In diesem Testbericht möchte ich euch die AVM FRITZ!Box 7530 in der Version als 1&1 HomeServer+ vorstellen. Der erste Mittelklasse-Router mit VDSL Supervectoring Modem wird aktuell exklusiv bei 1&1 im klassisch schwarzen Gehäuse-Design verkauft, soll aber später auch im weiß-roten AVM Design in den freien Handel kommen. Es ist nicht das erste Mal, dass eine neue FRITZ!Box von AVM zuerst beim DSL-Anbieter 1&1 angeboten wird, bevor sie auch im freien Handel als „original AVM Produkt“ zu erwerben ist. Welche Technik die AVM FRITZ!Box 7530 alias 1&1 HomeServer+ bietet und wie sich das Gerät im Alltag schlägt, könnt ihr im folgenden Test lesen.

Der 1&1 HomeServer+ (AVM FRITZ!Box 7530).
Der 1&1 HomeServer+ (AVM FRITZ!Box 7530).

AVM FRITZ!Box 7530

Der 1&1 HomeServer+ kommt in einer kleinen Papp-Schachtel im blauen 1&1 Design. Schnell zeigt sich anhand der Beschriftung, dass es sich um eine AVM FRITZ!Box 7530 handelt. Im Vergleich zum großen Schwestermodell FRITZ!Box 7590 ist der Router sehr kompakt, auch wenn optisch keine Unterschiede vorhanden sind. Die 7530 ist nicht nur technisch gesehen eine kleine 7590, sondern auch von den Abmessungen her.

Lieferumfang der AVM FRITZ!Box 7530 / 1&1 HomeServer+.
Lieferumfang der AVM FRITZ!Box 7530 / 1&1 HomeServer+.

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Gerät selbst noch das Netzteil (Output: 12V, 1,5A) und ein DSL Anschlusskabel (TAE auf RJ45). Ein 1&1 Service-Hinweis wie auch eine Kurzanleitung sind ebenso enthalten. Auf einem kleinen Zettel sind WLAN-Namen, Passwörter sowie das Webinterface-Passwort abgedruckt. Dieser Zettel sollte gut aufbewahrt werden, denn nach einem Zurücksetzen des Gerätes auf den Werkszustand sind die Daten wieder gültig.

Wie auf den Fotos sichtbar ist, hat mein Testgerät noch die Bezeichnung „1&1 HomeServer Speed“. Kurz nach dem Marktstart wurde diese Bezeichnung allerdings verworfen und auf „1&1 HomeServer+“ abgeändert. Sobald die erste Charge abverkauft ist, wird die neue Bezeichnung sicher auch auf Verpackung und Gerät sichtbar sein.

Anschlüsse und Telefon

Die meisten Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Gerätes. Dort befinden sich vier RJ45 Gigabit Ethernet LAN Anschlüsse, ein RJ11 Telefon-Anschluss, ein Anschluss für das DSL-Kabel und ein Anschluss für das Netzteil. Seitlich am Router ist der USB 3.0 Anschluss untergebracht, auf der anderen Geräte-Seite findet man einen TAE Telefon-Anschluss für ein analoges Telefon. Bis zu sechs weitere Telefone können drahtlos via DECT mit der FRITZ!Box 7530 verbunden werden.

Die meisten Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite.
Die meisten Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite.
Seitlicher USB 3.0 Anschluss an der AVM FRITZ!Box 7530.
Seitlicher USB 3.0 Anschluss an der AVM FRITZ!Box 7530.
Seitlicher TAE-Anschluss an der AVM FRITZ!Box 7530.
Seitlicher TAE-Anschluss an der AVM FRITZ!Box 7530.

Auf der Front befinden sich fünf LEDs, welche den Betriebsstatus der Box anzeigen. Außerdem gibt es drei Tasten für WLAN, Fon/DECT und Connect/WPS. Lüftungsgitter sind über das ganze Gehäuse verteilt, oben gibt es einen Lüftungsstreifen und die Unterseite ist komplett mit Lüftungsschlitzen versehen. Auf der Unterseite ist übrigens auch das Label, auf dem die WLAN-Zugangsdaten abgebildet sind. Im Betrieb wird das Gerät teilweise recht warm, Probleme sind dadurch beim Test aber nicht aufgetreten.

FRITZ!Box 7530: LEDs und Tasten.
FRITZ!Box 7530: LEDs und Tasten.
Unterseite der AVM FRITZ!Bo 7530.
Unterseite der AVM FRITZ!Bo 7530.

VDSL Supervectoring Modem

Ein Modem für den neuesten DSL Standard „Supervectoring“, auch 35b genannt, war bislang dem teuren Flaggschiff-Modell FRITZ!Box 7590 vorbehalten. Die FRITZ!Box 7530 ist der erste Mittelkasse-Router von AVM, der über ein solches Modem verfügt. Bis zu 300 MBit/s sind im Downlink möglich. Technisch gesehen dürfte das Modem identisch zu dem der deutlich teureren 7590 sein, es handelt sich um den Intel VRX518 Chipsatz. Im Test zeigte sich eine gute Performance, so wie von der FRITZ!Box 7590 bereits gewohnt. Abbrüche oder Störungen gab es während der vierwöchigen Test-Phase an einem VDSL50 Anschluss mit aktiviertem Vectoring nicht. VDSL250 / Supervectoring konnte mangels entsprechendem Anschluss nicht getestet werden.

Die Kurzanleitung zum 1&1 HomeServer+ alias FRITZ!Box 7530.
Die Kurzanleitung zum 1&1 HomeServer+ alias FRITZ!Box 7530.

WLAN: Reichweite und Geschwindigkeit

Die AVM FRITZ!Box 7530 verfügt über Dualband-WLAN auf 2,4 GHz und 5 GHz mit MU-MIMO Antennentechnik. Außerdem ist der Router MESH-fähig. Im 2,4 GHz Bereich sind theoretisch bis zu 400 MBit/s möglich, im 5 GHz Bereich bis zu 866 MBit/s. In der Praxis werden diese Datenraten natürlich nur mit einem aktuellen Endgerät und unter idealen Bedingungen erreicht, d.h. mit Sichtverbindung zur Fritzbox und bei geringer Entfernung. Bei größerer Entfernung nimmt die Geschwindigkeit schnell ab, wie der Praxistest gezeigt hat. Bei 2m Entfernung wurden mit einem aktuellen Apple MacBook Pro im 5 GHz Band etwa 450 MBit/s gemessen, im 2,4 GHz Bereich etwa 145 MBit/s. Bei 5 Meter Entfernung und einer Wand zwischen Laptop und Router waren noch etwa 117 MBit/s auf beiden Frequenzbereichen möglich.

WLAN Messungen AVM FRITZ!Box 7530 5 GHz 2,4 GHz
2m Entfernung 468 MBit/s 145 Mbit/s
5m Entfernung, eine Wand 117 Mbit/s 117 Mbit/s
6m Entfernung, eine Wand 88 Mbit/s 78 Mbit/s
10m Entfernung, 2 Wände 7 Mbit/s 78 Mbit/s
20 m Entfernung, 2 Wände 5 Mbit/s

Die WLAN Reichweite ist vergleichbar mit anderen Router-Modellen von AVM. Im Test war nach etwa 20 Metern und 2 Wänden der Empfang nur noch sehr eingeschränkt möglich, etwa 5 MBit/s im 2,4 GHz Band wurden signalisiert. Das 5 GHz Band hatte erwartungsgemäß eine geringere Reichweite, nur im Nahbereich sind große Geschwindigkeitsvorteile nutzbar.

1&1 HomeServer+ FRITZ!Box 7530 mit Karton.
1&1 HomeServer+ FRITZ!Box 7530 mit Karton.

Im Vergleich mit dem großen Schwestermodell AVM FRITZ!Box 7590 (1&1 HomeServer Speed+) war die FRITZ!Box 7530 im Test fast in jeder Situation halb so schnell. Nicht nur die Maximalgeschwindigkeit, sondern auch die restlichen Geschwindigkeiten waren immer nur halb so schnell. Details und Messwerte gibt es im großen Vergleich der beiden Supervectoring-Router, doch hier sei vorweg schon einmal gesagt: wer das schnellste WLAN haben möchte, sollte besser zur 7590 als zur 7530 greifen.

Software und Webinterface

Bei der Auslieferung im Juni 2018 kam der 1&1 HomeServer+ FRITZ!Box 7530 mit FRITZ!OS in der Firmware-Version 06.93. Im Vergleich zu anderen AVM FRITZ!Box Modellen gibt es keine Besonderheiten zu vermelden, sowohl optisch als auch von der Funktionalität her gibt es keine Unterschiede etwa zur FRITZ!Box 7490, daher soll in diesem Testbericht auch nicht weiter darauf eingegangen werden. Die Bedienung läuft flüssig und die einzelnen Seiten des Webinterface bauen sich schnell auf, jedoch ist ein Unterschied zum Flaggschiff-Modell FRITZ!Box 7590 merkbar. Die 7530 gönnt sich immer eine kleine Gedenksekunde mehr als die teurere 7590.

Das Netzteil (Output: 1,5A / 12V).
Das Netzteil (Output: 1,5A / 12V).

USB und Heimnetz

Die AVM FRITZ!Box 7530 hat zwar nur einen USB Anschluss, dieser war im Test aber im Vergleich zu älteren FRITZ!Box Modellen von AVM sehr schnell. Mit einer im ext3 Format formatierten externen Festplatte wurden am Windows PC via LAN etwa 70 MB/s beim Lesen von Daten gemessen, beim Schreiben waren etwa 30 MB/s erreichbar. Mit NTFS-Formatierung war die Geschwindigkeit deutlich niedriger, sie lag bei etwa 30 MB/s lesen und etwa 13 MB/s schreiben.

1&1 HomeServer+ alias AVM FRITZ!Box 7530.
1&1 HomeServer+ alias AVM FRITZ!Box 7530.

Fazit: Test AVM FRITZ!Box 7530

Der 1&1 HomeServer+ alias AVM FRITZ!Box 7530 hinterließ im Test einen guten Eindruck. Das verbaute Modem ist zukunftssicher und im vierwöchigen Test-Einsatz traten keine Probleme auf. Im direkten Vergleich mit dem Topmodell FRITZ!Box 7590 (1&1 HomeServer Speed+) ist die FRITZ!Box 7530 fast in jeder Dimension eine Stufe schlechter, lediglich beim Modem und bei der USB Datenübertragung sind Mittelklasse- und High-End Modell gleichauf. Wer ein sehr schnelles WLAN Netzwerk, viele Anschlüsse und ein sehr performantes Webinterface haben möchte, sollte daher weiterhin zum Topmodell greifen. Wer jedoch einfach nur zukunftssicher über Kabel und via WLAN im Internet surfen möchte und zudem eine voll ausgestattete Telefonanlage benötigt, kann guten Gewissens die günstigere FRITZ!Box 7530 erwerben.

Der 1&1 HomeServer+ ist aktuell (Juli 2018) ab 4,99€ monatlich in Verbindung mit einem 1&1 DSL Vertrag erhältlich. Ein PDF-Datenblatt findet ihr unter diesem Link.