Vor dem Jahr 2020 werden vermutlich keine 5G Netze an den Start gehen, doch die technischen Grundpfeiler der nächsten Mobilfunk-Generation werden immer deutlicher sichtbar und Mitte 2018 soll 5G im 3GPP Release 15 dann endlich standardisiert werden. Ab dem Zeitpunkt der Standardisierung können Netzwerk-Ausrüster und Chip-Hersteller ihre Vor-Standard Hardware- und Software dann zügig standardkonform anpassen und an Netzbetreiber sowie Kunden ausliefern. Wie der Weg bis dahin aussehen könnte und welche Spezifikationen voraussichtlich Teil des 5G Standards sein werden, hat Dr. Peter Zhou, Chief Marketing Officer für die Wireless Product Line bei Huawei Enterprise, auf dem Huawei Global Mobile Broadband Forum verraten.

Ziel: weltweit einheitlicher 5G Standard

Die Standardisierungs-Organisation 3GPP hat das Ziel, mit dem Release 15 den ersten industrieweit gültigen 5G Standard zu definieren. In der 3GPP arbeiten diverse Organisationen mit, unter anderem die europäische ETSI (European Telecommunications Standards Institute). Ein einheitlicher Standard ist sehr wichtig, damit 5G weltweit nach den gleichen technischen Grundlagen aufgebaut wird – so wie es bei 4G / LTE derzeit auch der Fall ist. Die unten als Grafik eingebundene Timeline der 3GPP verrät: im Juni 2018 soll das Release 15 fertig sein – und damit die Basis für 5G geschaffen sein.


Huawei: Details zu Antennen-Technik bei 5G

Exakte Spezifikationen zu 5G gibt es wie beschrieben erst ab frühestens Juni 2018. Dr. Peter Zhou von Huawei beschrieb auf Nachfrage von maxwireless.de, wie sich Huawei die Antennen-Technik bei 5G vorstellt: im High-Band Bereich (z.B. 3,5 GHz, C-Band) soll mindestens 4×4 MIMO Antennen-Technik verpflichtend sein, im Low-Band Bereich (z.B. unter 1,8 GHz) soll mindestens 2×2 MIMO ausgebaut werden. So viel zu den Mindest-Voraussetzungen, welche 5G Netzwerke erfüllen müssen. Im High-Band Bereich sieht Zhou die Zukunft aber vor allem auch bei Massive MIMO Antennen-Technik – wobei man bei dieser Einschätzung natürlich auch berücksichtigen muss, dass der Netzwerk-Ausrüster mit Massive MIMO Antennen-Technik ordentlich Geld verdient. Als verpflichtenden Standard wird man Massive MIMO bei 5G / 3GPP Rel. 15 daher wohl erst einmal nicht sehen.

5G Massive MIMO Antenne im Test-Einsatz bei der Telekom.
5G Massive MIMO Antenne im Test-Einsatz bei der Telekom.

Huawei: 5G-Netze müssen KI nutzen

Laut Dr. Zhou wird bei 5G ein ganz wesentlicher Punkt sein, dass die Netztechnik mit künstlicher Intelligenz („KI“) ausgestattet wird. Er sagte auf dem Mobile Broadband Forum in London: „KI ist ein Kernelement in 5G-Netzen. Die Mobilfunk-Netze müssen intelligent werden“. Dabei kann man die künstliche Intelligenz in verschiedenen Bereichen des Netzes gut gebrauchen: die Sender könnten untereinander ständig kommunizieren, um stets das Optimum aus dem vorhandenen Funkspektrum herausholen zu können. Für den Kunden geht es um eine möglichst gute Netzabdeckung und um eine hohe Service-Qualität, für den Betreiber um möglichst effiziente Nutzung der Funklizenzen und damit auch um Senkung von Kosten. Auch in anderen Bereichen kann man sich den Einsatz von KI im Mobilfunknetz gut vorstellen, zum Beispiel wenn es um Edge Computing oder um Autonomes Fahren geht.

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