Update: Kollege Rene hat den GT-B3800 nun doch noch im Vodafone LTE Netz zum Laufen gebracht. Mehr dazu im Kapitel „Empfang und Datenraten„.

Der Samsung GT-B3800 Mobile LTE Hotspot wurde bereits auf der IFA 2011 in Berlin ausgestellt, Vodafone wollte das Gerät damals in sein Sortiment aufnehmen. Leider ist daraus bis heute nichts geworden – doch vielleicht hat es ja einen Grund? In unserem Test versagt der Triband LTE MiFi von Samsung nämlich auf ganzer Linie. Doch der Reihe nach:

Technische Daten des Samsung GT-B3800:

  • LTE nach Kategorie 3 (bis zu 100 MBit/s down, bis zu 50 MBit/s up)
  • LTE Frequenzen: 800 / 1800 / 2600 MHz
  • UMTS mit DC-HSPA+ (bis zu 42 MBit/s im Download)
  • UMTS Frequenzen: 900 /2100 MHz
  • EDGE/GPRS auf 900 / 1800 MHz
  • WLAN 802.11 b/g/n (bis zu 10 Geräte koppelbar)
  • Akku mit 1650mAh

Lieferumfang und erster Eindruck

Die kleine Verpackung des Samsung GT-B3800 beinhaltet erfreulich viel Zubehör: neben dem mobilen Hotspot findet man ein Steckernetzteil zum Aufladen an der Steckdose sowie ein MicroUSB Kabel. Die Konkurrenz verzichtet gewöhnlich auf das Steckernetzteil und packt nur das USB Kabel rein. Weiter ist natürlich der übliche „Papierkram“ in Form einer Garantiekarte und einer mehrsprachigen Kurzanleitung enthalten.

Der erste Eindruck ist sehr gut! Der Samsung GT-B3800 ist gut verarbeitet und liegt sehr gut in der Hand, da die Oberfläche komplett gummiert ist. Außerdem ist die Größe sehr angenehm, das Gerät ist kleiner und dünner als die Konkurrenzmodelle von Huawei, ZTE und co. Nachdem man die Simkarte und den Akku eingelegt hat, lässt sich der Samsung GT-B3800 LTE Hot Spot mit einem kurzen Druck auf die Power-Taste auf der Front starten. Weitere Tasten gibt es übrigens nicht, lediglich ein gut geschützter MicroUSB-Anschluss findet sich auf der Seite.

Inbetriebnahme und Einstellungsmöglichkeiten

Bis hier hin ist also alles Bestens – nehmen wir das gute Stück also mal in Betrieb. Dazu muss man sich nach dem Einschalten ein W-LAN Gerät mit dem Hotspot verbinden, wobei das erste Problem aufkommt: das Passwort für das W-LAN Netzwerk ist nirgends am Gerät aufgedruckt, man muss in der Bedienungsanleitung nachsehen und stellt fest, dass jeder Router im Auslieferungszustand das selbe Passwort hat: 00000000. Sicherheits-Technisch gesehen ist dieses Verfahren veraltet und trübt den guten Eindruck etwas. Das gleiche Passwort braucht man dann auch, um sich in das Web-Interface einzuloggen, dass man unter 192.168.1.1 erreicht.

Das Web-Interface ist zwar recht ansprechend gestaltet, liegt aber Funktional vor Allem im Funkbereich um Weiten hinter allen bisher getesteten mobilen Hotspots zurück. Es fängt schon damit an, dass man lediglich Englisch als Menüsprache auswählen kann. Für mich persönlich kein Problem, für andere Nutzer vielleicht schon. Viel schlimmer ist allerdings, dass man die verwendete Netztechnik nicht manuell festlegen kann. In Regionen mit schlechtem Empfang wählt der Samsung GT-B3800 dann oft das 2G Netz, obwohl 3G schwach verfügbar wäre. Für das LTE Netz gibt es zwar eine manuelle Suche, allerdings scheint diese nicht zu funktionieren, zumindest zeigt sie keinerlei Wirkung. Das einzig vorbildliche sind die guten Einstellungsmöglichkeiten im Bereich LAN/W-LAN, hier ist der Samsung GT-B3800 auf Höhe der Konkurrenz.

Empfang und Datenraten

Jetzt kommt der Teil des Testberichts, in dem der Samsung GT-B3800 leider komplett versagt: das Gerät bucht sich nicht in das LTE Netz ein. Wir haben an diversen Standorten mit Simkarten von Telekom und Vodafone getestet, aber der Hotspot scheint nur die UMTS Netze zu erkennen. Theoretisch werden die LTE Frequenzen 800/1800/2600 MHz unterstützt, daher haben wir natürlich auch Standorte mit verschiedenen Frequenzen getestet, hier können wir den Fehler aber ganz sicher ausschließen. Auch am Empfang kann es nicht gelegen haben, die LTE Stationen waren zum Teil nur wenige hundert Meter entfernt und der Huawei E398 LTE Stick hatte allerbesten Empfang.

Update: scheinbar ist die Einstellung für die „Authentication“ im Auslieferungszustand falsch gesetzt. Kollege Rene hat nun doch eine Verbindung zum 800MHz LTE Netz von Vodafone bekommen, indem er auf „PAP Authentication“ umgeschaltet hat. Da diese Einstellung aber nirgends erwähnt wurde und selbst erfahrene Nutzer Probleme mit dem Gerät haben, bleibt das Testurteil bestehen. Massen-tauglich ist der mobile Hotspot in diesem Zustand nicht.

Eine gute Nachricht gibt es aber dennoch: im UMTS Netz unterstützt der Samsung GT-B3800 die schnelle DC-HSPA+ Technik, sodass Downloads wesentlich schneller als mit vielen anderen Geräten erfolgen. Die Pingzeiten waren ebenfalls sehr gut, sowohl bei Vodafone als auch im Netz der Telekom. Was die allgemeine Empfangsstärke angeht, so gibt es leider wieder nur schlechtes zu berichten: der Samsung GT-B3800 hat einen relativ schwachen UMTS Empfang und bucht sich früh ins 2G Netz zurück.

Fazit (aktualisiert)

Es hat alles so gut angefangen: der Samsung GT-B3800 überzeugt durch gute Materialien und einen überdurchschnittlich guten Lieferumfang. Auch der erste Eindruck ist gut. Doch im Einsatz enttäuscht der LTE Hotspot auf ganzer Linie, denn die LTE Funktion ist nur mit einer bestimmten Einstellung  nutzbar, die selbst wir nur durch Zufall entdeckt haben. Außerdem  ist der UMTS Empfang schwach und die Einstellungsmöglichkeiten im Web-Interface sind extrem eingeschränkt. Alles in Allem können wir den Samsung GT-B3800 LTE Hotspot leider nicht empfehlen!

Das Gerät haben wir freundlicherweise von wlan-unterwegs.de zur Verfügung gestellt bekommen – Danke dafür! Auf Grund des Testergebnisses wird der Samsung GT-B3800 dort nicht ins Sortiment aufgenommen. Aktuell  gibt es daher keine Möglichkeit zum Kauf in Deutschland.