Ericsson auf dem MWC: VoLTE, LTE-Broadcast und mehr!

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In wenigen Tagen beginnt der Mobile World Congress, die größte Mobilfunk-Messe der Welt. Leider kann ich auch dieses Jahr nicht persönlich vor Ort sein, werde aber natürlich über die interessanten Neuheiten der Aussteller berichten. Den Anfang macht heute der Netzausrüster Ericsson, der diverse interessante Technologien auf seinem Stand vorstellen wird – darunter auch sehr vielversprechende Dinge wie VoLTE, LTE-Advanced und LTE-Broadcast.

LTE-Broadcast: Streaming-Dienste via LTE kommen!

Die meiner Meinung nach interessanteste Technologie, die Ericsson auf dem MWC vorstellt, ist LTE-Broadcast. Der Gedanke hinter dieser Erweiterung für bestehende LTE-Netze besteht darin, Streaming etwa von HD-TV möglichst „platzsparend“ über LTE zu ermöglichen. Bisher ist es so, dass zum Beispiel ein HD-Stream einer Fernsehsendung pro Computer etwa 8 MBit/s verbraucht – selbst eine sehr leistungsfähige Funkzelle kommt da schnell an ihr Limit, wenn mehrere Nutzer solche Dienste nutzen. LTE-Broadcast ermöglicht es dem Betreiber, identische Datenpakete so auszustrahlen, dass pro Zelle nur einmal 8 MBit/s verbraucht werden – zum Beispiel, wenn Abends während der Tagesschau 20 Nutzer gleichzeitig den gleichen Fernsehsender über LTE schauen.

Die Netzbetreiber sind selbstverständlich schon ganz gespannt auf LTE-Broadcast und würden es lieber heute als morgen einsetzen – immerhin versprechen TV-Dienste via LTE zusätzliche Einnahmen. Ohne LTE-Broadcast sind solche Angebote für die Netzbetreiber nicht rentabel. Vor 2015 sollte man aber nicht mit einer marktreifen LTE-Broadcast Lösung rechnen.

LTE-Advanced: auf dem Weg zur Serienreife

Ein großes Thema ist auch in diesem Jahr LTE-Advanced. Die nächste Stufe von LTE wird schon seit einigen Jahren eifrig getestet und Ericsson demonstriert auch dieses Jahr wieder die Leistungsfähigkeit – 1 Gigabit/s im Downlink sind mit immer kleinerer Hardware und immer ausgeklügelteren Antennensystemen möglich. Im Fokus steht laut Ericsson das weltweit kleinste, aktive 8×8 MIMO Antennensystem. Ein Zukunftsthema sind heterogene Netze aus kleinen und großen Funkzellen, die durch Vermeidung von Interferenzen noch bessere Leistungen am Rand der Funkzelle bieten sollen.

Carrier Aggregation (Trägerbündelung) ermöglicht den Netzbetreibern unter LTE-Advanced in Zukunft eine deutlich effizientere Nutzung ihres knappen Frequenzsprektrums und beschert den Nutzern nicht nur deutlich bessere Datenraten in der Spitze, sondern sorgt auch bei hoher Auslastung für genügend Kapazität. Auf dem Messe-Stand sind Demonstrationen mit Carrier-Aggregation-fähigen Chipsätzen und Endgeräten von Qualcomm zu sehen, sowohl via LTE-FDD als auch über LTE-TDD.

Voice over LTE: Einsatz schon in diesem Jahr denkbar

Voice over LTE (VoLTE) dürfte von den drei in diesem Artikel vorgestellten Themen am weitesten an der Serienreife dran sein und könnte schon dieses Jahr in Deutschland zum Einsatz kommen – die Netzbetreiber sind jedenfalls schon eifrig am Testen, wie O2 kürzlich ganz stolz mitteilte. Im Fokus steht auf dem MWC dieses Jahr nicht etwa VoLTE an sich, sondern besonders die Handover-Verbindungen zu 3G- und 2G-Netzwerken. Auch hier zeigt Ericsson zusammen mit Qualcomm an Serienreifen Chipsätzen, wie gut diese Technik schon funktioniert

VoLTE wird aber nicht nur einfach Telefon-Gespräche im LTE-Netz ermöglichen, auch die Sprachqualität soll deutlich verbessert werden. Ericsson spricht von HD-Voice, das Fraunhofer Institut aus Erlangen demonstriert in Barcelona nach eigenen Aussagen sogar FullHD-Voice.

Quelle: telekom-presse.at