Die Deutsche Telekom stellt auf dem MWC 2016 in Barcelona die Funktionsweise der embedded SIM (eSIM) anhand einer Demo auf dem Messestand vor. Die SIM-Karte der Zukunft ist fest im Endgerät integriert, dadurch werden einige neue Dienste und Services ermöglicht und die Handhabung soll für den Verbraucher deutlich einfacher werden. Auch wenn der Standard für die eSIM voraussichtlich erst im Frühjahr 2016 endgültig verabschiedet wird, die Demo der Telekom zeigt schon mal, wie die Einrichtung von Endgeräten künftig ablaufen könnte.

SIM-Daten via QR-Code
Auf dem Messestand hatte die Deutsche Telekom ein Samsung Galaxy S6 edge+ Smartphone so präpariert, dass es mit neuen SIM-Karten-Daten bespielt werden konnte. Natürlich hatte das Gerät noch keine eSIM integriert sondern noch eine gewöhnliche SIM-Karte, doch das Szenario entsprach dem, wie es künftig bei eSIM Smartphones zum Einsatz kommen soll. Auf einem Computer wurde erst ein Mobilfunkvertrag (Tarif: MagentaMobile M 2018) abgeschlossen, danach wurde dann ein QR-Code generiert und angezeigt. Auf dem Smartphone war eine eSIM App installiert, auf der man dann per Knopfdruck ein SIM-Karten-Profil hinzufügen konnte. Der QR-Code musste mit der Kamera des Samsung Smartphones eingescannt werden, danach hat sich das Mobiltelefon das SIM-Profil heruntergeladen und das Gerät war einsatzbereit.


Der Vorgang hat insgesamt nur wenige Sekunden gedauert – für den Kunden entspricht das unter Umständen einer Zeitersparnis von mehreren Tagen. Bislang muss nach Abschluss eines Mobilfunkvertrages erst die SIM-Karte per Post an den Kunden versendet werden, künftig kann man den Mobilfunk-Tarif womöglich sofort nach dem Online-Abschluss mit dem vorhandenen eSIM Smartphone nutzen.

Einfache Multi-SIM Lösung
Die eSIM eignet sich ideal für die Anbindung von weiteren Geräten oder gar Gegenständen an das Mobilfunknetz. So kann zum Beispiel eine Smartwatch oder ein Fitness-Armband mit einer eSIM ausgestattet werden, oder aber auch der Kühlschrank oder die Waschmaschine. Mit einer Art Multi-SIM Lösung könnten alle Geräte dem gleichen Mobilfunk-Vertrag bei der Telekom zugeordnet werden, sodass man nicht für jedes Endgerät einen separaten Vertrag abschließen muss. Die Telekom hat die Vorgehensweise auf dem MWC Messestand anhand eines „vernetzten Teddy-Bären“ gezeigt. Dieser war mit einem Barcode ausgestattet, der mit der Smartphone-Kamera und der eSIM-App auf dem Smartphone gescannt wurde. Daraufhin wurde der Teddy in der App als weiteres „Endgerät“ angezeigt und dem Vertrag zugeordnet.

Wie genau die eSIM-Karte in solchen Zusatz-Geräten künftig mit den Daten bespielt wird, ist aber laut Telekom Mitarbeiter noch unklar. Am wahrscheinlichsten ist derzeit eine Lösung, bei der ein zentraler Server für die Verteilung der eSIM Profile zuständig ist. Hier muss aber noch geklärt werden, welche Organisation diesen Server betreibt und wie die Finanzierung aussehen wird. Bei den derzeitigen eSIM Lösungen von Vodafone und O2 (Samsung Gear S2 classic 3G Smartwatch) wird das SIM-Profil per Bluetooth an das Endgerät übertragen, das ist im finalen eSIM-Standard wohl eher nicht mehr der Fall.

Einsatz ab 2017
Die Deutsche Telekom hat sich – anders als Vodafone und O2 – explizit gegen eine frühe Einführung der eSIM entschieden, da man die Standardisierung abwarten will und dann zusammen mit den Endgeräte-Herstellern eine zuverlässige Lösung aufbauen möchte. Erste Endgeräte mit eSIM werden für das Jahr 2017 erwartet, bis dahin dürfte dann auch feststehen, wie flexibel die eSIM-Lösung der Telekom wirklich sein wird und ob die eSIM nicht nur einen Vorteil für den Netzbetreiber, sondern auch für den Kunden hat.