Netgear hat vor wenigen Tagen mit dem Nighthawk M1 LTE Hotspot den ersten Gigabit LTE Router vorgestellt. Das Gerät mit der Modellnummer MR1100 verfügt über ein Qualcomm Modem mit LTE der Kategorie 16 und erreicht in entsprechend ausgebauten Mobilfunknetzen Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s im Downlink. Im Uplink können bis zu 150 MBit/s erreicht werden. Auch die sonstige Technik des Hotspots ist sehr aktuell, so gibt es zum Beispiel einen Gigabit RJ-45 LAN Anschluss, Dualband WLAN-ac und einen wechselbaren Akku. Der Nighthawk M1 ist vorerst nur in Australien beim Anbieter Telstra verfügbar.

Netgear Nighthawk M1

Der Netgear Nighthawk M1 MR1100 unterscheidet sich vom Design her deutlich von den anderen Netgear LTE Hotspots der Modellserie „AirCard“. Der Router ist quadratisch, etwa 10cm breit, 2cm hoch und 240g schwer und bietet in der Mitte ein 2,4 Zoll großes, rundes Farbdisplay. Herzstück ist das moderne Modem von Qualcomm, dieses unterstützt 4.5G bzw. LTE Advanced Pro mit LTE Cat16 (max. 1 GBit/s im Downlink und 150 MBit/s im Uplink). Möglich werden solch hohe Geschwindigkeiten durch die Unterstützung von 4×4 MIMO, 4-Band Carrier Aggregation und 256QAM Modulation – wobei natürlich auch das Mobilfunknetz diese Features unterstützen muss, um die maximale Bandbreite erreichen zu können. Selbstverständlich ist der Hotspot aber auch abwärtskompatibel und arbeitet auch in Mobilfunknetzen, die z.B. nur 2×2 MIMO und 64QAM nutzen.

Weitere technische Merkmale

Die Verbindung zu den Endgeräten erfolgt wahlweise über USB, LAN oder WLAN. Für die USB-Verbindung kann man das mitgelieferte USB Typ C Ladekabel verwenden, zur Datenverbindung wird nämlich der USB Typ C Anschluss und nicht der ebenfalls vorhandene Full-Size USB Anschluss verwendet (letzterer ist nur für die Powerbank-Funktion gedacht). Alternativ kann auch der RJ-45 Gigabit LAN Anschluss zur Verbindung genutzt werden. Die meisten Nutzer werden aber wohl das WLAN verwenden, hier können bis zu 20 Geräte gleichzeitig mit dem Router verbunden werden. Das WLAN arbeitet auf Wunsch im Dualband-Betrieb auf 2,4 GHz und 5 GHz, WLAN-ac wird selbstverständlich unterstützt. Außerdem hat Netgear wieder die „WiFi Offload“ Funktion integriert, mit der vorhandene WLAN Netzwerke als Internetzugang verwendet werden können (auch bekannt als WLAN Extender / WLAN Repeater).

Der Netgear Nighthawk M1 Hotspot hat einen 5040 mAh starken Akku und unterstützt die Qualcomm QuickCharge 2.0 Technik. Mit Hilfe eines QC 2.0 fähigen Netzteils kann man den Akku laut Netgear bis zu 75% schneller aufladen als mit einem regulären Netzteil. Die Betriebszeit ist durch den starken Akku im Vergleich zum Vorgänger AirCard 810 nochmals verbessert worden, mit einer Akku-Ladung kommt der Nighthawk M1 laut Netgear knapp einen Tag (rund 24 Stunden) aus.

Der Nighthawk M1 bietet auch Anschlüsse für eine externe Antenne.

Leider ist der Netgear Nighthawk M1 LTE Hotspot nicht mit der Netgear DC112A Dockingstation kompatibel, obwohl diese noch gar nicht so lange erhältlich ist. Mit dem DC112A kann man Netgear LTE Hotspots vom Typ AC785, AC790 oder AC810 verbinden und so in einen vollwertigen, stationären LTE Router verwandeln. Immerhin bietet der Nighthawk M1 mit dem integrierten RJ-45 LAN Port eine Alternative und ist zumindest ansatzweise auch für die stationäre Nutzung interessant.

Marktstart in Deutschland

Derzeit ist der Netgear MR1100 Nighthawk M1 Hotspot nur in Australien beim dortigen Mobilfunk-Netzbetreiber Telstra verfügbar. Laut Markus Weidner von Teltarif.de, welcher sich den Nighthawk M1 schon auf der CES in Las Vegas ansehen konnte, ist aber auch ein Markstart in Deutschland geplant. Im späten Frühjahr 2017 soll der Router hierzulande auf den Markt kommen.
Da die maximale LTE Geschwindigkeit in Deutschland bei allen Netzen deutlich unter 1 GBit/s liegt, wird man die volle LTE Cat16 Performance des Netgear Nighthawk M1 vorerst nicht nutzen können. Das Gerät dürfte aber dennoch eine willkommene Ergänzung auf dem Markt sein, da es derzeit kaum mobile LTE Hotspots mit einer so guten Ausstattung zu kaufen gibt. Und vom starken Akku sowie dem RJ-45 LAN Anschluss profitiert man ja auch in langsameren Mobilfunknetzen!

Download: PDF Datenblatt zum Netgear Nighthawk M1 (Australien Version)