Die Deutsche Telekom Tochter T-Mobile US hat in der Stadt Cheyenne im US-Bundesstaat Wyoming den weltweit ersten LTE Sender im Frequenzbereich um 600 MHz in Betrieb genommen. T-Mobile US hatte im April 2017 bei einer großen Frequenzauktion fast 8 Milliarden US-Dollar für Funkspektrum im sogenannten Low-Band Bereich (um 600 MHz) ausgegeben und plant, bis Ende des Jahres rund 321 Millionen US-Bürger mit LTE zu versorgen. LTE im Bereich um 600 MHz bietet sowohl für den Anbieter als auch für den Kunden viele Vorteile.

T-Mobile US Spektrum um 600 MHz

T-Mobile besitzt im 600 MHz Bereich in allen Bundesstaaten sowie in Puerto Rico zwischen 20 und 50 Megahertz an Funkspektrum, wie die unten eingebettete Grafik zeigt. Besonders in den Bundesstaaten mit viel ländlichen Gebieten ist T-Mobile gut mit Spektrum versorgt, was den Landbewohnern sehr zugute kommen dürfte. Allerdings ist derzeit noch nicht der komplette Frequenzbereich für T-Mobile US nutzbar, denn Teile des 600 MHz Bereiches sind noch mit anderen Funkdiensten belegt und werden erst nach und nach für den Mobilfunk freigeräumt.

Ähnlich ist es auch in Deutschland mit dem Frequenzbereich um 700 MHz, auch hierzulande wird das Spektrum erst nach und nach von DVB-T freigegeben, ab 2019 soll es deutschlandweit für LTE nutzbar sein. Bei T-Mobile US sollen bis Ende 2017 immerhin überall schon mindestens 10 MHz im 600 MHz Bereich für LTE nutzbar sein.

Sehr gute Reichweite mit LTE 600

T-Mobile US wird 600 MHz LTE (Band 71) vor allem in ländlichen Regionen einsetzen, wo die Bevölkerungsdichte vergleichsweise gering ist und die LTE Netzabdeckung bislang noch nicht optimal ist. Das Spektrum um 600 MHz ermöglicht eine großflächige Versorgung ganzer Landstriche mit nur wenigen Basisstationen, das Signal reicht bei Bedarf viele Kilometer weit. Zudem ist die Gebäude-Durchdringung mit dem 600 MHz Signal vergleichsweise gut, T-Mobile US kann daher auf dem Land recht kostengünstig ein LTE Netz mit guter Reichweite und guter Indoor-Versorgung aufbauen. Was LTE im Bereich um 600 MHz nicht bieten kann sind extrem hohe Datenraten, dazu ist in den meisten Fällen zu wenig Funkspektrum verfügbar und die Zellen sind vermutlich zu groß. In dichter besiedelten Bereichen wird T-Mobile US daher weiteres Funkspektrum per Carrier Aggregation dazu bündeln müssen, damit die 600 MHz Zellen nicht überlastet werden.

Endgeräte fehlen noch

Auch wenn in Cheyenne (Wyoming) nun die erste 600 MHz LTE Basisstation aktiviert wurde, können wohl vorerst nur einige wenige Test-Nutzer davon profitieren. Endgeräte wie Smartphones oder MBB Devices mit Unterstützung für den 600 MHz Frequenzbereich (Band 71) gibt es nämlich bislang noch nicht. Laut T-Mobile US hat der Chipsatz- und Modem-Hersteller Qualcomm aber bereits marktreife Lösungen vorgestellt und die beiden Endgeräte-Hersteller Samsung und LG planen im 4. Quartal 2017 den Marktstart von ersten Geräten, die LTE Band 71 unterstützen.