Die Deutsche Telekom baut derzeit in sehr vielen Regionen VDSL Vectoring mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s im Download aus. Im Zuge der Umstellung auf BNG ist Vectoring in den letzten Wochen insbesondere in vielen Städten aktiviert worden, die schon seit vielen Jahren mit VDSL 50 ausgebaut waren. Doch angesichts des steigenden Bandbreiten-Bedarfs in der Bevölkerung und durch die Konkurrenz der Kabelnetz-Betreiber sollte ursprünglich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 flächendeckend im Vectoring-Netz die nächste Geschwindigkeitsstufe aktiviert werden: 250 Mbit/s mit Supervectoring. Wie die Telekom nun anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen bekannt gegeben hat, verzögert sich die Bereitstellung von Supervectoring allerdings bis ins Jahr 2019.

Voraussetzungen für Supervectoring

Die Supervectoring Technik bietet vor allem bei einer sehr kurzen Kupferleitung höhere Geschwindigkeiten gegenüber normalem VDSL Vectoring, daher dürften insbesondere Kunden in Bereichen profitieren, wo bereits VDSL mit 100 Mbit/s buchbar ist. Die Telekom achtet beim derzeitigen Vectoring-Ausbau zumeist darauf, dass die Glasfaser-Kabel so nah zu den Kunden herangeführt werden, dass möglichst überall VDSL 100 zur Verfügung steht. Genaue Angaben, bis zu welcher Leitungslänge welche Geschwindigkeiten mit Supervectoring erreicht werden können, gibt es seitens der Telekom aber noch nicht.
Eine weitere Voraussetzung ist die passende Technik im MSAN der Telekom, die dort verbauten Steckkarten sind teilweise bereits jetzt schon Supervectoring fähig, andere müssen mit einem Update versehen oder gar komplett ausgetauscht werden. Nicht zuletzt muss das Modem beim Kunden die Supervectoring-Technik unterstützen.

Ein Multifuktionsgehäuse mit integrierter VDSL Vectoring Technik der Telekom.
Ein Multifuktionsgehäuse mit integrierter VDSL Vectoring Technik der Telekom. Bild: maxwireless.de

Modem-Router für Supervectoring

Auch wenn Supervectoring nun erst bis 2019 kommt: seit Mitte 2017 sind bereits Router mit integriertem VDSL Supervectoring Modem erhältlich, man kann sich also bereits jetzt mit zukunftssicherer Hardware versorgen. Zum einen ist die FRITZ!Box 7590 des deutschen Herstellers AVM mit einem solchen Modem ausgestattet, zum anderen bietet der chinesische Hersteller TP-Link mit dem VR2800v einen entsprechenden Router an. AVM hat mit der FRITZ!Box 6890 LTE zudem sogar einen Modem-Router mit Supervectoring im Programm, der zusätzlich noch Mobilfunk-Verbindungen über LTE und UMTS unterstützt. Die Telekom selbst hat derzeit noch keinen Supervectoring-Router im Portfolio, der oft verkaufte Telekom Speedport Smart kann nur VDSL Vectoring mit bis zu 100 Mbit/s.

Update vom 15.11.2017: wie in den Kommentaren richtigerweise angemerkt wurde, beginnt die Deutsche Telekom den Supervectoring Rollout nach derzeitiger Planung weiterhin im Jahr 2018. Lediglich die Bereitstellung für „alle“ Anschlüsse verzögert sich bis ins Jahr 2019. Man wird abwarten müssen, wie schnell das Update auf Supervectoring letztlich ausgerollt wird.