TP-Link bietet mit dem TL-MR6500v einen neuen LTE-Router für den vergleichsweise günstigen Preis von nur rund 80 Euro an. Eine Besonderheit ist die integrierte Telefon-Funktion samt RJ11-Schnittstelle für ein analoges Telefon. Die Telefonie kann wahlweise über die SIM-Karte via VoLTE oder über klassisches VoIP abgewickelt werden. Im Test von maxwireless.de musste der TP-Link TL-MR6500v zeigen, wie gut der Router in der Praxis funktioniert.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der TP-Link TL-MR6500v ist in einem unspektakulären Karton verpackt. Die Beschriftung ist fast vollständig auf englischer Sprache gehalten, die mitgelieferte Schnellstartanleitung erklärt die Inbetriebnahme aber auch in deutscher Sprache sehr anschaulich. Neben dem LTE-Router selbst sind in der Verpackung noch ein Netzteil und ein kurzes LAN-Kabel enthalten. Da der Router eine MicroSIM-Karte benötigt, hat TP-Link sogar noch einen Adapter von Nano-SIM auf Micro-SIM beigelegt.

Erster Eindruck vom MR6500v: für einen stationären LTE-Router ist das Gerät ziemlich klein und flach. Das mag auch daran liegen, dass die Mobilfunk-Antennen extern am Router angeschraubt werden müssen und nicht wie bei den meisten anderen LTE-Routern im Gerät integriert sind. Der Vorteil der externen Antennen ist aber, dass bei Bedarf auch eigene Antennen angeschlossen werden können, da es sich um standardisierte SMA-Anschlüsse handelt.

Das Design des TP-Link TL-MR6500v ist eher unspektakulär: Es gibt eine glänzend schwarze Front mit einigen LEDs, welche den Betriebsstatus und die Empfangsstärke anzeigen. Die Unterseite ist mit reichlich Lüftungslöchern versehe, sodass kein Hitzestau entstehen kann. Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Hier gibt es drei RJ45 LAN-Schnittstellen, eine RJ11 Buchse, einen Anschluss für das Netzteil, einen MicroSIM-Schacht und drei Tasten: Power, WPS/Reset und WLAN On/Off.

LTE-Modem für bis zu 150 Mbit/s

TP-Link hat im TL-MR6500v ein vergleichsweise langsames LTE Cat4 Modem verbaut, welches Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s im Download und bis zu 50 Mbit/s im Upload erreichen kann. Neben 4G/LTE wird auch 3G/UMTS unterstützt, 2G/GSM kann der Router aber nicht. Folgende Frequenzbänder sind nutzbar:

• 4G/LTE: B1, B3, B7, B8, B20, B38, B40, B41
• 3G/UMTS: B1, B8

Der Router ist in Deutschland und Europa mit dieser Frequenzband-Unterstützung gut und problemlos einsetzbar, auch wenn das in Zukunft häufiger verwendete LTE Band 28 nicht nutzbar ist. Angesichts des günstigen Preises ist das verschmerzbar.

In der Praxis hinterließ das LTE-Modem eine durchwachsene Figur. Die Empfangsqualität ist ordentlich, die externen Stummel-Antennen liefern auch bei schwachem Empfang noch eine gute Performance. Die Geschwindigkeiten im LTE-Netz der Telekom liegen deutlich unter den Werten, welche am gleichen Standort mit anderen Endgeräten gemessen werden können. Ein Beispiel: wo der Netgear Orbi LBR20 Router etwa 300 Mbit/s im Download nutzen kann, liefert der TP-Link TL-MR6500v nur etwa 60 Mbit/s. Das liegt einerseits am schwachen WLAN und dem auf 100 Mbit/s begrenzten LAN, andererseits kann das Modem keine Frequenzband-Bündelung (Carrier Aggregation). Somit kann der Router nur einen kleinen Teil der Kapazität nutzen, die das Mobilfunknetz zur Verfügung stellt.

Die maximale Geschwindigkeit lag im Test bei rund 90 Mbit/s im Downlink und knapp 50 Mbit/s im Uplink im LTE-Netz der Telekom. Die Latenzzeiten waren mit deutlich unter 20 Millisekunden erfreulich niedrig. Neben IPv4 unterstützt der Router auch IPv6, im Test mit einer Telekom SIM-Karte wurden Adressen aus beiden Bereichen zugewiesen.

In der Praxis ist die geringe maximale Geschwindigkeit des LTE-Modems bei den allermeisten Anwendungen kein Problem. Der TL-MR6500v eignet sich perfekt zum surfen und auch Video-Streams sind kein Problem. Einzig für sehr große Downloads oder die Nutzung mit vielen Geräten gleichzeitig ist das Gerät unter Umständen nicht ideal geeignet.

Langsam: LAN und WLAN

Der TP-Link TL-MR6500v besitzt drei RJ45 100 Mbit/s LAN-Anschlüsse auf der Rückseite, wovon LAN3 bei Bedarf auch als WAN-Anschluss verwendet werden kann. Natürlich wäre Gigabit LAN schön gewesen, aber angesichts des günstigen Preises sind die maximal 100 Mbit/s noch in Ordnung.

Auch beim WLAN hat TP-Link beim MR6500v gespart und setzt auf ein Funkmodul, welches ausschließlich im Frequenzbereich um 2,4 GHz arbeitet. Die theoretisch maximal mögliche Geschwindigkeit liegt bei 300 Mbit/s, im Test waren aber meist nur Datenraten von rund 150 Mbit/s zu beobachten.

Die WLAN-Reichweite war im Test für eine Wohnung mit etwa 70 Quadratmetern völlig ausreichend. Größere Wohnungen oder ein Einfamilienhaus kann der MR6500v aber nicht vollständig versorgen, hier ist möglicherweise der Einsatz eines WLAN-Repeaters ratsam.

TP-Link ermöglicht in den Einstellungen des TL-MR6500v die Konfiguration eines WLAN-Zeitplans, um das WLAN automatisiert ein- und auszuschalten. Der Zeitplan kann auf Wunsch täglich individuell gesteuert werden.

Im Webinterface kann man bei Bedarf auch ein WLAN Gastnetz aktivieren. Dieses kann mit einem Passwort versehen werden und optional ist auch der Zugriff auf das lokale Netzwerk möglich.

Telefonie über VoLTE oder VoIP

Der TP-Link TL-MR6500v ist einer von ganz wenigen LTE-Router-Modellen, die neben Internet auch eine Telefon-Funktion zur Verfügung stellen. Wenn man ein analoges Telefon über den RJ11-Anschluss auf der Rückseite des Routers angeschlossen hat, kann man entweder über die SIM-Karte telefonieren und erreichbar sein (Voice over LTE, VoLTE) oder man hinterlegt spezielle VoIP Zugangsdaten und telefoniert über einen Drittanbieter.

Im Test funktionierte sowohl die Telefonie über die SIM-Karte im LTE-Netz mit VoLTE als auch über VoIP mit Sipgate einwandfrei. Die Sprachqualität war gut. Teilweise dauerte der Rufaufbau und auch die Anrufsignalisierung deutlich länger als an einem Handy, doch hier dürfte die Schuld beim angeschlossenen DECT-Telefon liegen. Übrigens: eine DECT-Funktion bietet der MR6500v nicht, Funktelefone brauchen also eine passende externe DECT-Basis.

Der TP-Link TL-MR6500v bietet eine gute und vollwertige Telefonanlage mit vielen wichtigen Basisfunktionen. Dazu gehören zum Beispiel ein einfaches Adressbuch, ein Anrufbeantworter, eine „Bitte nicht stören“ Funktion sowie die Möglichkeit Rufnummern zu blockieren.

Einen so extrem großen Funktionsumfang wie bei AVM FRITZ!Box Modellen bekommt man jedoch nicht geboten. Da die allermeisten Telefone solche Funktionen aber sowieso bereits integriert haben, ist das nicht weiter tragisch.

Bedienung und Software

Der TP-Link TL-MR6500v Router kann ganz einfach über ein Webinterface im Browser konfiguriert werden. Im Test war die Darstellung sowohl auf einem Windows-PC als auch auf dem iPad klar strukturiert und die Bedienung war sehr einfach und übersichtlich möglich.

Die Einstellungsmöglichkeiten am MR6500v sind durchaus umfangreich. Im Bereich Netz bzw. Internet kann beispielsweise bei Bedarf nicht nur der Netzwerkmodus (bspw. 4G bevorzugt) eingestellt werden, sondern auch das Frequenzband ausgewählt werden. Das kann insbesondere bei Nutzung mit einer externen LTE Richtantenne sehr hilfreich sein.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten im Bereich Internet betreffen zum Beispiel ein frei einstellbares „Datenlimit“ für Volumentarife sowie dynamisches DNS oder statisches Routing.

Im Webinterface hat der Nutzer die Möglichkeit, SMS zu senden und zu empfangen. So können zum Beispiel Nachrichten vom Netzbetreiber empfangen werden oder bei Nutzung eines entsprechenden Tarifs SMS für das Aufladen des Prepaid-Guthabens versendet werden.

Die LEDs auf der Front des TL-MR6500v lassen sich im Webinterface auf Wunsch zu bestimmten Uhrzeiten oder gleich vollständig abschalten. Auch ein Firmware-Update ist im Webinterface möglich. Weitere Funktionen im Webinterface sind zum Beispiel eine Kindersicherung, ein Contentfilter, NAT und VPN-Einstellungen. Außerdem sind via QoS Bandbreiten-Priorisierungen von bestimmten Diensten und Anwendungen möglich.

Fazit: TP-Link TL-MR6500v LTE-Router

Der TP-Link TL-MR6500v bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer einen günstigen LTE-Router mit Telefon-Funktion und vielen Einstellungsmöglichkeiten sucht, bekommt mit dem TL-MR6500v ein sehr gutes Gerät. Die Möglichkeit, über VoLTE im Mobilfunknetz telefonieren zu können, hat im Test besonders gut gefallen. Auch die Software ist überzeugend umgesetzt. Kritik gibt es für das vergleichsweise langsame LTE-Modem sowie das langsame LAN und WLAN. Hier musste TP-Link angesichts des günstigen Preises wohl den Rotstift ansetzen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Funktionsumfang
Software
Modem
LAN und WLAN
Preis