Test Huawei E392 LTE Stick

Test Huawei E392 LTE Stick

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Bis vor wenigen Wochen hat Huawei seine Surfsticks und Modems nur über die Netzbetreiber verkauft, umfangreiches Branding inklusive. Das ändert sich nun: ab sofort beliefert Huawei die Distributoren und Einzelhändler mit  Surfsticks und Routern ohne Branding – zur Freude vieler Nutzer. Unter den ersten erhältlichen Geräten ist auch der Huawei E392 LTE Stick, welcher beinahe alle technischen Rafinessen beherrscht, die für ein Modem wichtig sind. In diesem Test erfahrt ihr, wie sich der Huawei E392 im Alltag schlägt und ob ein Kauf lohnt.

Lieferumfang und erster Eindruck

Die kleine Schachtel beinhaltet neben dem E392 Surfstick noch eine Kurzanleitung, ein Sicherheitshinweis und ein QuickStart Guide. Außerdem ist ein kleines Garantiekärtchen enthalten. Auf den ersten Blick wirkt der Huawei E392 vergleichsweise groß, und auch auf den zweiten Blick und bei einem Vergleich mit dem Huawei E398 bestätigt sich dieser Eindruck – der E392 ist ein ganz schöner Klotz. Weiterhin fällt sofort die Schlaufe um den “Deckel” auf, die durchaus sinnvoll ist, damit nichts verloren gehen kann.

Technische Daten

Kommen wir zum wichtigsten an so einem Surfstick, den technischen Daten. Hier hat Huawei wie eingangs gesagt so gut wie alles eingebaut, was man für die weltweite Nutzung benötigt. Doch seht selbst:

  • LTE: Unterstützung für 800/900/1800/2100/2600 Megahertz Frequenzen. LTE wird sowohl in der Frequenz Division Duplex (FDD) Variante als auch in der Time Division Duplex (TDD) Variante unterstützt. Maximal sind mit dem LTE Kategorie 3 Modem Geschwindigkeiten von 100 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload möglich.
  • UMTS: Unterstützung für 900/1800/2100 Megahertz Frequenzen. UMTS ist mit DC-HSPA+ bis zu 42,2 MBit/s im Download schnell.
  • GSM: Unterstützung für 850/900/1800/1900 Megahertz Frequenzen, EDGE ist selbstverständlich auch dabei.
  • MicroSD Slot für Speicherkarten bis 32GB
  • Externer Antennenanschluss 2x TS-9
  • Kein Simlock oder Netlock
  • Software für MAC/Windows: Huawei Mobile Partner in Version 23.003.07.02.414
  • Firmware Version des Testgeräts: 11.433.25.00.000
Wie man sieht, ist der Stick in fast allen Netzen dieser Welt einsatzbereit und unterstützt sogar die zukünftig vermehrt eingesetzten TDD-LTE Netze. Eine Besonderheit ist die 1800MHz UMTS Frequenz, die bisher nur ganz selten in Surfsticks auf dem europäischen Markt zu finden ist. Mit dem AT-Kommando AT^SYSCFGEX=? liefert der Huawei E392 übrigens folgendes aus: 

^SYSCFGEX:(“00″,”03″,”02″,”01″,”99″),((2000001400380,”GSM900/GSM1800/WCDMA900/WCDMA2100/WCDMA1800″),(280000,”GSM850/GSM1900″),(3fffffff,”AllBands”)),(0-2),(0-4),((800c5,”LTE2100/LTE2600/LTE1800/LTE900/LTEDD800″),(7fffffffffffffff,”All Bands”))

Empfang und Datenraten

Der Empfang des Huawei E392 ist generell gut, wobei es je nach Verbindungstechnologie Unterschiede gibt. Im Test zeigte sich, dass vor Allem der UMTS Empfang überzeugen kann und sehr gut ist. Bei der Nutzung von LTE800 schwächelt der Stick etwas, ist aber trotzdem noch deutlich besser als das LTE Smartphone HTC One XL. Im Vergleich mit dem Huawei E398 zeigt sich diese Schwäche aber deutlich – wobei der E398 auch eine absolute Referenz in Sachen Empfang darfstellt:

Testort 1 Testort 2
Huawei E398 Huawei E392 Huawei E398 Huawei E392
Telekom UMTS -75dBm -75dBm -73dBm -73dBm
Telekom LTE -91dBm - -77dBm -81dBm
Vodafone UMTS -81dBm -83dBm -79dBm -73dBm
O2 UMTS -89dBm -87dBm -83dBm -75dBm
O2 LTE -69dBm -75dBm -61dBm -65dBm
Hinweis: O2 und D2 senden LTE auf 800MHz, D1 auf 1800MHz. Der Huawei E398 konnte D1 LTE an Testort 1 nur in senkrechter Position empfangen.

Als hinderlich hat sich vor Allem erwiesen, dass der Huawei E392 nicht schwenkbar ist. Zwar erfolgte der Vergleich zwischen E392 und E398 natürlich immer in horizontaler Position, doch wenn man den E398 angeklappt hatte, wurde der Empfang teilweise noch mal einen Tick besser. Bei der Nutzung im Router oder mit externer Antenne ist das aber natürlich nebensächlich. Apropos externe Antenne: mit den passenden Adaptern lässt sich bspw. eine Funkwerk LTE Antenne anschließen, sodass der Empfang noch mal deutlich aufgewertet wird.

Mobile Partner Software

Nach dem ersten Einstecken des Huawei E392 wird auf Wunsch die Verbindungssoftware Mobile Partner in Version 23 installiert. Meiner Meinung nach ist das eine sehr gute Software, denn sie zeigt Informationen detailliert an, läuft flüssig und verzichtet auf unnötigen Schnickschnack. Bisher war der Telekom Internet Manager immer mein Favorit unter den Verbindungsmanagern, aber diese Mobile Partner Version ist noch einen Tick besser: so wird etwa die Verbindungstechnologie exakt angezeigt, z.B. ob man im UMTS-Netz per HSPA+ oder per DC-HSPA+ verbunden ist. Außerdem werden APNs völlig automatisch konfiguriert und man braucht nach einem Wechsel der Simkarte nur noch auf Verbinden klicken – sehr angenehm. Wer lieber seine alte Verbindungssoftware weiter nutzen will, kann das natürlich auch tun: so ist z.B. auch eine Nutzung mit MWconn problemlos möglich.

Nutzung am Router möglich

Zu meiner großen Freude funktionierte der Huawei E392 sofort und ohne Probleme an einer AVM FritzBox 7390 mit neuester Firmware. Vermutlich funktioniert der Stick auch mit älteren FritzBox Modellen wie der 7270, getestet habe ich das aber nicht. Auch im Dovado Tiny Router konnte sofort eine LTE Verbindung hergestellt werden, der Huawei E392 zeigt sich also sehr “Router-Freundlich”, wohl ein weiterer Vorteil gegenüber dem Huawei E398 alias Telekom Speedstick LTE bzw. Vodafone K5005.

Fazit

Endlich bietet Huawei seine Surfsticks auch ohne Branding und mit originaler Software an! Der E392 ist ein sehr gutes Modell und überzeugt nicht nur mit hervorragender Kompatibilität zu Routern, sondern auch mit gutem UMTS-Empfang und der Möglichkeit, ihn fast weltweit einsetzen zu können. Hier kauft man wirklich ein sehr zukunftssicheres Modell mit guter Software. Die Nachteile: der LTE Empfang auf 800 Megahertz ist nicht perfekt und leider fehlt die Huawei HiLink Technologie, die dem Stick noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal gegeben hätte. Außerdem ist der E392 einer der größten Surfsticks.

Huawei E392 LTE-Surfstick (4G, microSD, USB 2.0) schwarz

Preis: EUR 129,99

3.9 von 5 Sternen (13 Rezensionen)

2 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 129,99

  • http://www.bclog.de/ Ralph A. Schmid

    Kein Gelenk? Ich mag nie wieder einen stick ohne Gelenk haben. Referenz in Sachen LTE-Empfang ist meines Erachtens eher noch der MF820D, der geht ‘n Tick besser als der E398. Von den dBm-Angaben halte ich nix, da die ja der stick ermittelt und somit deren Wert von der Kalibrierung abhängt. Empfangsvergleich in Grenzsituationen ist sicherer :)

  • Rock

    Klasse Bericht

  • Gast vom 21.07.

    Erreicht der E392 an der FritzBox im Up- und Download die gleichen Werte als wenn er direkt am PC angesteckt ist?

  • Max

    Ich habe es nicht besonders lange getestet, aber bei rund einer Stunde Nutzung im Vodafone UMTS Netz sind mir keine Nachteile aufgefallen. Ob es im LTE Netz bei hohen Geschwindigkeiten langsamer ist, kann ich aktuell leider nicht testen.

  • Gast

     … es wäre einen Test wert. Der E398 (ehemaliger K5005) erreicht bei mir an der 7270 im Download max. ca. 11 MBit. Direkt am PC erreicht man fast das doppelte – und das liegt am 21 ´ er VF Tarif. Der Upload ging mit FritzBox nur bis ca. 3,5 MBit. Ohne FritzBox waren ca. 10 MBit möglich.

  • Sud21

    Lte 700 wird nicht unterstützt, also dich nicht weltweit

  • maxwireless

    Richtig, daher ja auch das Wort fast in diesem Satz: “Wie man sieht, ist der Stick in fast allen Netzen dieser Welt einsatzbereit”! Aktuell gibt es leider kein einziges Gerät, dass sowohl LTE700 als auch LTE800 gleichzeitig beherrscht. Scheint wohl technisch extrem schwierig zu sein.