Test: Alcatel Y900 LTE Cat6 Hotspot

Test: Alcatel Y900 LTE Cat6 Hotspot

Von -
19

Alcatel Y900 Cat6

Alcatel hat auf dem MWC im Februar 2015 mit dem OneTouch Link 4G+ Y900 einen kompakten LTE Cat6 Hotspot vorgestellt. Jetzt, rund 9 Monate später, ist das Gerät endlich im Handel erhältlich. Mit einem Preis von rund 160 Euro ohne Vertrag ist der Alcatel Y900 deutlich günstiger als das direkte Konkurrenz-Modell Huawei E5786, doch dafür wurden auch einige Funktionen eingespart. So gibt es zum Beispiel kein Display und Anschlüsse für eine externe Antenne fehlen. Für diesen Testbericht habe ich den Alcatel OneTouch Link 4G+ mit Vertragskarten von Vodafone und Telekom im LTE Netz getestet.

Lieferumfang und erster Eindruck
Der Alcatel Y900 kommt in einem kleinen Pappkarton zum Käufer. Schon beim Lieferumfang wurde gespart, denn auf ein Netzteil zum Aufladen hat Alcatel verzichtet. Dem Gerät liegt lediglich ein USB Kabel bei, welches dann in Verbindung mit einem handelsüblichen USB Netzteil zum vollwertigen Ladegerät gewandelt werden kann. Alternativ kann man den Router natürlich auch am USB Anschluss eines Computers oder Notebooks aufladen. Ich persönlich finde das nicht so tragisch, da ich genügend Netzteile mit MicroUSB Anschluss besitze, aber bei einem so teuren LTE Router darf man meiner Meinung nach ein Netzteil im Lieferumfang erwarten.

Verpackung Alcatel Y900

Lieferumfang Alcatel Y900

Der erste Eindruck vom Gerät ist gut: der Router ist mit 89 x 62 x 11,5 Millimetern und einem Gewicht von nur 88 Gramm samt Akku sehr handlich. Die Verarbeitung ist gut, der Deckel auf dem Batteriefach sitzt fest und lässt sich dennoch schnell entfernen, um die SIM Karte und optional eine Speicherkarte einlegen zu können. Den Alcatel OneTouch Link 4G+ Y900 gibt es übrigens wahlweise mit einem Gehäuse in dunkelgrau oder weiß.

Software und Bedienung
Die Bedienung erfolgt über ein Webinterface im Browser, wie man es von quasi allen anderen Router-Modellen kennt. Alternativ gibt es aber auch eine Anwendung für iOS und Android, sodass man den Hotspot über eine App steuern kann. Das klappt zuverlässig, denn die Software ist leicht verständlich und reagiert schnell. Ein besonderes Lob hat Alcatel für das Design verdient, App und Webinterface wirken frisch und die Funktionen sind durch unterschiedliche Farben gut voneinander zu unterscheiden. So ganz neu ist die Software aber nicht mehr, einige werden sie sicher noch vom Alcatel Y858 kennen, der bereits einige Monate erhältlich ist.

Im Webinterface kann man zum Beispiel Statistiken zur Nutzung wie etwa Online-Zeit und verbrauchtes Datenvolumen einsehen. In den Einstellungen kann die WLAN-Verbindung konfiguriert werden, zum Beispiel um das Passwort zu ändern oder den WLAN-Namen anzupassen. Auch Einstellungen zur Mobilfunkverbindung können vorgenommen werden, im Normalfall ist dies aber nicht nötig, da der Alcatel Y900 den Anbieter anhand der eingelegten SIM-Karte automatisch erkennt und die Konfiguration entsprechend automatisch vornimmt.

LTE Advanced Cat6
Beim Modem hat Alcatel nicht gespart. Zum Einsatz kommt ein moderner Chipsatz mit Unterstützung für LTE der Kategorie 6, sodass bis zu 300 MBit/s im Downlink und bis zu 50 MBit/s im Uplink erreicht werden können. Natürlich ist das Gerät auch abwärtskompatibel zu UMTS (bis zu 42,2 MBit/s) und zu GSM samt EDGE. Ich konnte mit dem Gerät zwar nicht ansatzweise die 300 MBit/s erreichen, doch das lag sicher auch am Test-Server sowie an weiteren Nutzern in der Mobilfunk Zelle – immerhin hat man eine LTE Zelle in den seltensten Fällen ganz für sich alleine. Im Telekom LTE Netz auf 1800 und 2600 MHz (Carrier Aggregation war aktiv) erreichte ich bis zu 180 MBit/s im Downlink, was zumindest schon mal deutlich schneller als LTE Cat4 (bis zu 150 MBit/s) ist.

Taste Alcatel Y900

Anschluss Alcatel Y900

Die Empfangs- und Sendeleistung des Alcatel Y900 ist ordentlich, auch bei schwachem LTE Empfang ist noch ein flüssiges surfen möglich. Herausragend gut ist der Empfang aber nicht, sodass man sich an manchen Orten vermutlich eine externe Antenne wünschen würde. Leider gibt es keine Anschlüsse für eine solche externe Antenne, Alcatel hat sie vermutlich aus Kostengründen weggelassen.

WLAN und Akku
Der Alcatel Y900 kann WLAN nach den Standards 802.11a/b/g/n/ac auf 2,4 GHz und 5 GHz. Bis zu 32 Nutzer können gleichzeitig mit dem Router verbunden sein, was im Vergleich mit anderen mobilen Hotspots schon ein sehr großer Vorteil ist, denn bei den meisten anderen Geräten kann man maximal 8 bis 15 Nutzer gleichzeitig mit einer Internetverbindung versorgen. Einen WLAN Extender, wie es ihn beim Konkurrenz-Modell Huawei E5786 gibt, kann der Alcatel Y900 übrigens nicht bieten. Auch bei der Sicherheit muss sich das Gerät Kritik gefallen lassen: der Hersteller Alcatel liefert den Hotspot ab Werk ohne WLAN Verschlüsselung aus, als Nutzer sollte man hier daher sofort ein Kennwort festlegen, damit keine Fremden über den Router ins Netz gehen können.

Den Alcatel Y900 gibt es in grau und weiss.
Den Alcatel Y900 gibt es in grau und weiss.

Der Akku bietet eine Kapazität von etwa 1.800 mAh und liefert damit eine Laufzeit von rund 5 Stunden bei dauerhafter Nutzung. Das ist nicht besonders gut, aber da der Akku wechselbar ist, kann man problemlos einen zweiten oder dritten Akku hinzu kaufen und damit die Laufzeit entsprechend verlängern. Laut Alcatel soll sogar ein mit 3.600 mAh doppelt so starker Akku verfügbar sein, allerdings scheint dieses Exemplar in Deutschland zur Zeit noch nicht lieferbar zu sein und man benötigt natürlich eine neue Abdeckung für die Rückseite, da der Akku mit 3.600 mAh deutlich dicker sein dürfte als das Original.

Test-Video zum Alcatel Y900
Ich habe zum Alcatel Y900 ein kurzes Video erstellt, in dem ich das Gerät nochmal genauer vorstelle und insbesondere das Gehäuse genauer zeige:

Fazit
Der Alcatel OneTouch Link 4G+ Y900 ist einer der schnellsten mobilen LTE Hotspots, die derzeit in Deutschland verfügbar sind. Der Hersteller möchte im Gegensatz zur Konkurrenz besonders preisbewusste Kunden ansprechen und beschränkt sich daher auf das wesentliche: ein schnelles Modem, schnelles WLAN und schnelles USB 3.0. Das Design mit den großflächigen LED Anzeigen ist simpel und dennoch gelungen, ebenso wie die schicke Software. Abstriche muss man beim recht schwachen Akku machen, dieser ist immerhin problemlos wechselbar. Anschlüsse für eine externe Antenne fehlen leider. Wenn man aber einfach nur einen schnellen und zukunftssicheren mobilen LTE Hotspot sucht, liegt man mit dem Alcatel Y900 richtig.

Als Alternative bieten sich der Netgear AC790 und der Huawei E5786 an. Beide Geräte verfügen über ein LTE Advanced Cat6 Modem, einen starken Akku, Anschlüsse für eine externe Antenne und ein Display – sind aber auch deutlich teurer als der hier getestete Alcatel Y900.

Alcatel y900 Mifi LTE Cat 6 300Mb/s

Preis:

3.0 von 5 Sternen (2 Rezensionen)

0 gebraucht & neu erhältlich ab

Test Übersicht
Funktionsumfang
Geschwindigkeit, Empfangs-/Sendeleistung
Akku-Laufzeit
Preis
  • mrremo

    Hallo
    Danke für den Bericht! Weiss jemand, ob man das Ding per USB an einer FritzBox als LTE Modem betreiben kann? Oder könntest du das mal testen?

  • kniffo

    Hallo, das Teil hat entgegen dem Artikel 4 Antennenbuchsen, wie auf 4pda.ru unter Y900NB zu sehen ist. Im Foto 5 (siehe oben) sind 2 davon ohne aufschrauben zugängig, gutes Design.

  • Hat jemand das Ding schon mal mobil (Bahn/Auto) getestet, ob es die üblichen MiFi-Hänger hat, oder ob es die Verbindung hält?

  • Max

    Danke für den Hinweis. Ich finde ja grundsätzlich Anschlüsse besser, die von außen zugänglich sind. Wenn das Akku-Fach offen bleiben muss, ist das ja nicht wirklich das wahre :-)

  • Pingback: Netgear AirCard AC790: Cat6 Hotspot jetzt verfügbar | maxwireless.de()

  • jonas

    Der Max Hat scheinbar noch nie ein Micro Usb 3.0 Kabel gesehen :D das ist keine Eigenentwicklung von Alcatel :D

  • Tipp für Schweizer: Der Mobilfunk-Anbieter Salt verkauft dieses Gerät in der Version mit grossem Akku (3600mAh) zusammen mit Abonnement für CHF 96. Interessant ist, dass man es auch ohne Abonnement für CHF 119 kaufen kann. Ich habe es zusammen mit einer Prepay Karte (CHF 10) gekauft und bin bisher sehr zufrieden damit!

  • Benutzt du es als mobiles Modem oder zu Hause als Ersatz vom DSL? Bin mir am überlegen ob ich mein jetziges quickline Abo künden soll und auf dieses wechseln da ich sehr stabiles 4G zu Hause habe :)

  • Bisher nur mobil und immer nur für ein paar Stunden. Gab 1mal Unterbruch von ca. 1h wobei ich nicht weiss obs am Router oder am Netz lag. Ansonsten sehr zufrieden (OT: das Arbeiten im Zug mit Salt und diesem Hotspot funktioniert 1a!)

    Andererseits: Für zu Hause würde ich mir einen anderen Hotspot zulegen, der nicht möglichst kompakt ist sondern guten Empfang bietet.

  • Habe mir mal Probehalber so ein Teil geholt und bin positiv überrascht. Das Netz ist stabil und habe immer zwischen 20Mbit und 80Mbit :)

    1 kleines Problem habe ich, ich kriege die Ports nicht auf, habe nirgends Einstellungen für die Ports gefunden damit die PS4 oder Xbox einwandfrei und mit offenem NAT lauft. hast du evtl. da eine Idee oder es selber schon bei deinem Y900 gemacht?

  • Ich sehe keine Möglichkeit, sowas einzurichten. VPN?

  • Da kenn ich mich leider nicht so aus ^^’

  • Hat hiermit aber auch nichts mehr zu tun. Ich kenne keinen mobilen Hotspot mit so einer Funktionalität. Soll ja auch mobil = für unterwegs gedacht sein. Wenn du Portforwarding brauchst würde ich mir einen anderen Router kaufen.

  • Neues Feedback nach 3 Tagen Dauereinsatz: Das Gerät läuft perfekt und hatte seither keine Ausfälle mehr. Bin wirklich sehr zufrieden damit!

  • Kaan

    Das lag wahrscheinlich daran, weil du mit dem Salt Prepay “nur” 10 GB pro Tag Internet hast für 2.- am Tag. Da rendiert es mehr für dich, wenn du ein Abo für 35.-/Monat abschliesst mit Unlimited Surf und voller 4G-Speed.

  • Woher hast du die Info, dass bei Salt Prepay nur 10 GB pro Tag enthalten sind? Auf der Website finde ich keinen Hinweis darauf.
    (Selbst wenn es so wäre: reicht absolut aus)

  • Bruhin Christoph

    Aufpassen! das sind keine “Antennebuchsen” das sind Testbuchsen die im Werk zur Prüfung der Frequenzen genutzt werden. Dort bitte KEINE Antennen anschliessen! Diese sind wie Schalter konstruiert, und können bei zu häufiger Nutzung geschaltet bleiben. Ergo funktionieren die Internen Antennen nicht mehr!

  • Max

    Danke für die Info! :-)

  • Walid Hassan

    hallo zusammen, ich habe Alcatel onetouch gebraucht gekaufen, aber ich weiss nicht wie man das gerät wiederherstellen und passwort anderen usw, kann jemand mir hilffen?
    vielen dank für euer unterstützung