Der Netzwerk-Ausrüster Nokia hat im US-Bundesstaat Texas LTE im Frequenzbereich um 600 MHz getestet. Zum Einsatz kam kommerziell verfügbare LTE Hardware von Nokia und die maximale Datenrate lag bei 387 MBit/s im Downlink. Das Low-Band Spektrum um 600 MHz wird in den Vereinigten Staaten derzeit von der FCC versteigert, Nokia erwartet künftig die Nutzung von LTE-Diensten in diesem Bereich. In Deutschland bzw. Europa ist LTE auf 600 MHz nicht geplant, da darüber das DVB-T2 TV-Signal verbreitet wird.

600 MHz kombiniert mit 4.5G

Nokia hat natürlich nicht nur einen „einfachen“ LTE Test im Frequenzbereich um 600 MHz durchgeführt, sondern direkt viele für 4.5G / LTE Advanced Pro wichtigen Technologien mit aktiviert. So kam die 256QAM Modulation zum Einsatz und die 4×4 MIMO Antennen-Technik wurde ebenfalls genutzt. Mit dem insgesamt 20 MHz breiten Frequenzblock im 600 MHz Bereich waren so bis zu 387 MBit/s im Downlink möglich. Die Uplink Datenrate hat Nokia in der Pressemeldung nicht verraten.

Große Funkzellen möglich

Nokia erwartet, dass die Gewinner der LTE 600 Auktion das Spektrum vor allem zum Ausbau in der Fläche einsetzen, da sich der Frequenzbereich ideal zur Abdeckung großer Gebiete eignet (große Funkzellen möglich). Aber auch in städtischen Gebieten profitiert man laut Nokia, denn durch Carrier Aggregation kann die Kapazität in den vorhandenen Netzen verbessert werden und die Indoor-Versorgung ist mit dem 600 MHz Band einfacher möglich.

Noch keine Endgeräte

Für das 600 MHz Band gibt es bislang noch keine Endgeräte, sodass Kunden wohl ein neues Smartphone oder ein neues Modem kaufen müssen, wenn sie von der verbesserten Netzabdeckung bzw. der besseren Performance profitieren möchten. Es ist allerdings zu erwarten, das LTE 600 bei künftigen Smartphones großer Hersteller schon aktiviert ist, zumindest wenn sie im nordamerikanischen Raum verkauft werden.