Mobile WLAN Router haben oft einen großen Nachteil: die weltweite Nutzung des Modems ist meist nur sehr eingeschränkt möglich, da LTE- und UMTS-Frequenzbänder für einen bestimmten Kontinent optimiert sind. Der Anbieter GlocalMe bietet mit dem G3 Hotspot nicht nur ein Gerät mit guter Frequenzband Unterstützung, sondern bietet gleichzeitig direkt auch einen integrierten CloudSIM Service, der die weltweite LTE Nutzung zu erstaunlich fairen Preisen ermöglicht.

GlocalMe G3: Erster Eindruck

Der GlocalMe G3 ist der leistungsfähigste mobile WLAN Hotspot des chinesischen Anbieters. Das Gerät sieht optisch aus wie ein sehr dickes Apple iPhone 4, läuft mit einer stark angepassten Version des Android Betriebssystems und kommt mit einem – für einen Hotspot – sehr großen Touchscreen-Display daher. Preislich ist der GlocalMe G3 mit rund 140 Euro recht günstig, zumal 1,1 GB weltweit nutzbares Datenvolumen bereits im Kaufpreis enthalten sind.

Im Lieferumfang ist neben dem Gerät selbst nur ein USB zu MicroUSB Ladekabel enthalten. Ein Netzteil gibt es nicht, man kann aber jedes gewöhnliche Netzteil mit USB Anschluss verwenden. Der GlocalMe G3 Hotspot wirkt auf den ersten Blick unglaublich dick, dafür ist der sehr starke Akku mit 5.350 mAh Kapazität verantwortlich. Seitlich am Gerät gibt es zwei Tasten für lauter/leiser (deren Funktionalität unklar ist) sowie eine Power-Taste. Verarbeitung, Materialien und der SIM-Karten Schacht machen jeweils einen ordentlichen Eindruck.

Dual-SIM beim GlocalMe G3.

GlocalMe G3: Inbetriebnahme mit nationaler SIM

Der GlocalMe G3 ist Dual-SIM fähig, hat also zwei Nano-SIM Steckplätze. Das ist für Mobile WLAN Hotspots ein Alleinstellungsmerkmal und kann in vielen Situationen sehr praktisch sein. Im Test funktionierte die Inbetriebnahme mit einer Telekom SIM schnell und einfach: nach einem kurzen Druck auf die Power-Taste dauerte es nur etwa eine halbe Minute, bis der Router online war. Über ein schnell erreichbares Menü kann man zwischen den beiden SIM-Karten sowie der virtuellen SIM-Karte problemlos hin- und her wechseln.

Der SIM-Manager erlaubt die Auswahl zwischen den drei SIM-Karten.
Der SIM-Manager erlaubt die Auswahl zwischen den drei SIM-Karten.

Die Bedienung ist sehr einfach und erfolgt über den Touchscreen des GlocalMe G3. Durch die Verwendung des Android Betriebssystem hat man den Vorteil einer „vollwertigen“ Tastatur, um beispielsweise den WLAN Namen und das WLAN Passwort ändern zu können. Das Display selbst ist im Vergleich mit aktuellen Smartphones von schlechter Qualität was Helligkeit, Auflösung und Blickwinkelstabilität angeht, doch für einen mobilen WLAN Hotspot ist es natürlich völlig ausreichend.

GlocalMe G3: CloudSIM im Test

Das Haupt-Argument für den Kauf des GlocalMe G3 ist neben der Dual-SIM Funktion wohl die virtuelle SIM (CloudSIM), welche die einfache weltweite Nutzung des Gerätes ermöglicht. 1,1 Gigabyte Datenvolumen sind beim Kauf bereits enthalten, weiteres Volumen kann nachgekauft werden, wenn man sich einen Account erstellt. Das ganze kann entweder über eine App (für iOS und Android) oder über die GlocalMe Webseite gemacht werden.

GlocalMe bietet das Datenvolumen in Form von verschiedenen Datenpaketen an. Diese sind unterschiedlich lange gültig (zum Beispiel 30 Tage, 90 Tage oder 365 Tage) und sind für unterschiedliche Länder und Kontinente erhältlich. Die Preise erscheinen auf den ersten Blick erstaunlich fair, so kostet 1 GB weltweit gültiges Datenvolumen für 1 Jahr 29,90 Euro. Benötigt man nur in Deutschland Datenvolumen, so kann man z.B. 3 GB für 19 Euro oder 1 GB für 7 Euro erwerben (jeweils 30 Tage gültig).

Im Test wurde die virtuelle SIM-Karte nur in Deutschland ausprobiert, der Dienst funktionierte problemlos und im LTE Netz wurden Datenraten bis etwa 25 MBit/s im Download gemessen. Die Latenzzeiten (Ping) lagen bei etwa 30 Millisekunden und im Uplink wurden etwa 5 MBit/s erreicht. Das sind zwar keine Spitzenwerte, zum surfen und auch zum Streamen von HD-Videos ist es aber absolut in Ordnung.

GlocalMe G3: Speedtest

Beim Speedtest mit der lokalen SIM gab der GlocalMe G3 Router ein sehr schlechtes Bild ab. Im LTE Modus waren maximal 35 MBit/s über WLAN möglich, im UMTS-Modus war bei etwa 24 MBit/s Schluss. Zum Vergleich: unter identischen Testbedingungen schaffte ein Apple iPhone 8 rund 140 MBit/s im Downlink und etwa 68 MBit/s im Uplink über LTE, ähnliche Werte lieferte auch der Netgear AirCard 810 Hotspot.

Doch was bedeutet das schlechte Testergebnis des GlocalMe G3 in der Praxis? Das kommt ganz auf den Einsatzzweck an. Für geschätzt 95% der Nutzer dürften die maximal 30 MBit/s völlig ausreichen, höhere Geschwindigkeiten sind oft allein schon auf Grund des limitierten Datenvolumens gar nicht richtig nutzbar. Die langsame Verbindung ist also in der Realität kein Nachteil, denn surfen und auch das Streamen von HD-Videos geht flüssig und einwandfrei. Doch rein technisch gesehen ist es insbesondere im Vergleich mit der Konkurrenz schon eine ziemlich schwache Leistung, die GlocalMe da beim G3 abliefert.

Positiv hervorzuheben ist die gute weltweite Frequenzband-Unterstützung. Der GlocalMe G3 bietet FDD LTE Band 1/2/3/4/5/7/8/9/17/19/29, TDD LTE Band 38/39/40/41, UMTS Band 1/2/4/5/6/8/9/19 sowie GSM 850/900/1800/1900.

WLAN und Akku

Das WLAN des GlocalMe G3 ist vergleichsweise langsam, wie auch schon im Speedtest-Kapitel beschrieben wurde. Es wird nur der 802.11b/g/n Standard auf 2,4 GHz mit maximal 72 MBit/s brutto unterstützt – auf 5 GHz muss man verzichten. Zum Vergleich: andere mobile Hotspots in der Preisklasse bieten meist Dualband-WLAN mit mindestens 300 MBit/s.

Der Akku lieferte im Test eine Betriebszeit von rund 20 Stunden, das ist für einen mobilen WLAN Hotspot ein sehr guter Wert. Bei Bedarf kann man über den Full-Size USB Anschluss auch andere Geräte wie etwa ein Smartphone aufladen, der GlocalMe G3 wird dann zur Powerbank.

Sonstiges

Im Gegensatz zu den meisten anderen mobilen WLAN Hotspots fehlen dem GlocalMe G3 viele Funktionen. Dies liegt vermutlich an der einfach umzusetzenden, aber wohl auch recht einschränkenden Android Basis, auf dem der Hersteller den G3 aufgebaut hat. So gibt es keine Anschlüsse für eine externe Antenne, keinen MicroSD Speicherkarten-Schacht, keinen RJ45 LAN Anschluss und auch ein Webinterface, wie man es üblicherweise von mobilen WLAN Routern kennt, ist beim GlocalMe G3 nicht vorhanden.
Die Software ist extrem eingeschränkt, viele sonst übliche Einstellungsmöglichkeiten wie etwa einen „nur LTE“ oder „nur 3G“ Modus gibt es nicht. Auch Statistiken zum Datenverbrauch und Informationen zum verwendeten Netz sind bei Nutzung einer lokalen SIM nur sehr eingeschränkt sichtbar. Das muss für den Endkunden nicht unbedingt schlecht sein – der GlocalMe G3 funktioniert ja einwandfrei und tut seinen Dienst. Doch in diesem Testbericht muss dieser Umstand natürlich erwähnt werden und es wäre durchaus schön, wenn ein eventueller Nachfolger mehr Konfigurationsmöglichkeiten bieten würde.

Fazit zum GlocalMe G3

Der GlocalMe G3 ist ein sehr interessanter mobiler WLAN Router. Jeder, der viel in der Welt unterwegs ist und oft verschiedene Länder bereist, sollte sich das Gerät mal genauer ansehen. Die Preise für mobile Datennutzung mit der virtuellen SIM-Karte sind sehr konkurrenzfähig, sodass in den allermeisten Ländern der Kauf einer nationalen SIM-Karte entfallen kann. Auch für die einfache Bedienung und die sehr gute Akku-Laufzeit hat der GlocalMe G3 ein Lob verdient.
Für Technik-Enthusiasten und diejenigen, die Wert auf eine gute technische Ausstattung legen, ist das Gerät aber recht uninteressant. Zwar sind die vielen unterstützten LTE Frequenzbereiche sowie die Dual-SIM Funktion positiv hervorzuheben, doch das vergleichbar langsame Modem, das schwache WLAN und die wenigen Einstellungsmöglichkeiten verhageln den sonst guten Eindruck ein wenig.

Alles in Allem ist der GlocalMe G3 ein sehr empfehlenswerter Hotspot mit vielen Alleinstellungsmerkmalen.