Netgear bietet mit dem Nighthawk M1 und der AirCard 810 aktuell zwei mobile WLAN Hotspots mit sehr schnellem LTE Modem an. Der AirCard 810 Hotspot kann bis zu 600 MBit/s im Downlink nutzen und ist ab etwa 200 Euro erhältlich, der Nighthawk M1 kann sogar bis zu 1 GBit/s im Downlink erreichen und kostet rund 300 Euro. Der Nighthawk M1 hat zudem die bessere Ausstattung, doch auch der AirCard 810 Hotspot hat seine Vorteile, wie dieser Vergleich zeigt.

Links: Netgear Nighthawk M1 MR1100. Rechts: Netgear AirCard 810.
Links: Netgear Nighthawk M1 MR1100. Rechts: Netgear AirCard 810.

Von AirCard zu Nighthawk

Der Netgear AirCard 810 LTE Router (genaue Modellnummer: AC810-100EUS) ist seit Mitte 2016 in Deutschland erhältlich. Das Gerät hatte zu seinem Erscheinen das schnellste LTE Modem auf dem Markt (LTE Cat11, bis 600 MBit/s) und gehört auch heute noch zu den schnellsten mobilen WLAN Routern. Im Test von maxwireless.de machte der AC810 damals eine gute Figur. Der Netgear Nighthawk M1 (genaue Modellnummer: MR1100-100EUS) ist als direkter Nachfolger des AirCard 810 Hotspots anzusehen und seit Anfang 2018 offiziell in Deutschland erhältlich. Das Konzept der AirCard Serie wurde allerdings nur teilweise fortgeführt, bei Gehäuse-Design und Technik gab es stärkere Änderungen als zwischen AirCard 790 und AirCard 810 damals. Im Testbericht konnte der Netgear Nighthawk M1 nahezu durchweg überzeugen, lediglich der hohe Preis ist ein Kritikpunkt.

Der Akku des Netgear Nighthawk M1 bietet eine höhere Kapazität als der des AirCard 810.
Der Akku des Netgear Nighthawk M1 (rechts) bietet eine höhere Kapazität als der des AirCard 810 (links).

Ausstattung und Anschlüsse

Das Design der beiden Netgear LTE Hotspots unterscheidet sich deutlich. Der AirCard 810 Router ist deutlich kleiner als der Nighthawk M1, für einen mobilen LTE Hotspot aber trotzdem noch vergleichsweise groß. Sofort fällt beim AC810 das große Touchscreen Display auf der Front ins Auge. Auch beim Nighthawk M1 ist das Display sehr auffällig gestaltet, der runde Bildschirm hat allerdings keine Touch-Funktion. Beim Display liegt der Vorteil also klar beim AirCard 810 Router.

Netgear Nighthawk M1 und AirCard 810 Rückseite.
Netgear Nighthawk M1 und AirCard 810 Rückseite.
Netgear Nighthawk M1 und AirCard 810 Rückseite.
Netgear Nighthawk M1 und AirCard 810 Rückseite.

Bei den Anschlüssen hat der Nighthawk M1 die Nase vorn. Neben USB Typ C zum Aufladen und zur Verbindung mit dem Computer bietet der M1 einen Standard USB Anschluss zur Nutzung als Powerbank (aufladen anderer Geräte) sowie einen RJ45 Gigabit Ethernet LAN Port. Beide WLAN Hotspots sind mit zwei TS-9 Anschlüssen ausgestattet, an die eine externe Mobilfunk-Antenne angeschlossen werden kann. Der Akku ist bei beiden Geräten wechselbar, der Nighthawk M1 hat mit 5.040 mAh im Vergleich allerdings den deutlich stärkeren Akku (AC810: 2.930 mAh). Als SIM-Karte kommt in beiden Geräten eine MicroSIM zum Einsatz.

Anschlüsse beim Netgear Nighthawk M1 und AC810.
Anschlüsse beim Netgear Nighthawk M1 (unten) und AC810 (oben).

LTE Modem: Cat11 vs. Cat16

Auf dem Datenblatt ist das Qualcomm LTE Modem im Netgear Nighthawk M1 deutlich leistungsfähiger als das des AirCard 810 Routers. Der Nighthawk M1 unterstützt nicht nur bis zu vierfache Kanalbündelung (4CC CA), sondern auch die 4×4 MIMO Antennen-Technik. Der AirCard 810 Router kann maximal dreifaches Carrier Aggregation und 2×2 MIMO. Die 256QAM Modulation können beide Router-Modelle.

In der Praxis war die maximale Geschwindigkeit eher durch das Mobilfunknetz als durch den Router limitiert, daher waren zwischen den beiden Geräten diesbezüglich kaum Unterschiede feststellbar (getestet wurde mit unlimitierten Tarifen von Vodafone und Telekom). Unterschiede zeigten sich jedoch bei „einfachem“ LTE Empfang ohne Kanalbündelung. Hier war der Nighthawk M1 öfters einen kleinen Tacken schneller unterwegs. Auch im UMTS-Netz hat der Nighthawk M1 meistens ein wenig mehr Geschwindigkeit im Downlink herausgeholt als der AC810. GSM / 2G beherrschen übrigens beide Hotspots nicht.

WLAN Leistung

Der Netgear Nighthawk M1 bietet im Vergleich mit dem AirCard 810 Router die etwas bessere WLAN Sendeleistung und die etwas besseren Brutto-Datenraten, dies zeigte der Test mit mehreren Endgeräten. Rein theoretisch sind mit beiden Hotspots bis zu 768 MBit/s brutto möglich – wenn man die volle LTE Modem Geschwindigkeit nutzen möchte, sollte man also besser zur kabelgebundenen Verbindung via USB oder Ethernet LAN greifen. Beide Geräte unterstützten WLAN auf 2,4 GHz und auf 5 GHz. Einen Unterschied gibt es bei der Anzahl der maximal gleichzeitig per WLAN angebundenen Geräte: beim Nighthawk M1 sind bis zu 20 gleichzeitige Nutzer möglich, beim AC810 nur 15.

Der Netgear AirCard 810 Router und der Netgear Nighthawk M1 Router.
Der Netgear AirCard 810 Router und der Netgear Nighthawk M1 Router.

Sowohl der Netgear AC810 als auch der Netgear Nighthawk M1 bieten eine sogenannte Offload Funktion an, auch als „WLAN Extender“ bekannt. Der Nutzer kann als Alternative zum integrierten Mobilfunk-Modem eine bestehende WLAN-Verbindung als Internetzugang verwenden. Beim Nighthawk M1 kann der Internetzugang alternativ auch über die RJ45 LAN Schnittstelle hergestellt werden. Die Offload Funktion ist insbesondere in Hotels, auf Veranstaltungen oder in den heimischen vier Wänden interessant und kann dabei helfen, Datenvolumen auf dem Mobilfunk-Tarif zu sparen.

Bedienung und Software

Bei der Bedienung und Konfiguration unterscheiden sich die beiden Netgear LTE Router nur minimal. Der AirCard 810 Hotspot bietet natürlich den Vorteil des Touchscreen-Displays, einige Einstellungen können daher ganz bequem direkt am Router vorgenommen werden. Beim Nighthawk M1 muss man entweder das Webinterface über einen Browser aufrufen oder die Netgear Mobile App (für Android und iOS verfügbar) nutzen. Möchte man beim AC810 mehr als nur Basis-Sachen ändern, muss man allerdings auch dort das Webinterface bzw. die App verwenden.

Das Webinterface bietet beim Netgear Nighthawk M1 im Vergleich etwas mehr Funktionen, allerdings ist der AC810 hier auch keinesfalls schlecht aufgestellt. Beide Geräte lassen sich einfach und unkompliziert bedienen, die App eignet sich für technisch weniger versierte Nutzer eventuell sogar noch etwas besser zur Bedienung als das Webinterface.

Vergleich: Netgear AirCard 810 und Netgear Nighthawk M1.
Vergleich: Netgear AirCard 810 und Netgear Nighthawk M1.

Fazit

Im direkten Vergleich ist der Nighthawk M1 klar der bessere Router. Das Modem ist besser und sorgt im Schnitt für höhere Datenraten, es gibt einen RJ45 LAN-Anschluss und der Akku wurde im Vergleich zur AirCard 810 noch einmal deutlich verbessert. Der Verzicht auf einen Touchscreen ist angesichts des hohen Preises von rund 300 Euro zwar schade, dank sehr ordentlicher App aber zu verschmerzen. Beim WLAN bietet der Nighthawk M1 ebenfalls Vorteile im Vergleich zum AC810, die Reichweite ist etwas besser und die Datenraten sind in vielen Situationen höher.
Wer bereit ist, den aktuell noch recht hohen Preis zu bezahlen, bekommt mit dem Nighthawk M1 klar den besseren mobilen Hotspot. Doch der AirCard 810 Router gehört deswegen noch lange nicht zum alten Eisen: im Vergleich zum Nighthawk M1 bietet das Gerät ein kompakteres und Hosentaschen-Taugliches Gehäuse und kann per Touchscreen bedient werden. Bei der Technik muss man nur wenig Kompromisse eingehen, die Software ist in großen Teilen identisch. Für rund 200 Euro macht man mit dem AC810 nichts falsch.

Netgear AC810-100EUS Aircard Mobiler Hotspot Router (4G LTE, Cat 11, 600 Mbit/s, 11ac, Powerbank, ohne SIM-Lock) schwarz

Preis: EUR 198,83

3.6 von 5 Sternen (296 Rezensionen)

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