Wer aus dem LTE Netz die beste Performance herausholen möchte, kommt an einem Smartphone mit Qualcomm Snapdragon 845 Chipsatz und Snapdragon X20 Modem derzeit kaum vorbei. Zwar bieten auch HiSilicon (Huawei) und Intel (u.A. Apple) sehr gute Modems, doch der Qualcomm Chipsatz ist in jedem Fall am weitesten verbreitet. Das OnePlus 6 ist derzeit eines der günstigsten Smartphones mit Snapdragon 845 und bietet dennoch eine hervorragende Ausstattung, deswegen kam es nun für einen Test im Telekom LTE Netz zum Einsatz.

Das OnePlus 6.
Das OnePlus 6.

Das OnePlus 6

Das OnePlus 6 kommt mit einem 6,28 Zoll großen AMOLED Bildschirm, bis zu 8 GB RAM und bis zu 256 GB internem Speicher. Es ist Dual-SIM fähig und bietet einen 3.300 mAh starken Akku – ein Schnellade-Netzteil ist im Lieferumfang enthalten. Auf der Rückseite findet man eine Dual-Kamera mit 16 bzw. 20 Megapixel, welche durchaus gute Bilder schießt.

OnePlus 6 mit OLED Display.
OnePlus 6 mit OLED Display.

Das OnePlus 6 wird im Onlinehandel auch gerne von asiatischen Händlern in einer Version mit der Modellnummer A6000 angeboten – diese unterstützt viele, aber nicht alle wichtigen LTE Frequenzbänder. Die europäische- bzw. nordamerikanische Version hat die Modellnummer A6003 und unterstützt FDD LTE auf Band 1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28/29/30/32/66/71 sowie TDD LTE auf Band 34/38/39/40/41. Im Downlink sind mit vierfacher Kanalbündelung (4CA) bis zu 1 GBit/s möglich, im Uplink via 2CA bis zu 150 MBit/s. 256QAM im Downlink, 64QAM im Uplink und 4×4 MIMO Antennentechnik werden ebenfalls unterstützt. Damit ist das Gerät weltweit gut für den Einsatz in LTE Netzen gerüstet.

Rückseite des OnePlus 6.
Rückseite des OnePlus 6.
Taste zum auswählen des Profils.
Taste zum auswählen des Profils.

Zugegeben: das OnePlus 6 ist zwar derzeit noch das aktuellste Smartphone von OnePlus, doch der Nachfolger OnePlus 6T steht in den Startlöchern und soll schon Anfang November 2018 auf den Markt kommen. Für diesen Test ist das aller Voraussicht nach aber nicht wirklich relevant, denn der Chipsatz samt Modem dürfte beim Nachfolger identisch sein. Änderungen gibt es zum Beispiel beim Display, so soll die „Notch“ etwas kleiner werden. Man darf gespannt sein!

Via Tastencode lässt sich im Android-Menü "LTE Only" auswählen.
Via Tastencode lässt sich im Android-Menü „LTE Only“ auswählen.

Qualcomm Snapdragon 845 mit X20 Modem

Der Qualcomm Snapdragon 845 ist ein SoC (System on a Chip), vereinigt also diverse Chips wie etwa Prozessor und Modem auf einem einzigen Chipsatz. Für diesen Test ist insbesondere das integrierte Snapdragon X20 Modem relevant. Es handelt sich um das zweitschnellste kommerziell verfügbare LTE Modem von Qualcomm, nur das X24 ist noch schneller (derzeit aber in keinem SoC zu bekommen).

Das X20 Modem bietet LTE Cat18 im Downlink und LTE Cat13 im Uplink und bietet den Herstellern die Möglichkeit, theoretisch bis zu 5 Frequenzbereiche via Carrier Aggregation im Downlink zu bündeln. Im Uplink ist das Modem 2CA fähig. Die 4×4 MIMO Antennen-Technik ist auf bis zu 3 Trägern gleichzeitig möglich. 256QAM Modulation im Downlink und 64QAM Modulation im Uplink sind natürlich auch dabei.

Insgesamt lassen sich theoretisch bis zu 1,2 GBit/s im Downlink und bis zu 150 MBit/s im Uplink mit einem Snapdragon X20 Modem erreichen. Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist das OnePlus 6 allerdings minimal langsamer, da nicht alle Funktionen des X20 implementiert wurden, zum Beispiel hat OnePlus auf 5CA verzichtet und setzt nur 4CA ein.

Display beim OnePlus 6.
Display beim OnePlus 6.

Test im Telekom LTE Netz

Am Test- Standort war im Telekom Netz LTE auf Band 8 (900 MHz), auf Band 3 (1800 MHz) und Band 7 (2600 MHz) verfügbar. Auf Band 3 wurde 4×4 MIMO Antennen-Technik eingesetzt, außerdem kamen zwei Träger zum Einsatz (10 MHz und 20 MHz). Die Modulation lag bei 256QAM im Downlink und 64QAM im Uplink. Band 8 war für Kanalbündelung nicht nutzbar, sodass Carrier Aggregation nur mit B7+B3+B3 genutzt werden konnte. Theoretisch wären durch die Kombination der einzelnen Technologien weit über 300 MBit/s im Downlink erreichbar gewesen – praktisch limitieren im Test aber natürlich andere gleichzeitige Nutzer in der Zelle die Geschwindigkeit.

Knapp unter 300 MBit/s im Downlink und etwa 60 MBit/s im Uplink konnte mit dem OnePlus 6 zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Tagen erreicht werden. Das sind sehr gute Werte, allerdings verriet ein Blick in den Netmonitor, dass das Gerät immer nur zwei Bänder gebündelt hatte, also B3+B3 oder B3+B7. 3CA mit B7+B3+B3 kann das Gerät im Telekom-Netz scheinbar nicht nutzen. Das ist schade, denn vermutlich handelt es sich lediglich um eine Software-Konfiguration – die Hardware sollte es problemlos können.

Verpackung mit DashCharge Netzteil und rotem USB Kabel.
Verpackung mit DashCharge Netzteil und rotem USB Kabel.

Fazit

Das OnePlus 6 zeigte im Test eine sehr gute System-Performance und konnte durch ein sehr gutes Display sowie eine sehr gute Software punkten. An vielen Stellen wurde deutlich, dass die OnePlus Produktdesigner sehr viel Wert auf Details gelegt haben, angefangen von der Verpackung über das schicke Zubehör bis hin zum Schiebe-Schalter für das Lautstärke-Profil.

Bei den Tests im LTE Netz blieb das OnePlus 6 leider etwas hinter den Erwartungen zurück, so unterstützte das Smartphone leider nicht die bei der Telekom verfügbare CA Kombination B7+B3+B3, was in etwas geringeren Maximal-Geschwindigkeiten als zum Beispiel beim Apple iPhone Xs mit Intel-Chipsatz resultierte. Die Empfangsqualität war dafür besser als beim iPhone und dank 4×4 MIMO Antennen-Technik ist das OnePlus 6 auf jeden Fall sehr gut für die Zukunft gerüstet.