Speedtest iPhone 6s

Die 2015er Apple iPhone Generation hat nicht nur Verbesserungen bei Display und Kamera erhalten, auch das Modem wurde deutlich verbessert und kann nun LTE Advanced der Kategorie 6. In der Theorie sind mit dem iPhone 6s und dem iPhone 6s Plus so bis zu 300 Megabit pro Sekunde im Downlink und 50 MBit/s im Uplink möglich. Die Vorgänger-Generation konnte maximal 150 MBit/s nutzen. Möglich wird die Geschwindigkeits-Steigerung durch das sogenannte Carrier Aggregation (Kanalbündelung). Doch was merkt man von der Technik in der Realität? Ich bin mit meinem Apple iPhone 6s nach Bonn gefahren und habe dort mit einem Telekom Data Comfort L Tarif das neue iPhone im LTE Cat6 Netz getestet.

LTE-Advanced iPhone 6s

LTE Cat6 in Bonn und weiteren Städten
Für meinen kleinen Test mit dem iPhone 6s habe ich mir nicht ohne Grund die Stadt Bonn ausgesucht. Die Deutsche Telekom versorgt große Teile des Bonner Stadtgebietes mit LTE Advanced Cat6. Dafür hat der Anbieter an vielen Sende-Standorten sowohl Sender für LTE auf 1800 Megahertz als auch Sender für 2600 MHz aktiviert. Beide Frequenzbereiche werden mittels Carrier Aggregation gebündelt, wenn man ein passendes Endgerät verwendet. Auch in vielen anderen Städten hat die Telekom bereits Carrier Aggregation aktiviert, außerdem sind einige Flughäfen, Bahnhöfe und Fußballstadien versorgt. In Kleinstädten und auf dem Land ist LTE Advanced derzeit aber eher selten bis gar nicht zu finden.

Vodafone und Telefónica
Neben der Telekom bietet auch Vodafone LTE Advanced Cat6 mit Carrier Aggregation an, allerdings sind dort nur maximal 225 MBit/s möglich, da Vodafone derzeit weniger Frequenzspektrum einsetzt als die Telekom, wo bis zu 300 MBit/s möglich sind. Telefónica O2 führt bereits erste Tests mit LTE Cat6 durch, hat den Service jedoch noch nicht offiziell gestartet – auch hier werden vermutlich erstmal nur 225 MBit/s möglich sein, wenn der Dienst aktiviert wird.

Die Messergebnisse auf dem iPhone 6s
Die Messergebnisse auf dem iPhone 6s

Keine Anzeige im iPhone Display
Das Apple iPhone 6s zeigt im Display nicht an, ob LTE Advanced zur Verfügung steht oder „nur“ normales LTE. Bei Android Smartphones ist das anders, dort wird oft mit einem „LTE+“ oder einem „4G+“ die Verfügbarkeit der Technik signalisiert, sodass man direkt weiß, wenn LTE Advanced zur Verfügung steht. Für meinen Test habe ich daher ein Samsung Galaxy Alpha mitgenommen, damit ich zumindest ansatzweise sicher sein kann, dass das iPhone 6s am Standort die Kanalbündelung nutzen kann.

Der Netmonitor des Samsung Galaxy Alpha zeigt: es ist Carrier Aggregation verfügbar.
Der Netmonitor des Samsung Galaxy Alpha zeigt: es ist Carrier Aggregation verfügbar.

Test: Datenraten weit unter dem Maximum
Im Test an diversen Standorten im Bonner Stadtgebiet zeigte sich, dass die Datenraten im Downlink sehr stark schwankten, während sie im Uplink äußerst konstant waren. Die Tests wurden mittags durchgeführt, zum Einsatz kam die speedtest.net iPhone App mit einem Server, der sich bei vorherigen Tests als zuverlässig und schnell erwiesen hat. Im Download konnte das iPhone bis zu 180 MBit/s erreichen, oft waren aber auch „nur “ etwas über 150 MBit/s möglich. Natürlich gab es auch einige Messungen, die noch deutlich niedrigere Datenraten ergaben. Im Uplink gab es dagegen bei fast jeder Messung das gleiche Bild: zwischen 38 und 44 MBit/s waren möglich, was recht nah am theoretischen Maximum von 50 MBit/s liegt.

Im Downlink erreichte das iPhone 6s also nur Datenraten, die weit unter dem Maximum von 300 MBit/s lagen. Der Test hat jedoch ebenfalls gezeigt, dass das iPhone 6s trotzdem noch deutlich schneller als sein Vorgänger ist. Zu einer anderen Tageszeit, bei besseren Empfangsbedingungen oder an anderen Standorten sind sicher auch noch deutlich höhere Datenraten möglich als in meinem Test erreicht wurden.