Diese Woche fand der Huawei European Innovation Day 2017 statt. Der Netzwerk-Ausrüster nutzte die Gelegenheit, um über grundsätzliche Themen wie Netzausbau und Innovationskraft in Europa zu sprechen, aber auch, um den aktuellen Stand der Technik aufzuzeigen. Deutlich wurde zudem, dass dem chinesischen Konzern die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Universitäten sehr wichtig ist, um auch künftig innovative Produkte anbieten zu können. 

5G kommt ab 2019

Die 5. Mobilfunk-Generation 5G war bei vielen Vorträgen und Diskussionen ein beherrschendes Thema. Wirklich spannende Neuigkeiten gab es nicht, aber es wurde mehrfach betont, dass ab dem Jahr 2019 mit ersten 5G Mobilfunknetzen zu rechnen sei. Laut Dr. Zhou, CMO bei der Huawei Wireless Group, werden ab diesem Zeitpunkt auch entsprechende 5G Smartphones erhältlich sein, wobei sich diese optisch nicht von den bislang bekannten Smartphones unterscheiden sollen. Erste Anwendungen für 5G werden laut Zhou voraussichtlich mobiles Breitband im Gigabit-Bereich sowie DSL Ersatz-Produkte (sogenannte WTTx Anwendungen) sein, weitere Bereiche wie Automotive werden wohl erst ab dem Jahr 2020 von 5G profitieren, da die Entwicklung hier noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Professor Rahim Tafazolli vom 5G Innovation Centre & Insititute for Communication Systems betonte, dass derzeit zwar viele Pre-5G Tests durchgeführt werden, aber noch keine Standardisierung durch die 3GPP erfolgt ist. Vor dem Jahr 2019 sei nicht mit kommerziellen, standardisierten 5G-Lösungen zu rechnen. Vorzeitig beworbene Produkte und Technologien solle man kritisch hinterfragen – nur eine standardisierte und vollständig kompatible 5G Lösung sei zukunftsfähig.

Europa soll mehr Investieren

Ken Hu, Rotating CEO der Huawei Technologies, betonte in seiner Eröffnungs-Ansprache die Innovationskraft Europas. So seien bislang alle Mobilfunk-Generationen maßgeblich von europäischen Unternehmen und Wissenschaftlern geprägt worden und auch bei 5G sei ein starker Einfluss aus Europa erkennbar. Es seien aber auch Herausforderungen zu meistern, so müssten zum Beispiel bis zum Jahr 2025 rund 155 Mrd. Euro zusätzlich in digitale Infrastrukturen investiert werden, um die von der EU Kommission gesetzten Ziele zu erreichen. Hier sollte man aber natürlich im Auge behalten, dass Huawei als einer der größten Netzwerk-Ausrüster weltweit selbst sehr von erhöhten Investitionen profitieren würde.

Der chinesische Netzwerk-Ausrüster betonte mehrfach, dass er auch künftig stark in Forschung und Entwicklung investieren möchte, Partnerschaften mit Universitäten sollen weiter ausgebaut werden und neue Forschungs-Zentren eröffnet werden. Neben dem großen Standort in München sollen in Europa schon in Kürze neue Standorte in London und Paris hinzukommen. Auch bestehende Partnerschaften sollen weiter fortgeführt werden, wie etwa die Zusammenarbeit in der 5G Automotive Alliance, kurz 5GAA.

Bilder: Huawei