Test Vodafone R215 MiFi Hotspot

Test Vodafone R215 MiFi Hotspot

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WLAN Band R215

Der Vodafone R215 LTE MiFi-Router ist seit November 2013 im Handel erhältlich und ersetzt das Vorgänger-Modell Vodafone R210. Das Gerät kommt mit Unterstützung für alle LTE-Netze in Deutschland und erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde im Download. Die Bedienung erfolgt dabei entweder über ein Webinterface im Browser oder über eine App für Smartphone und Tablet. Rein von den technischen Daten her ist der R215 seinem Vorgänger deutlich überlegen. Ob der MiFi-Hotspot auch in der Praxis überzeugen kann, lest ihr in diesem Testbericht.

Lieferumfang und erster Eindruck
Der Vodafone R215 LTE MiFi-Router wird vom chinesischen Hersteller Huawei gefertigt und entspricht technisch nahezu vollständig dem Huawei E5372. Lediglich die Software sowie die unterstützten Frequenzbänder sind unterschiedlich. Der Vodafone R215 besteht vollständig aus mattem, schwarzem Plastik und ist mit einem Gewicht von ca. 130 Gramm bei Abmessungen von 99 mm x 62 mm x 14 mm sehr handlich. Auf der Front findet man ein kleines Display, welches diverse Status-Informationen anzeigt und mit Hilfe der beiden Tasten am Gerät sogar zur Bedienung genutzt werden kann, ohne das man das Webinterface oder die App nutzen muss.
Der Akku mit 1780 mAh ist wechselbar und soll laut Vodafone eine Laufzeit von bis zu 6 Stunden bieten. Im Akku-Schacht befindet sich außerdem der Steckplatz für die SIM-Karte und eine MicroSD-Speicherkarte. Weiterhin lassen sich über zwei TS-9 Anschlüsse externe Antennen verbinden.

Die Verpackung des Vodafone R215.
Die Verpackung des Vodafone R215.
Rückseite der Verpackung mit technischen Daten.
Rückseite der Verpackung mit technischen Daten.
Lieferumfang: Vodafone R215, USB-Kabel, Netzteil, Hinweise.

Im Lieferumfang ist neben dem Vodafone R215 noch ein Micro-USB-Kabel sowie ein Netzteil mit USB-Anschluss enthalten, außerdem gibt es noch eine Kurzanleitung, ein Hinweis-Blättchen mit SSID und WLAN-Passwort sowie einen Sicherheitshinweis. Die Verpackung ist Vodafone-Typisch in weiß und rot gehalten, auf der Rückseite findet man eine kurze Übersicht über die technischen Daten und die unterstützten Frequenzbänder.

Gute Sende- und Empfangsleistung
In unserem Test haben wir eine SIM-Karte von Vodafone verwendet, die Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s erlaubt. Das ist auch das technische Maximum des R215, er kann mit LTE Kategorie 4 bis zu 150 MBit/s im Downlink und 50 MBit/s im Uplink erreichen. Solch hohe Geschwindigkeiten sind derzeit aber nur in Großstädten sowie an Flughäfen, Bahnhöfen und in Stadien möglich, da Vodafone nur dort auf LTE2600 setzt. Mit dem weit verbreiteten LTE800 sind dagegen maximal rund 75 MBit/s möglich, wobei in der Praxis kaum mehr als 50 MBit/s erreicht werden können.

Der Vodafone R215 erreicht auch bei schwachem Empfang gute Geschwindigkeiten.
Der Vodafone R215 erreicht auch bei schwachem Empfang gute Geschwindigkeiten.

Insbesondere in Regionen mit schlechter LTE-Versorgung konnte der Vodafone R215 überzeugen. Die Empfangs- und Sendeleistung im 800 MHz Band scheint im Vergleich zu anderen Geräten sehr gut zu sein, denn der R215 signalisiert auch an Orten noch LTE, wo viele Smartphones schon keinen Empfang mehr haben. Auch die Geschwindigkeiten sind sehr gut. So erreichten wir trotz schlechtem Empfang und einer Entfernung von knapp 6 Kilometern zu Sender noch etwa 12 MBit/s im Downlink und 3 MBit/s im Uplink – damit war problemloses surfen samt Video-Streaming möglich.
Insgesamt fielen öfter die sehr guten Latenzzeiten bei Nutzung des R215 auf: oft lagen diese bei rund 35 Millisekunden, nicht selten sogar um 30 ms. Hier hat Vodafone sein Netz in den letzten Monaten stark optimiert. Auch im UMTS-Netz von Vodafone waren gute Geschwindigkeiten an der Tagesordnung, auch wenn diese in den meisten Fällen noch weit entfernt von den maximal möglichen 42,2 MBit/s waren.

WLAN und Akku
Der Vodafone R215 ist zusammen mit dem baugleichen Huawei E5372 der erste MiFi-Router, der WLAN sowohl im 2,4 GHz Frequenzband als auch im 5 GHz Frequenzband unterstützt. Damit ist das Gerät besonders auch für die Nutzer interessant, die oft auf Messen und Großveranstaltungen unterwegs sind, wo das 2,4 GHz Band gewöhnlicherweise an seine Grenzen stößt. Die Einstellung, welches Band genutzt werden soll, kann über die zwei Tasten direkt am Gerät vorgenommen werden, eine gleichzeitige Nutzung von 2,4 GHz und 5 GHz ist aber nicht möglich. Maximal sind bis zu 10 Geräte per WLAN mit dem Vodafone R215 nutzbar, ein weiteres Gerät kann zudem per Micro-USB-Kabel verbunden werden.

Die maximale Brutto-Datenrate bei WLAN-Nutzung beträgt 300 MBit/s. Für die meisten Anwender dürfte dies locker ausreichen, doch die vollen 150 MBit/s von LTE Kategorie 4 sind damit nicht erreichbar. Möchte man also die maximale Performance nutzen, so sollte man den R215 per USB-Kabel an den Rechner anschließen. Die WLAN-Repeater-Funktion, welche im Schwestermodell Huawei E5372 integriert ist, wurde beim Vodafone R215 übrigens nicht verbaut, die nötige Einstellungsmöglichkeit in der Firmware fehlt.

Der Akku lieferte im Test bei gutem LTE-Empfang eine Laufzeit von etwa 5:15h, bei Nutzung im Zug waren maximal 4:45h möglich. Damit liegt die Laufzeit deutlich unter den “bis zu 6 Stunden”, mit denen der 1780 mAh starke Akku beworben wird. Ist man auf besonders lange Nutzung angewiesen, sollte man also ein Ladegerät oder einen zweiten Akku mit sich führen oder zu einem Gerät mit größerem Energiespeicher, wie etwa dem Huawei E5776, greifen.

Software
Die Bedienung des Vodafone R215 erfolgt am einfachsten mit der Vodafone Mobile Wi-Fi App, welche für Tablets und Smartphones auf Basis von Android und iOS zur Verfügung steht. Die Software startet sehr schnell, läuft auf allen getesteten Endgeräten flüssig und bietet einen Überblick über wichtige Informationen wie etwa den Datenverbrauch, die Online-Zeit oder den Akku-Status. Außerdem kann man in der App den SIM-PIN speichern, was direkt im Gerät nicht möglich ist. So braucht man nach dem Einschalten des R215 lediglich kurz die App öffnen, um die PIN-Sperre aufzuheben.

Über einen Link in der App kommt man auf Wunsch in das Webinterface, welches natürlich auch manuell über einen beliebigen Browser erreichbar ist. Hier kann man allerhand Einstellungen vornehmen, etwa das Passwort und den Namen des WLAN-Netzwerkes anpassen oder den Zugriff auf die Speicherkarte verwalten. Außerdem sind diverse Verbindungseinstellungen möglich, etwa um den Router in schwach versorgten Regionen auf die LTE-Technologie zu zwingen. Natürlich sind auch SIM-Karten anderer Netzbetreiber nutzbar, allerdings ist hier eine etwas kompliziertere Eingabe des APNs sowie der Einwahlnummer nötig. Einen SIM-Lock gibt es beim Vodafone R215 nicht.

Der Vodafone R215 hinterlässt im Test einen guten Eindruck.
Der Vodafone R215 hinterlässt im Test einen guten Eindruck.

Fazit
In unserem Test konnte der Vodafone R215 mit sehr guten Empfangswerten, guten Geschwindigkeiten und einem ordentlichen Funktionsumfang überzeugen. Insbesondere die Unterstützung für WLAN im 5 GHz Band dürfte für viele Nutzer von Bedeutung sein. Doch nicht nur die Hardware, auch die Software und die Bedienung sind beim Vodafone R215 wirklich gelungen, sodass man das Gerät zum Preis von rund 120 Euro absolut empfehlen kann.
Allerdings sollte man bedenken, dass es das Schwestermodell Huawei E5372 schon für rund 130 Euro gibt, hier ist dann noch die sehr nützliche WLAN-Repeater-Funktion möglich und die Einrichtung für SIM-Karten eines Fremd-Anbieters sind deutlich einfacher.

Test Übersicht
Funktionsumfang
Geschwindigkeit, Empfangs-/Sendeleistung
Akku-Laufzeit
Preis