sehr umfangreiche Auswahl an Einstellungen. Ähnlich dem Option BEEMO greift auch der O2 Client auf die WLAN-Karte im Notebook zurück. Befindet man sich in der Nähe eines WLANs, welches als Zugangspunkt unter Windows hinterlegt ist, will man jedoch nicht darauf zugreifen, sondern die Mobilfunkdatenverbindung nutzen, muss man sich extra über den Reiter „Verfügbare Netzwerke“ einwählen. Das ist beim Option BEEMO aus meiner Sicht besser gelöst, da hier die WLAN-Schnittstelle nicht in den Vordergrund gestellt wird.

Sehr gut veranschaulicht wird der Datenverbrauch in der Statistik. Jederzeit gibt einem die Software den vollen Überblick wie viel Datenvolumen angefallen ist und wie viel Volumen noch zur freien Verfügung steht. Sowohl für Inlands- als auch Auslandsdatenverbindungen kann ein „Warnschwellwert“ in bis zu vier Stufen hinterlegt werden. Zuvor muss die Höhe des Datenvolumens eingestellt sein.

Wer genau wissen will, welche Technologie gerade anliegt, ist beim ZTE MF821D richtig. Das chinesische LTE USB-Modem unterscheiden nicht nur zwischen 2G, 3G und 4G, vielmehr selektiert es zwischen GRPS und EDGE, HSDPA, HSPA+ und DC-HSPA+ – alles wird angezeigt. Die ZTE Software ist auch für O2 Prepaid-Kunden ausgelegt, denn Guthabenabfrage und Guthaben aufgeladen sind durch extra Buttons hinterlegt. Auch kann bequem über die Software das Internet Pack gebucht werden.

Fazit

Die Unangefochtene Nummer 1 bleibt weiterhin der Huawei E398. Der O2 Surfstick LTE 4G kann dem Huawei E398 nicht ganz das Wasser reichen und liegt eine Naselänge hinter dem Konkurrenzprodukt. Aktuell ist der ZTE MF821D entweder im O2 Shop oder direkt online bei Amazon erhältlich.

O2 AKTION SURFSTICK

Preis:

2.3 von 5 Sternen (3 Rezensionen)

0 gebraucht & neu erhältlich

  • Wie genau verhielt sich der Stick denn im ICE im Telekom-Netz? Hänger, reboots? Muß man ihn ziehen und stecken (wie den MF820D), oder kommt die Verbindung selber wieder hoch?

  • maxwireless

    Der MF821D wurde von der Software nicht mehr erkannt und musst ab- und wieder angesteckt werden.

    Gruß, Rene

  • maxwireless

    Der MF821D wurde von der Software nicht mehr erkannt und musst ab- und wieder angesteckt werden.

    Gruß, Rene

  • Also der gleiche Mist wie mit dem MF820D, wie vermutet. Danke!

  • mike

    Ich habe den Vorgänger (MF820D), welcher reinster Schrott ist. Ständig sürzt die Geschwindigkeit auf 0 ab und ich muss mich neu verbinden, damit ich wieder im Internet surfen kann. Weiters gibt es keine Firmwareupdates, die neuer sind als 2011 (wahrscheinlich habe ich sogar aus Versehen ein Downgrade statt ein Upgrade durchgeführt)!

    Ich würde an eurer Stelle besonders vorsichtig sein mit dem 820D, vielleicht sogar generell mit der gesamten ZTE MF 800er Serie. Zumindest mein ZTE MF820D ist wegen diesem Bug die 65€ nicht wert, die ich dafür auf Ebay bezahlt habe.

  • Tim

    Ich habe den ZTE MF 821D von o2 ,kann mich aber nicht in andere Netze einwählen z.B E-Netz. Wer weiß Rat?

  • Max

    Vielleicht kannst du mal eine andere Verbindungssoftware verwenden. Direkt von ZTE eine eventuell… einfach mal im Internet suchen :)