Die Telekom hat mit dem MagentaMobil Speedbox Tarif auch einen neuen LTE-Router in ihr Portfolio aufgenommen: den Huawei B529s-23a. Das Gerät kommt optisch zwar im Telekom-Design daher, die Software ist jedoch kaum modifiziert worden. Der Huawei B529 ist eine Mischung aus stationärem und mobilem LTE Router, so besitzt er ein „richtiges“ Netzteil und hat recht große Abmessungen, verfügt aber auch über einen integrierten Akku. Im Test von maxwireless.de musste das Gerät zeigen, was es leistet.

Huawei B529s-23a LTE Router (Telekom Speedbox).
Huawei B529s-23a LTE Router (Telekom Speedbox).

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Huawei B529s-23a wird bei der Telekom als „Telekom Speedbox“ in einer schicken Magenta-Farbigen Verpackung ausgeliefert. Im Lieferumfang befindet sich neben dem Router selbst noch das Netzteil, ein kurzes LAN-Kabel sowie eine deutschsprachige Kurzanleitung und ein „Router-Pass“ mit den vorkonfigurierten WLAN-Daten.

Lieferumfang des Huawei B529s-23a.
Lieferumfang des Huawei B529s-23a.

Der erste Eindruck ist sehr gut. Der Router ist komplett aus schwarzem Kunststoff gefertigt und steht dank vier Gummi-Füßen sicher auch auf glatten Oberflächen. Mit 12 x 12 x 12,7 Zentimetern ist der Huawei B529 für einen stationären LTE-Router recht kompakt, für einen mobilen LTE-Router hingegen recht groß. Das Design gefällt auf Anhieb, insbesondere das rund um den Router gehende Leuchtband ist nett. Auf Wunsch lässt sich die Beleuchtung per Tastendruck deaktivieren.

Auf der Front befinden sich vier LEDs, die gut sichtbar den Betriebsstatus signalisieren. Außerdem gibt es eine Power-Taste sowie die bereits angesprochene Taste für die Beleuchtung. Auf der Rückseite findet man einen Anschluss für das Netzteil (leider kein Standard USB) sowie einen RJ45 Ethernet LAN Anschluss. Unter einer Abdeckung sind zudem zwei TS-9 Anschlüsse für eine externe LTE Antenne versteckt.

Anschlüsse am Huawei B529 (Telekom Speedbox).
Anschlüsse am Huawei B529 (Telekom Speedbox).
SIM-Slot des Huawei B529.
SIM-Slot des Huawei B529.

Auf der Unterseite findet man den SIM-Karten-Schacht (MicroSIM) sowie ein Label, auf dem die WLAN-Daten und das Passwort für das Webinterface abgedruckt sind. Einen SIM-Lock oder einen NET-Lock besitzt das Gerät übrigens nicht, man kann problemlos jeden Anbieter im Huawei B529 bzw. in der Telekom Speedbox einsetzen.

Huawei B529: LTE Modem im Test

Im Test mit einer Telekom SIM-Karte erreichte der Huawei B529 Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s. Das ist zwar weit entfernt von den beworbenen bis zu 300 MBit/s, aber dennoch ein guter Wert. Ein Apple iPhone XS sowie ein Netgear Nighthawk M1, jeweils mit deutlich modernerem Modem, erreichten am gleichen Standort aber jeweils um etwa 20-30 Mbit/s höhere Geschwindigkeiten. Im Uplink wurden bis zu 50 MBit/s erreicht.

Speedtest mit dem Huawei B529.
Speedtest mit dem Huawei B529.

Im O2-Netz lieferte der Huawei B529 LTE-Router ebenfalls gute Datenraten, auch wenn Latenzzeit sowie Geschwindigkeit immer minimal schlechter als mit dem zum Vergleich herangezogenen Netgear Nighthawk M1 ausfielen.

Huawei B529 in der Hand.
Huawei B529 in der Hand.

Akku-Betrieb mit Drossel

Während der Huawei B529 am Netzteil durchaus sehr gute Geschwindigkeiten im LTE-Netz erreicht, erlebt man beim Akku-Betrieb eine ärgerliche Überraschung. Die Geschwindigkeit sinkt auf etwa 20 Mbit/s ab, egal wie gut der Empfang ist. Dieses Verhalten konnte im Test von maxwireless.de mehrfach reproduziert werden, sowohl im Netz der Telekom als auch mit einer O2 SIM-Karte.

Update 12. März 2019: Wie Telekom Pressesprecherin Michaela Weidenbrück gegenüber maxwireless.de bekanntgab, wird die Geschwindigkeit der Speedbox im Akku-Betrieb auf 20 Mbit/s im Download und 5 Mbit/s im Upload beschränkt. Dies soll den Akku des Gerätes schonen.

Speedtest im Telekom-Netz mit Akku-Betrieb.
Telekom Speedtest mit Netzteil.
Telekom Speedtest mit Netzteil.

Der integrierte Akku ist nicht wechselbar und verfügt nach Angaben von Huawei über eine Kapazität von 3.000 mAh. Die Betriebszeit ist mit rund 1,5 Stunden im Vergleich mit einem mobilen Hotspot jedoch recht gering. Auch die Anzeige des Ladezustands ist verbesserungswürdig, die einfache Balken-Anzeige war im Test wenig hilfreich, da sie bereits nach 20 Minuten auf nur noch ein Balken abgesunken war.

WLAN

Das WLAN-Modul des Huawei B529s-23a funkt auf 2,4 GHz und auf 5 GHz (WLAN 802.11ac). Maximal vier WLAN-Namen und -Passwörter können im Webinterface konfiguriert werden, zwei für jeden Frequenzbereich. Die Geschwindigkeit lag im Test bei bis zu 780 Mbit/s (brutto). Die Reichweite war im Test sehr gut, insbesondere im Frequenzbereich um 2,4 GHz. Im Vergleich zu den meisten mobilen LTE Routern liegt der Huawei B529 deutlich vorne.

Huawei B529s-23a von der Seite.
Huawei B529s-23a von der Seite.
LEDs am Huawei B529.
LEDs am Huawei B529.

Bis zu 64 Endgeräte können gleichzeitig über WLAN mit dem Huawei B529 verbunden werden, das sind deutlich mehr Geräte als bei den meisten mobilen Routern. Leider hat Huawei dem B529 keine WLAN Extender Funktion spendiert. Mobile LTE Router von Huawei können mit dieser Funktion ein bestehendes WLAN Netzwerk als Internetzugriff verwenden, der B529 kann dafür ausschließlich das integrierte Mobilfunkmodem nutzen, da auch der LAN-Anschluss nicht als WAN-Port genutzt werden kann.

Software & Webinterface

Der Huawei B529 LTE-Router kann wahlweise über den Browser oder über eine App konfiguriert werden. Das Webinterface ist ab Werk mit einem Passwort versehen, dieses findet man auf der Unterseite des Routers. Im Vergleich zu früheren Huawei Router-Modellen hat sich im Webinterface nichts geändert, das Design ist funktional, wirkt aber mittlerweile ziemlich altbacken.

Startbildschirm am Huawei B529 Webinterface.
Startbildschirm am Huawei B529 Webinterface.

Die Funktionsvielfalt hält sich in Grenzen, immerhin kann die Netztechnologie auf „nur 3G“ oder „nur LTE“ festgelegt werden und es gibt einen Schalter für externe Antennen.

Verpackung der Telekom Speedbox.
Verpackung der Telekom Speedbox.

Fazit: Gutes Gesamtpaket

Der Huawei B529 bietet zwar nicht die aktuellste Technik, kostet als Telekom Speedbox aber auch nur vergleichsweise günstige 120 Euro ohne Vertrag. Dafür bekommt man ein gutes Gesamtpaket. Im Einsatz als stationärer LTE Router erreicht das Modem hohe Geschwindigkeiten von teils über 150 Mbit/s. Der integrierte RJ45 LAN-Anschluss ist für viele ein großer Vorteil, auch die Anschlüsse für externe Antennen sind gut. Der integrierte Akku ist praktisch, dieser ermöglicht aber nur eine kurze Betriebszeit und die Internetgeschwindigkeit wird im Akku-Betrieb sehr stark gedrosselt. Dennoch: wer vorrangig einen stationären LTE-Router sucht, der ab und zu auch mal mobil verwendet werden kann, der macht mit dem Huawei B529s-23a und der Telekom Speedbox nichts falsch.

Telekom Speedbox -schwarz- 3130

Preis: EUR 119,95

(0 Rezensionen)

13 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 119,95