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Telefónica O2 hat in einem Test den nach eigenen Angaben ersten erfolgreichen Handover eines Telefonats im LTE-Netz auf ein UMTS-Netz mit Netztechnik verschiedener Lieferanten demonstriert. Bisher ist VoLTE (Voice over LTE) noch nicht im Netz integriert, da die Übergabe der Telefonverbindung (Handover) vom IP-basierten LTE-Netz auf das leitungsbasierte UMTS- oder GSM-Netz eine große Herausforderung darstellt. Der SRVCC-Standard (Single Radio Voice Call Continuity) ermöglicht eben diesen Handover und wurde nun erstmals erfolgreich von O2 getestet – außerhalb von Laborbedingungen und mit Equipment verschiedener Netzausrüster wie etwa Ericsson, Huawei, NSN, Qualcomm und Sony Mobile.

Ähnliche Tests gab es auch schon früher, jedoch kam hier einheitliche Hardware (etwa nur von Huawei) zum Einsatz, was nicht der Realität bei den Netzbetreibern entspricht, wo meist mehrere Hardware-Generationen verschiedenster Netzwerkausrüster nebeneinander arbeiten. O2 nutzt nach eigener Angabe für VoLTE den gleichen IMS-Core, der bereits für DSL-Telefonate über VoIP genutzt wird, außerdem wird die selbe HLR (Teilnehmer-Datenbank) für LTE, GSM und UMTS genutzt.

Wann genau O2 VoLTE in sein Mobilfunknetz integriert ist bisher noch unbekannt, eventuell werden genauere Informationen auf dem MWC (Mobile World Congress) Ende Februar bekannt gegeben. Die Konkurrenten Vodafone und Deutsche Telekom planen die Einführung von VoLTE noch in diesem Jahr, laut Vodafone ist allerdings eher gegen Ende des Jahres mit der erfolgreichen Implementierung zu rechnen. Auch die LTE-Smartphones benötigen dann ein Software-Update, um VoLTE nutzen zu können – bisher wird für Telefonate CSFB (Cirquit Switched Fallback) genutzt, das Endgerät wechselt für Telefonate also auf ein UMTS- oder GSM-Netzwerk.

Netztechnik

Was ist der IMS-Core?

Das IMS (IP Multimedia Subsystem) ist im Grunde eine Sammlung von Spezifikationen, welche den standardisierten Zugriff auf Dienste aus unterschiedlichen Netzwerken ermöglichen soll. Sämtliche Kommunikation erfolgt IP-basiert, wobei auch ältere Netzwerke wie UMTS oder GSM unterstützt werden. Ein Beispiel: das Mobilfunknetz ist mit SRVCC ausgestattet und es wird im LTE-Netz ein Anruf aufgebaut. Für diese Verbindung ist der IMS-Core zuständig, da es eine vollständige IP-Verbindung  ist. Doch auch bei einem Handover auf UMTS (bspw. wegen zum schlechtem LTE-Empfang) wird der IMS-Core weiterhin für die Verbindung genutzt, obwohl das Telefonat nun leitungsvermittelt und nicht mehr paketvermittelt abgewickelt wird. Wäre der Anruf direkt im UMTS- oder GSM-Netz getätigt worden, so wäre der IMS-Core nicht zuständig gewesen.

SRVCC: später auch „rückwärts“ möglich

In Zukunft soll SRVCC auch in die andere Richtung möglich sein. Telefónica Pressesprecher Markus-Oliver Göbel sagte im Gespräch mit maxwireless.de:

„Später könnte man die zentrale Stellung des IMS sogar noch weiter ausbauen: Dann könnte es auch noch andere Szenarien steuern. Beispielsweise könnte es auch die rSRVCC kontrollieren. Das ist die reverse Single Radio Voice Call Continuity, also der Handover von 2G/3G ins LTE-Netz. Im Rahmen der Konsolidierung von Netzkomponenten könnte man das alles im IMS zusammenführen“

Quellen: Telefónica DeutschlandWikipedia,