Mobile WLAN-Router mit LTE-Modem sind teilweise schon für unter 50 Euro erhältlich. Der TP-Link M7000 ist aktuell einer der günstigsten mobilen Hotspots und passt genau in diese Preiskategorie. Höchstleistung sollte man zu diesem Preis nicht erwarten, aber für eine zuverlässige mobile Internetverbindung mit LTE-Geschwindigkeit für den gelegentlichen Einsatz als WLAN-Router sollte das Gerät ausreichen. Im Test von maxwireless.de musste der TP-Link M7000 zeigen, was er kann.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der TP-Link M7000 LTE-Router ist seit Mitte 2020 in Deutschland erhältlich und ist der Nachfolger für den nahezu baugleichen TP-Link M7200. Der Router kostet im Online-Handel rund 50 Euro ohne Vertrag und ist für alle Tarife und SIM-Karten geeignet (kein SIM-Lock).

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Router selbst noch ein kurzes Kabel von USB auf Micro-USB. Dieses Kabel erlaubt die Ladung des Akkus an einem beliebigen USB-Anschluss, etwa an einem vorhandenen USB-Netzteil oder an einem Computer. Es ist kein Netzteil im Lieferumfang enthalten, was angesichts des günstigen Preises jedoch verständlich ist.

Weiterhin findet man im Lieferumfang eine mehrsprachige gedruckte Kurzanleitung, welche auch auf deutsch sehr gut erklärt, wie das Gerät in Betrieb genommen wird. TP-Link hat außerdem einen Adapter beigelegt, welcher die Nutzung von Nano-SIM oder Micro-SIM-Karten im Router ermöglicht. Im Test funktionierte aber auch ein vom Netzbetreiber gelieferter SIM-Adapter problemlos.

Nimmt man den TP-Link M7000 in die Hand, so fallen sofort die kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht von nur rund 86 Gramm inklusive Akku auf. Dadurch stört der Router auch in einer kleinen Handtasche oder in der Westentasche kaum. Auf der Front signalisieren 3 Status-LEDs den Betriebsstatus, ein Display gibt es nicht.

LTE-Modem des TP-Link M7000

Das Mobilfunk-Modem im TP-Link M7000 Hotspot unterstützt die Mobilfunkstandards 3G / UMTS und 4G / LTE. 2G / GSM wird nicht unterstützt, was angesichts der geringen Geschwindigkeiten im 2G-Netz allerdings auch nicht tragisch ist.

Der Router kann fast alle für Deutschland wichtigen LTE-Frequenzbereiche nutzen: Band 1, 3, 5, 7, 8 und 20. Nur auf das Band 28 (700 MHz) muss man verzichten. Da Band 28 insbesondere in ländlichen Regionen zum Einsatz kommt und dort meist in Kombination mit Band 20, ist das wohl nur für wenige Anwender ein kritischer Punkt.

Die theoretisch maximal mögliche Geschwindigkeit liegt bei 150 Mbit/s im Downlink und bis zu 50 Mbit/s im Uplink. Für heutige Verhältnisse ist das ein langsames LTE-Modem, doch angesichts des günstigen Preises ist das völlig in Ordnung. In der Praxis können problemlos mehrere Geräte mit schnellem Internet versorgt werden und auch mehrere parallele Video-Streams waren im Test kein Problem.

LTE-Speedtest im Telekom LTE-Netz.

Leider wird die maximale Geschwindigkeit durch das schwache WLAN-Modul begrenzt. Im Test konnten maximal 55 Mbit/s im Download und bis zu 45 Mbit/s im Upload über LTE gemessen werden. Zum Vergleich: mit einem aktuellen Smartphone (Apple iPhone 12 mini) waren am gleichen Standort rund 300 Mbit/s im Download und knapp 200 Mbit/s im Upload möglich. Hätte TP-Link ein schnelleres WLAN-Modul verbaut, so wäre zumindest die maximale Geschwindigkeit des Modems möglich gewesen. Leider ist der M7000 auch nicht als USB-Modem nutzbar, sodass man ausschließlich auf das WLAN angewiesen ist.

Der USB-Anschluss ist nur zum Aufladen des Akkus nutzbar.

Im Test war die Internetverbindung stets stabil und die Empfangsleistung war gut. SIM-Karten von Telekom, Vodafone und O2 wurden im Test automatisch erkannt und konfiguriert, sodass keine Zugangsdaten hinterlegt werden mussten und lediglich die Eingabe der PIN erforderlich war.

TP-Link M7000: WLAN im Test

Der TP-Link M7000 verfügt kann bis zu 10 Geräte gleichzeitig mit einer WLAN-Verbindung versorgen. Der Router arbeitet ausschließlich im WLAN-Frequenzband um 2,4 GHz, im Test konnte eine Verbindung mit bis zu 145 Mbit/s aufgebaut werden. Dabei handelt es sich aber um die Brutto-Datenrate, in der Praxis werden – wie bereits im Modem-Test beschrieben – deutlich geringere Bandbreiten erreicht. Eine Gast-WLAN Funktion bietet der Router nicht.

Die Reichweite ist für eine kleine Wohnung, ein Gartenhaus oder einen Wohnwagen absolut ausreichend. Mehr als 10 Meter Reichweite sind jedoch kaum möglich, wenn auch noch Hindernisse wie eine Wand zwischen Router und Endgerät sind. Die WLAN-Sendeleistung und damit auch die Reichweite kann im Menü reduziert werden, es gibt insgesamt drei Leistungsstufen. Weiterhin gibt es die Option, das WLAN nach 10 Minuten automatisch abzuschalten, wenn kein Gerät mehr im WLAN aktiv ist.

Das WLAN-Modul kann nicht als Repeater bzw. Extender genutzt werden. Andere mobile LTE-Router bieten diese Funktion teilweise an, sodass man ein vorhandenes WLAN-Netz als Internetzugriff verwenden kann. Diese manchmal auch „WLAN Offloading“ genannte Funktion ist praktisch, um Datenvolumen zu sparen. Angesichts des günstigen Preises ist es aber nicht tragisch, dass TP-Link beim M7000 darauf verzichtet hat.

Bedienung via App und Webinterface

An einigen Stellen muss der Nutzer beim M7000 auf Komfort-Funktionen verzichten, welche bei teureren mobilen Router-Modellen durchaus üblich sind. Für die Software und die Bedienung gilt das definitiv nicht, hier hat TP-Link gute Arbeit geleistet.

Die meisten Nutzer werden zur Bedienung und Konfiguration des TP-Link M7000 sicherlich die „tpMiFi“ App verwenden. Die App ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar und bietet direkt beim Start eine Kurzanleitung zur Inbetriebnahme des Routers. Die App ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet in deutscher Sprache alle Funktionen an, die auch im Browser-Webinterface zur Verfügung stehen. Das ist sehr löblich, denn viele andere Hersteller stellen über ihre Apps nur einen reduzierten Funktionsumfang zur Verfügung.

Wer keine App installieren mag, kann den TP-Link M7000 problemlos auch über ein Browser-Webinterface bedienen. Der Zugriff auf die Oberfläche erfolgt über die IP-Adresse 192.168.0.1. Nach dem ersten Abruf muss ein neues Passwort gesetzt werden, danach kann es auch schon los gehen. Leider stand das Webinterface beim Testgerät nur in englischer Sprache zur Verfügung, eine Option zur Umstellung auf deutsche Sprache war nicht ersichtlich.

Auf der Startseite sind sowohl in der App als auch im Webinterface diverse Status-Informationen sichtbar. Dazu gehören Statistiken zum Datenverbrauch, Informationen zur WLAN-Verbindung und Informationen zur Mobilfunk-Verbindung. Für detailliertere Informationen und Einstellungen stehen jeweils separate Menüs zur Verfügung.

Für die Internetverbindung sind verschiedenste Dinge konfigurierbar, zum Beispiel kann ein Datenvolumen-Limit gesetzt werden, nach 90% der verbrauchten Daten erfolgt dann eine Benachrichtigung und bei 100% wird die Datenverbindung getrennt. Außerdem kann die Datennutzung im Ausland (Daten-Roaming) aktiviert und deaktiviert werden. Der Router ist ab Werk auf „4G bevorzugt“ eingestellt, kann bei Bedarf aber auch auf „nur 4G“ oder „nur 3G“ eingestellt werden.

Akkulaufzeit im Test

Der Akku ist beim TP-Link M7000 problemlos wechselbar und bietet eine Kapazität von 2.000 mAh. Der Hersteller wirbt mit einer Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden. Im Test wurde die Akkulaufzeit bei aktiviertem Energiesparmodus und WLAN-Reichweite „medium“ geprüft. Für die Dauer des Tests waren mindestens 2 Geräte gleichzeitig verbunden und es lief dauerhaft ein Internetradio-Stream. Der Akku hielt unter diesen Bedingungen rund 6 Stunden durch. Sofern man die WLAN-Sendeleistung auf „gering“ stellt und kein dauerhaftes Streaming betreibt, ist die Angabe von TP-Link (8 Stunden) sogar realistisch erreichbar.

Bei dauerhaftem Betrieb wurde der TP-Link M7000 leicht warm, aber nicht heiß. Für einen mobilen Hotspot ist das völlig normal und im Vergleich zu vielen anderen Geräten blieb der Hotspot relativ kühl.

Sonstiges zum TP-Link M7000

Wer einen mobilen Router mit RJ45 Ethernet LAN-Anschluss sucht, wird mit dem TP-Link M7000 nicht glücklich werden, denn der Router besitzt lediglich den erwähnten Micro-USB-Anschluss. Auch Anschlüsse für eine externe Mobilfunk-Antenne gibt es nicht.

Über das Webinterface oder die App können neben SMS auch USSD-Codes abgesetzt werden. Das ist zum Beispiel praktisch, um bei einer Prepaid-Karte das Guthaben zu prüfen oder um bei einer Multi-SIM die Haupt-Karte festzulegen.

Test-Fazit: TP-Link M7000

Der TP-Link M7000 ist zwar ein sehr günstiger mobiler LTE-Router, im Test hinterließ das Gerät dennoch eine gute Figur. Das Gerät ist klein und kompakt, die Akkulaufzeit ist gut und die Bedienung ist dank guter Software einfach. Auf Komfort-Merkmale wie einen LAN-Anschluss oder Anschlüsse für externe Antennen muss man verzichten.
Die größte Schwachstelle ist aber sicherlich das relativ langsame WLAN-Modul, welches die maximale Datenrate des LTE-Modems von theoretisch 150 Mbit/s auf rund 55 Mbit/s in der Praxis reduziert. Wer mit den Einschränkungen leben kann, erhält mit dem TP-Link M7000 einen guten mobilen LTE-Router.