Vodafone hat bereits ein gut ausgebautes LTE-Netz auf den Frequenzbändern um 800 Megahertz, nun wird in den Großstädten zusätzlich auch massiv LTE auf 2600 MHz aufgeschaltet. Sowohl in München als auch in Nürnberg und Köln war LTE2600 deutlich besser zu empfangen als ich bisher vermutet hatte – so war in München zum Beispiel ein Großteil der Innenstadt von Hauptbahnhof über Stachus bis hinter den Marienplatz gut versorgt. Die Geschwindigkeiten konnten leider noch nicht vollständig überzeugen…

Hardware und Tarif schneller als das Netz
Als Testgerät kam ein Samsung Galaxy S4 mini samt Vodafone MobileInternet Flat 50,0 Tarif zum Einsatz. Das Smartphone kann LTE Kategorie 3 mit maximal 100 MBit/s, der Tarif und das LTE-Netz auf 2600 MHz sind laut Vodafone für maximal 150 MBit/s im Download (LTE Kategorie 4) freigeschaltet. Das Samsung habe ich im LTE2600-only Modus betrieben, damit auch wirklich nur dieses Frequenzband genutzt wird.
In einem ersten Test stellte sich heraus, dass das Endgerät in den allermeisten Fällen das deutlich stärkere 800er LTE-Signal nutzt, auch wenn LTE2600 verfügbar ist. Hier ist also seitens Vodafone bzw. seitens der Geräte-Hersteller noch Optimierungsbedarf, sonst nutzt der parallele Einsatz der 800- und 2600 MHz Frequenzbänder zumindest ohne Carrier Aggregation nicht viel.

Vodafone-LTE2600

LTE2600 von Vodafone im Detail
Vodafone setzt LTE auf 2600 MHz durchweg mit einem 20 MHz breiten Spektrum sowohl im Downlink als auch im Uplink ein. Damit ist die Bandbreite doppelt so hoch wie im 800 MHz Band, hier steht den drei Netzbetreibern Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica O2 nur jeweils 10 MHz für den Downlink und den Uplink zur Verfügung.
Zur Reichweite von LTE2600 kann ich leider keine Aussagen treffen, da mir die genauen Standorte der eNodeBs nicht bekannt sind. Eines ist allerdings sicher: entweder ist die Reichweite besser, als allgemein vermutet, oder Vodafone hat zumindest in Nürnberg und München schon deutlich mehr als nur einen Standort im 2600 MHz Band aktiv.

Geschwindigkeiten und Latenzzeiten
Die Geschwindigkeiten waren leider durchweg deutlich unter den maximal möglichen 100 Megabit/s des Galaxy S4 mini und damit natürlich auch unter den von Vodafone beworbenen 150 MBit/s. Die höchsten Datenraten konnte ich an einem Donnerstag Abend am Münchner Marienplatz messen, hier waren rund 50 MBit/s im Download und 25 MBit/s im Upload möglich. Die weiteren Messungen in München, Nürnberg und Köln zeigten Geschwindigkeiten zwischen 30 und 40 MBit/s im Download, die Ping-Zeiten lagen durchweg zwischen 40 und 50 Millisekunden – für LTE alles andere als bemerkenswert.

LTE2600-Speedtest

Da an allen Test-Standorten jeweils auch LTE800 verfügbar war, lag ein Vergleich der Geschwindigkeiten nahe. In den meisten Fällen war die Geschwindigkeit über LTE2600 zumindest im Download tatsächlich etwas besser, insgesamt waren die Unterschiede aber geringer, als man vermuten könnte.

Fazit: sinnvoller Netzausbau mit viel Potential
Abschließend lässt sich sagen, dass Vodafone den Ausbau von LTE auf dem 2600 MHz Band in den letzten Wochen und Monaten scheinbar besonders forciert hat und nun zumindest in den Innenstadt-Bereichen einiger Großstädte schon ein passables Netz vorweisen kann. Wichtig ist nun nicht nur, die Geschwindigkeit im Netz zu erhöhen, sondern vor Allem auch ein zuverlässiges Einbuchen der Endgeräte in das höhere Frequenzband zu gewährleisten, sodass das 800er Netz entlastet wird. Hier sehe ich großes Potential für die Carrier-Aggregation Technologie, mit der Endgeräte die Frequenzbänder um 800- und 2600 Megahertz gleichzeitig nutzen können. Aktuell mag das auf Grund der überschaubaren Anzahl an LTE-Nutzern zwar noch nicht als dringend erscheinen, aber schon in wenigen Jahren dürfte LTE2600 für Vodafone in den Städten ein wichtiges Frequenzband darstellen.

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