Cat Phones Vergleich

Wer ein gutes Outdoor-Smartphone sucht, wird sicher früher oder später auch auf die Geräte der Marke Cat Phones stoßen. Cat (Caterpillar) kennt man vor allem von großen Baggern, Bulldozern und anderen schweren Geräten, doch die englische Bullit Group hat den Namen für ihre Outdoor-Phones lizensiert und vertreibt seit einigen Jahren Mobiltelefone, die besonders für den harten Außen-Einsatz geeignet sind. Die neusten Smartphones heißen Cat S30 und Cat S40, sie wurden anlässlich der IFA in Berlin vorgestellt. Beim Cat S30 handelt es sich um das etwas günstigere und daher etwas schlechter ausgestattete Gerät, das Cat S40 ist etwas teurer und besser ausgestattet. Beide Geräte sind mit LTE Unterstützung, Dual SIM und extrem widerstandsfähigem Gehäuse ausgestattet. Ich konnte das Cat S30 und das Cat S40 in den letzten Wochen ausführlich testen und vergleichen.

Cat Phones Rueckseiten

Gehäuse: massiv und stabil
Nimmt man das Cat S30 und das Cat S40 das erste Mal in die Hand, so merkt man sofort, dass man es nicht mit einem gewöhnlichen Smartphone zu tun hat. Im Vergleich zu anderen aktuellen Smartphones wie etwa dem Apple iPhone 6s und dem Samsung Galaxy S6 edge sind die Geräte sehr dick, haben vergleichsweise kleine Displays und riesige Ränder um den Touchscreen herum. Auffällig sind zudem die großen, gut voneinander abgesetzten Tasten. Das Gehäuse des Cat S30 ist vollständig aus Kunststoff gefertigt und wirkt nicht so hochwertig wie das des Cat S40, welches zumindest an den Seiten mit Metall verstärkt wurde und dadurch auch deutlich schöner ist. Dafür liegt das Cat S30 meiner Meinung nach etwas besser in der Hand. Beide Smartphones wirken aber sehr massiv und stabil und man hat keine Bedenken, die Geräte mit auf die Baustelle, zum Klettern oder in den Garten zu nehmen.

Cat Phones Staub

Anschlüsse und Steckplätze sind unter Abdeckungen an der Seite versteckt. Die Abdeckungen sollen das Gerät vor Schmutz und Feuchtigkeit schützen. Das Cat S40 zeigt sogar grafisch im Display an, wenn (und wo) eine Klappe nicht geschlossen ist. Beim Cat S30 sind die Abdeckungen zweigeteilt und leider recht schwierig zu öffnen – ich brauchte ein kleines Taschenmesser, um die Klappe zu öffnen. Beim Cat S40 geht das deutlich leichter, auch weil zusätzlich zum Gummi Metall verwendet wird.

Cat S30 S40 Rueckseite

Geschützt gegen Schmutz und Feuchtigkeit
Das Gehäuse der beiden Smartphones Cat S30 und Cat S40 ist gegen Wasser, Staub und Stürze geschützt. Dazu wurden die Geräte nach IP68 und MIL-SPEC 810g zertifiziert. Im Test habe ich beide Geräte einige Zeit unter fließendes Wasser gehalten sowie auf dem dreckigen Werkstatt-Boden gewälzt – beides haben die Smartphones problemlos überstanden, so wie man es erwartet. Auch Stürze aus etwa 1,5m Höhe auf Beton-Boden konnte den beiden Cat Smartphones nichts anhaben, selbst Kratzer gab es keine. Womöglich würden die Geräte sogar eine „Überfahrt“ mit dem Auto überstehen – getestet habe ich das aber nicht.

Bedienung auch mit Handschuhen und nassen Fingern
Das Display des Cat S30 ist 4,5 Zoll groß und hat eine Auflösung von 854 x 480 Pixel. Farben sind nicht sonderlich kräftig und die Darstellung leicht pixelig. Die Leuchtkraft ist dagegen gut, sodass der Bildschirm auch bei Sonnenlicht noch gut ablesbar ist. Das Display des Cat S40 ist da etwas besser: es bietet auf einer Größe von 4,7 Zoll eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln, hat leicht kräftigere Farben als das S30 und ist meiner Wahrnehmung nach auch nochmals etwas heller. Bei der täglichen Nutzung macht der Bildschirm des Cat S40 auf jeden Fall deutlich mehr Spaß, aber im Vergleich zu ähnlich teuren Smartphones ohne Outdoor-Funktion schneidet das Display dennoch eher schlecht ab.

Das Cat S30
Das Cat S30

Eine besondere Funktion von Cat S30 und Cat S40 ist die Bedienung mit nassen Fingern und Handschuhen. Der Handschuh-Modus muss in den Einstellungen explizit eingeschaltet werden und funktionierte im Test recht zuverlässig, die Bedienung mit nassen Fingern war dagegen nur bedingt möglich. Insbesondere das schreiben von SMS und anderen kurzen Nachrichten war mit nassen Fingern keine Freude, die Geräte erkannten viele Eingaben nicht oder nicht richtig.

Tasten und Lautsprecher am Cat S40
Tasten und Lautsprecher am Cat S40

Beide Geräte haben reichlich Hardware-Tasten. Das Cat S30 ist hier allerdings etwas im Nachteil, denn die Tasten sehen zwar gut aus, sind aber leicht wackelig. Das betrifft sowohl die Tasten unter dem Display als auch die an der Seite, wobei die Tasten unter dem Display meiner Meinung nach noch deutlich schlechter sind als die seitlichen. Das Cat S40 überzeugt dagegen mit deutlich besseren Tasten, sie bieten einen klareren Druckpunkt. Positiv bei beiden Geräten: es gibt eine frei konfigurierbare Taste an der Seite, die mit einem langen Tastendruck eine frei wählbare App oder Aktion startet. So kann man etwa die Kamera oder die LED-Taschenlampe mit einem einzigen Tastendruck starten. Etwas nervig ist die Tatsache, dass das Display nicht mit einer der drei Front-Tasten angeschaltet werden kann, sondern immer die Power-Taste verwendet werden muss. Damit kann das Gerät natürlich auch nicht versehentlich in der Hosentasche entsperrt werden, aber es ist auch weniger intuitiv.

Software, Kamera und Lautsprecher im Vergleich
Der interne Speicher ist beim Cat S30 8GB und beim Cat S40 16GB groß, wobei der nutzbare Speicherplatz durch das vorinstallierte Betriebssystem deutlich geringer ausfällt. Beide Geräte ermöglichen aber die Erweiterung des Speichers per MicroSD Karte, im Gegensatz zum Honor 7 ist die Speichererweiterung auch parallel zum Dual-SIM Betrieb möglich. Der Arbeitsspeicher ist bei beiden Geräten 1GB groß und sorgt für eine recht zügige Geschwindigkeit des Android 5.1 Betriebssystems. Unterschiede zwischen Cat S30 und Cat S40 gibt es hier nicht, was wohl auch am Chipsatz liegt, denn bei beiden Geräten wurde ein Qualcomm Snapdragon 210 (MSM8909) mit Quadcore Prozessor verbaut.
Das Betriebssystem entspricht bis auf wenige Änderungen dem Original von Google, eine besondere Benutzeroberfläche – wie bei anderen Herstellern üblich – gibt es bei Cat nicht. Allerdings hat Cat einen (englischsprachigen) App-Store mit besonderen App-Empfehlungen für die Outdoor-Smartphones vorinstalliert und es gibt – passend für die Outdoor-Nutzung – ein FM Radio. Das Radio funktioniert aber nur mit angeschlossenem Headset als Antenne. Ebenfalls erwähnenswert: als Tastatur ist standardmäßig Swiftkey aktiviert, meiner Meinung nach ist das sinnvoll, denn diese Tastatur ist besser als die originale Android Tastatur von Google. Selbstverständlich kann man die Tastatur aber später auch ändern.

Die Kamera des Cat S30
Die Kamera des Cat S30
Die Kamera des Cat S40
Die Kamera des Cat S40

Die Kameras der beiden Geräte sind wirklich schlecht, wenn man den Preis von über 300 Euro (Cat S30) bzw. über 400 Euro (Cat S40) bedenkt. Das Cat S30 bietet eine 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite, das Cat S40 eine mit 8 Megapixel Auflösung. Die Bildqualität ist eher schlecht, einziger Pluspunkt ist der ordentliche und recht präzise Autofokus. Videos können in 1080p mit 60fps aufgenommen werden, die Front-Cam hat bei beiden Geräten eine Auflösung von 2 Megapixel.

Lautsprecher des Cat S30: sieht besser aus, als er ist.
Lautsprecher des Cat S30: sieht besser aus, als er ist.

Für ein Outdoor-Smartphone sind die Lautsprecher natürlich sehr wichtig. Sie sollten möglichst laut sein und idealerweise auch eine gute Qualität besitzen, damit Klingeltöne auch bei Baustellen-Lärm wahrgenommen werden können. Das Cat S30 bietet hier leider trotz wuchtigem Lautsprecher-Design auf der Front nur den üblichen Durchschnitt, das Gerät dürfte gerne lauter sein und die Qualität ist auch eher schlecht. Das Cat S40 ist da schon deutlich besser, der Lautsprecher (ebenfalls auf der Front) bietet eine sehr gute Lautstärke, auch wenn er Volumen vermissen lässt.

Starker Akku, aber nicht wechselbar
Beide Smartphones bieten einen 3000 mAh starken Akku, welcher laut Hersteller bis zu 18 Stunden Gesprächszeit ermöglichen soll. Ich habe so lange nicht telefoniert, aber bei gewöhnlicher Nutzung hält sowohl das Cat S30 als auch das Cat S40 volle zwei Tage durch – das ist ein guter Wert! Leider ist der Akku bei beiden Geräten nicht wechselbar, was auf Grund der Wasser- und Staubdichte jedoch zu verkraften ist. Wie alle anderen Öffnungen ist auch der Micro-USB Lade-Anschluss mit einer Abdeckung versehen, damit der Anschluss nicht verschmutzt oder Feuchtigkeit eindringen kann.

LTE und Dual SIM
Das Cat S30 und das Cat S40 bieten eine Funktion, die einige Nutzer sicher sehr gerne nutzen werden: man kann zwei Nano SIM-Karten gleichzeitig nutzen, die Geräte sind also Dual-SIM fähig. So kann man zum Beispiel gleichzeitig die private und die geschäftliche Nummer auf einem Handy nutzen oder für Datenverbindungen einen anderen Tarif als für Telefon-Verbindungen nutzen. Im Test funktionierte das völlig problemlos, allerdings gibt es ein kleines Software-Problem: entscheidet man sich erst nach der Erst-Einrichtung für den Dual-SIM Betrieb, so steht im Einstellungsmenü für die Dual-SIM Konfiguration nur der Anbieter, nicht die Telefon-Nummer beim jeweiligen SIM-Schacht. Nutzt man – wie ich – zwei mal den gleichen Anbieter, so kann man nur durch testen herausfinden, welche Nummer für welchen Dienst genutzt werden soll. Im Auswahlmenü ist das nicht ersichtlich, da dort nur 2x „Telekom.de“ steht. Während der Ersteinrichtung wird zusätzlich zum Anbieter-Name übrigens die Telefonnummer eingeblendet, sodass das Problem nicht besteht.

Beide Geräte nutzen den im Qualcomm Snapdragon 210 integrierten X5 LTE Chipsatz. Dieser ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Downlink und 50 MBit/s im Uplink (LTE Cat4). Im Dual-SIM Betrieb ist nur einer der zwei SIM-Karten Schächte LTE fähig, der zweite ist auf GSM beschränkt.

Fazit: gute Outdoor Smartphones
Sowohl das Cat S30 als auch das Cat S40 machen im Test eine ordentliche Figur. Besonders gut gefallen hat mir bei beiden Geräten das absolut stabile und griffige Gehäuse, außerdem ist die Software aufgeräumt und läuft zuverlässig. Auch die Dual-SIM Funktion ist für viele sicher sehr interessant. Die Geräte haben aber auch einige Schwächen: für den Preis von über 300 Euro (Cat S30) bzw. über 400 Euro (Cat S40) sind die Qualität von Kamera und Display eher unterdurchschnittlich. Beim Cat S30 sind zudem die Tasten und der Lautsprecher nicht ideal für ein Outdoor-Handy. Mein Tipp daher: für 100 Euro Aufpreis bekommt man beim Cat S40 eine ganze Menge mehr geboten, der höhere Preis lohnt sich durchaus. Wer aber einfach nur ein gutes Outdoor-Smartphone möchte und mit den negativen Punkten leben kann, ist auch mit dem Cat S30 gut bedient.