LTE Frequenzen in Europa in der Übersicht

Das Thema LTE Frequenzen ist im Moment besonders aktuell und die Verwirrung ist groß. Teilweise werden immer noch Geräte verkauft, die nur einen Teil der in Deutschland eingesetzten Frequenzen unterstützen – ein großes Ärgernis für den Endkunden, denn nicht überall wo LTE drauf steht, ist auch wirklich LTE drin. In diesem Artikel möchte ich einen kurzen Überblick über die aktuell in Europa genutzten LTE Frequenzen geben und außerdem noch einmal die Vor- und Nachteile sowie die Einsatzgebiete der einzelnen Frequenzbereiche erläutern.

LTE in Europa – Deutschland ist Vorreiter

Während Deutschland bei der Verfügbarkeit von Glasfaser weltweit gesehen nur im Mittelfeld liegt, sind wir beim Ausbau der vierten Mobilfunk-Generation LTE ganz vorne mit dabei. Die wichtigen Frequenzen um 800 MHz aus der Digitalen Dividende wurden bereits im April 2010 versteigert, Ende 2010 gab es erste kommerzielle LTE Angebote. 2015 wurden dann nochmals einige Frequenzbereiche versteigert, welche mittlerweile ebenfalls für LTE genutzt werden.

Alles in allem hat sich herauskristallisiert, dass insgesamt drei LTE Frequenzen in Europa dominieren: 800, 1800 und 2600 Megahertz. Zusätzlich werden ergänzend noch andere Frequenzen genutzt, wie die unten stehende Tabelle verdeutlicht. Auch beim Modulationsverfahren herrscht weitestgehend Einigkeit, hier wird fast durchgängig auf FDD (Frequency Division Duplex) gesetzt, während das TDD (Time Division Duplex) Verfahren nur selten Verwendung findet. Die Geschwindigkeit liegt bei den meisten Netzen zwischen 100 und 150 Megabit/s im Downstream, was LTE der Kategorie 3 bzw. Kategorie 4 entspricht (LTE Kategorien in der Übersicht). Nun zur Tabelle – hier sind alle Länder aufgelistet, in denen es bereits LTE Netze gibt bzw. in denen LTE in Kürze startet:

Land Frequenzen
Deutschland LTE800, LTE900, LTE1800, LTE2600
Österreich LTE800, LTE900, LTE2100, LTE2600
Schweiz LTE800, LTE1800, LTE2600
Schweden LTE800, LTE900, LTE1800, LTE2600
Norwegen LTE1800, LTE2600
Italien LTE800, LTE1800, LTE2600
England LTE800, LTE1800, LTE2600
Frankreich LTE800, LTE2600
Spanien LTE800, LTE2600
Portugal LTE800, LTE900, LTE1800, LTE2600
Dänemark LTE1800, LTE2600
Finnland LTE1800, LTE2600
Belgien LTE1800
Niederlande LTE800, LTE900, LTE1800, LTE2600

LTE Frequenzen und ihr Einsatzzweck

Wie in der obigen Tabelle ersichtlich ist, kommt in Deutschland LTE800, LTE1800 und LTE2600 zum Einsatz. Allerdings sind die Frequenzen nicht gleichmäßig auf die Netzbetreiber aufgeteilt, sondern wurden im Rahmen einer Versteigerung zugeteilt. Daraus hat sich ergeben, dass nur Vodafone, Telefónica O2 und die Deutsche Telekom die begehrten 800 Megahertz Frequenzen nutzen können. Doch warum ist LTE800 so wichtig? Im Vergleich zu LTE1800 und LTE2600 bietet es eine deutlich bessere Reichweite und eine bessere Durchdringung von Gebäuden. Das ist für die Anbieter besonders auf dem Land bares Geld wert, denn so müssen sie weniger Standorte auf LTE umrüsten und weniger Glasfaserleitungen verlegen, als es zum Beispiel bei reinen 2600 Megahertz Netzen der Fall wäre. Mit LTE800 sind also vergleichsweise günstig große Flächen erschließbar.

Doch LTE800 hat natürlich auch Nachteile: durch die immense Reichweite sind die Zellen deutlich größer und damit in Zukunft auch schneller überlastet als etwa Zellen im 2600 MHz Band. Auch das verfügbare Funkspektrum – lediglich rund 10 MHz für den Down. und Upstream auf 800 MHz – ist im Vergleich zu LTE1800 oder LTE2600 recht gering und sorgt für eine niedrigere Kapazität und geringere maximale Geschwindigkeiten. So geben die Deutschen Netzbetreiber für ihre 800 MHz Netze zum Beispiel nur eine Maximalgeschwindigkeit von 50 MBit/s im Download an, bei 1800 und 2600 Megahertz Netzen wird dagegen mit bis zu 100 MBit/s geworben.

Die 1800 MHz Frequenz wird aktuell nur von der Telekom eingesetzt, obwohl auch E-Plus entsprechendes Spektrum besitzt und in Zukunft für den LTE Ausbau einsetzen könnte. Die 1800 MHz Frequenz hat sich als Glücksfall für die Telekom herausgestellt, denn einige Endgeräte wie etwa das Apple iPhone 5, das Apple iPad Mini und das Apple iPad 4 unterstützen nur LTE1800. Das hauptsächlich in größeren Städten verwendete 1800 MHz LTE bietet im Vergleich zu LTE2600 eine deutlich bessere Reichweite und Gebäude-Durchdringung, ermöglicht durch bis zu 20 MHz Spektrum sowohl im Down- und Upload aber deutlich höhere Geschwindigkeiten. Auch das 2600 MHz Band bietet genügend Spektrum und daher hohe maximale Bandbreiten, doch die Reichweite ist hier extrem beschränkt und die Zellen entsprechend klein. LTE2600 eignet sich daher nur für die Optimierung der Versorgung in Städten – für die Grundversorgung setzen die Betreiber Vodafone und O2 auch in Großstädten auf das 800 MHz Band.

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