Mitte September 2018 hat Apple mit dem iPhone Xs sowie dem iPhone Xs Max neue Smartphones vorgestellt. Beide Geräte kamen am 21. September in den Handel. Optisch unterscheidet sich das iPhone Xs so gut wie gar nicht vom Vorgängermodell iPhone X, doch technisch hat sich einiges getan.  Beide Geräte verfügen nun über ein XMM7560 Mobilfunkmodem von Intel. Das Modem unterstützt Gigabit LTE mit 4×4 MIMO Antennen-Technik und kann bis zu 5 Downlink-Bänder via Carrier Aggregation bündeln. Grund genug, das neue iPhone Xs mit einem Speedtest im Netz der Telekom zu testen!

Gute Voraussetzungen am Test-Standort

Am Test-Standort war Telekom LTE in den Bändern 3, 7 und 8 verfügbar. Genauer gesagt: 5 MHz im Bereich um 900 MHz, 30 MHz im Bereich um 1800 MHz und 20 MHz im Bereich um 2600 MHz. Grundsätzlich also gute Voraussetzungen, um am Test-Standort sehr gute Geschwindigkeiten zu erreichen. Lediglich Band 20 (800 MHz) fehlt, dies wird in Städten von der Telekom leider immer noch nur punktuell eingesetzt.
Nun sollte man wissen, dass die Telekom Band 8 (900 MHz) derzeit nicht mit Carrier Aggregation nutzt, d.h. dieses Band kann nur „einzeln“ genutzt und nicht gebündelt werden. Für den Test standen daher am Standort insgesamt 50 MHz Funkspektrum zur Verfügung, welche via 3CA (dreifache Kanalbündelung) zusammen genutzt werden konnten. Maximal wären 375 Mbit/s im Downlink möglich (2×2 MIMO und 64QAM auf Netzseite vorausgesetzt). Das Endgerät muss natürlich 3CA mit B3+B3+B7 können. Welche CA Kombinationen das iPhone Xs kann, wird leider nirgends beschrieben.

Mobilfunk Sendemast. Bild: maxwireless.de.
Mobilfunk Sendemast. Bild: maxwireless.de.

Knapp 300 Mbit/s im Downlink mit dem iPhone Xs

Der Speedtest wurde sowohl mit der unabhängigen Speedtest App „Speedtest.net“ über verschiedene Server und an unterschiedlichen Tagen- und Tageszeiten als auch mit der Telekom eigenen Speedtest-App „DT CNE“ durchgeführt. Es wurden maximale Geschwindigkeiten von knapp 300 Mbit/s im Downlink erreicht. Dies deutet darauf hin, dass vom iPhone Carrier Aggregation mit genutzt wurde. Bestätigt wird diese Vermutung durch den iPhone Netmonitor, welcher über den Tastencode *3001#12345#* aufgerufen werden kann. Meist diente das 20 MHz breite Band 3 dem Gerät als Basis-Band, der 10 MHz breite B3 Träger sowie B7 wurden via CA hinzugeschaltet. Das iPhone unterstützt also die bei der Telekom oft eingesetzte 3CA Kombination B3+B3+B7, die erreichten Geschwindigkeiten liegen aber deutlich unter dem theoretischen Maximum. Das keine höheren Geschwindigkeiten als 300 Mbit/s erreicht wurden lag aber sicher auch daran, dass die Telekom am Test-Standort scheinbar weder 4×4 MIMO Antennen-Technik noch 256QAM im Downlink aktiviert hatte – beides kann das iPhone Xs.

 

Ein vor einigen Wochen durchgeführter Test mit dem LG G7 (Qualcomm Snapdragon X20 Modem) am gleichen Standort lieferte Geschwindigkeiten von deutlich über 300 Mbit/s, hier wurde scheinbar ebenfalls 3CA genutzt.

Ein zweiter Telekom Test-Standort lieferte lediglich 30 MHz im Band 3 (1800 MHz). Carrier Aggregation war hier mit B3+B3 nutzbar. LTE erlaubt maximal 20 MHz breite Träger, deswegen müssen 20+10 MHz via CA gebündelt werden. Das Apple iPhone Xs erreicht mehrfach Werte von über 180 Mbit/s im Downlink, damit war das Gerät deutlich schneller als Smartphones, welche lediglich den 20 MHz breiten Träger im Band 3 nutzen konnten.

Im Uplink kann das Apple iPhone Xs theoretisch 2CA und 64QAM – die Deutsche Telekom hatte an den Test-Standorten aber scheinbar keine Kanalbündelung aktiviert. Theoretisch sind mit 64QAM im Telekom LTE Netz etwa 75 Mbit/s im Uplink möglich, knapp 67 Mbit/s wurden in der Praxis erreicht, ein sehr guter Wert.

iPhone Xs ist zukunftssicher

Das Apple iPhone Xs erreichte am Test-Standort sehr gute Geschwindigkeiten nahe der 300 Mbit/s. Wäre der Standort mit einer höheren Downlink-Modulation oder 4×4 MIMO Antennen-Technik ausgestattet gewesen, wären die erreichten Datenraten sicher nochmals deutlich höher ausgefallen – das iPhone Xs kann die Technik jedenfalls nutzen und dürfte damit sehr zukunftssicher sein. Unklar bleibt lediglich, warum das iPhone die 3CA Kombination B3+B3+B7 nicht genutzt hat – hier werden wir in den nächsten Wochen weitere Tests durchführen.

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