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Als erster Anbieter in Europa hat die Schweizer Swisscom angekündigt, die Standards FDD-LTE und TDD-LTE mittels Carrier Aggregation zu bündeln, um so noch höhere Geschwindigkeiten im LTE-Netz zu ermöglichen. Bislang wird in der Schweiz – wie auch im Rest Europas – der FDD Standard für LTE eingesetzt, bei dem der Downlink und der Uplink auf getrennten Frequenzbereichen liegen (FDD = Frequency Division Duplex). Das TDD-Verfahren wird derzeit vorrangig im asiatischen Raum eingesetzt, dort liegen Uplink und Downlink im gleichen Frequenzbereich, die Trennung der Signale erfolgt durch Zeitschlitze (TDD = Time Division Duplex).

Ab 2016 im Live-Betrieb
Swisscom arbeitet eng mit dem Netzwerk-Ausrüster Ericsson und dem Chipsatz-Entwickler Qualcomm zusammen, um die Technik für den kommerziellen Einsatz vorzubereiten. Ericsson liefert die notwendige Netztechnik samt Software, während Qualcomm die Chipsätze für die Endgeräte entwickelt und liefert. Seit kurzem ist die Technik im Swisscom Füsslishop in Zürich verfügbar, der Live-Betrieb für alle Swisscom Nutzer soll voraussichtlich im Sommer 2016 starten – dann sind über die Kombination aus FDD und TDD LTE in Ballungszentren bis zu 335 MBit/s im Downlink möglich.

Swisscom Sender
Ein Swisscom LTE Sender

Dreifaches Carrier Aggregation
Damit die verschiedenen Frequenzbereiche gebündelt werden können, kommt die Carrier Aggregation Technik zum Einsatz, welche auch in Deutschland bereits von der Deutschen Telekom und von Vodafone für LTE Cat6 verwendet wird. Swisscom setzt als einer der ersten Anbieter in Europa auf dreifaches Carrier Aggregation, es werden also drei verschiedene Frequenz-Blöcke gebündelt, um möglichst hohe Datenraten zu ermöglichen. Bislang wird meistens nur zweifaches Carrier Aggregation genutzt, etwa um FDD LTE auf 1800 und 2600 Megahertz zu bündeln. Details zum Carrier Aggregation verfahren hatten wir vor einiger Zeit in diesem Artikel beschrieben.

Neue Hardware notwendig
Nicht nur die Netztechnik muss die Kombination von FDD und TDD LTE beherrschen, auch die Hardware wie Smartphones, Tablets und mobile Hotspots brauchen einen entsprechenden Chipsatz, der beide LTE-Verfahren versteht und zudem die Bündelung via Carrier Aggregation beherrscht. Laut Swisscom ist mit ersten entsprechenden Endgeräten ab Sommer 2016 zu rechnen, also pünktlich zum Start des Live-Betriebs in ersten Schweizer Ballungsräumen.

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