Der schnellste und am besten ausgestattete DSL Router im Sortiment von 1&1 ist seit August 2017 der HomeServer Speed+, auch bekannt als AVM FRITZ!Box 7590. Das Gerät bietet schnelles WLAN mit 4×4 MU-MIMO Technik, hat eine gut ausgestattete Telefonanlage und ist ideal für ein kleines Heimnetzwerk geeignet. Die FRITZ!Box 7590 im original AVM Design hinterließ im Test eine gute Figur, aber wo liegen nun die genauen Unterschiede zwischen 1&1 HomeServer Speed+ und der original 7590? In diesem Artikel gibt es dazu alle Details.

Schwarzes Gehäuse mit 1&1 Logo

Der 1&1 HomeServer Speed+ ist mit einem schwarzen Plastik-Gehäuse ausgestattet. Anders als bei der im freien Handel erhältlichen AVM FRITZ!Box 7590 sind alle Gehäuse-Teile in der gleichen Farbe gehalten. Auch die Rückseite – im Grunde ein großes Lüftungsgitter – ist schwarz. Auf der Front gibt es ein großes 1&1 Logo, darunter das FRITZ!Box Logo und die 1&1 Geräte-Bezeichnung. Das Design ist natürlich Geschmacksache, doch im Test fiel sofort ein Nachteil der schwarzen 1&1 Version auf: im Vergleich zur weißen AVM-Version sammeln sich Fingerabdrücke sofort und zahlreich auf dem Gehäuse, auch leichte Kratzer sind auf Grund der Hochglanz-Lackierung sofort sichtbar. Das weiße Gehäuse der original 7590 zeigte diese Schwächen nicht.

Trotz anderer Gehäuse-Farbe ist der 1&1 HomeServer Speed+ für den Kenner sofort als FRITZ!Box 7590 erkennbar, denn die Bauform ist identisch und es gibt technisch gesehen keine Unterschiede zum Original. So sind die fünf LEDs und die drei Tasten auf der Front positioniert, Anschlüsse findet man auf den Seiten und auf der Rückseite. Einzig der Lieferumfang ist leicht unterschiedlich, so fehlt beim 1&1 HomeServer Speed+ das Y-Kabel zum Anschluss des Routers an einem analogen Telefon-Anschluss mit DSL-Splitter. Das liegt vermutlich daran, dass 1&1 nur noch moderne IP-Anschlüsse anbietet und die Kunden daher lediglich das 4m lange DSL-Kabel brauchen, welches natürlich zum Lieferumfang gehört.

Die Rückseite der beiden FRITZ!Box 7590 Modelle.
Die Rückseite der beiden FRITZ!Box 7590 Modelle.

Einrichtungsassistent von 1&1

Sobald man den 1&1 HomeServer Speed+ mit dem DSL-Anschluss verbunden und mit Strom versorgt hat, kann es an die Einrichtung gehen. Ein Einrichtungsassistent hilft bei der Konfiguration, im Test ging das problemlos und schnell. Auf Wunsch kann man den Assistenten natürlich auch beenden bzw. überspringen. Der Assistent ist – zumindest in dieser Form – übrigens der 1&1 Version der FRITZ!Box 7590 vorbehalten, bei der im freien Handel erhältlichen 7590 gibt es dagegen einen Einrichtungsassistenten, der für viele verschiedene Anbieter geeignet ist.

1&1 Einrichtungsassistent.
1&1 Einrichtungsassistent.

Ist die Grundkonfiguration durchgeführt, wird man auf die FRITZ!OS Benutzeroberfläche geleitet. Ab hier unterscheidet sich der 1&1 HomeServer Speed+ nicht mehr von der AVM FRITZ!Box 7590 aus dem freien Handel, lediglich der Zusatz „UI“ hinter der Software-Version lässt erkennen, dass man eine 1&1 Hardware verwendet. In der Benutzeroberfläche stehen alle von AVM bekannten Funktionen zur Verfügung, auch Firmware-Updates bekommt man zeitgleich mit den restlichen Router-Modellen aus dieser Baureihe.

VDSL mit Supervectoring bei 1&1

Der 1&1 HomeServer Speed+ hat ein modernes VDSL Modem integriert, welches auch Supervectoring (VDSL Profil 35b) beherrscht. Bis zu 300 MBit/s im Download und bis zu 40 MBit/s im Upload sind laut AVM theoretisch möglich. Die schnellsten derzeit bei 1&1 im Privatkunden-Bereich verfügbaren Anschlüsse basieren jedoch auf der VDSL Vectoring-Technik, welche „nur“ bis zu 100 MBit/s im Download und bis zu 40 MBit/s im Upload erlaubt. Supervectoring soll laut Deutsche Telekom, die für 1&1 die Anschlüsse zur Verfügung stellt, erst ab dem 2. Halbjahr 2018 angeboten werden. Ab diesem Zeitpunkt werden dann wohl auch 1&1 Kunden schnelle Supervectoring-Tarife angeboten werden. Details, genaue Konditionen und Preise gibt es zum jetzigen Zeitpunkt (Mitte 2017) aber noch nicht.

Vergleich zum HomeServer+

Der 1&1 HomeServer Speed+ (FRITZ!Box 7590) ist das aktuelle Top-Modell von AVM und Nachfolger des 1&1 HomeServer+ (FRITZ!Box 7490). Wie ein Vergleich der Geräte zeigt, gibt es einige Unterschiede. Der HomeServer Speed+ bietet WLAN mit bis zu 1.733 MBit/s im 5 GHz Bereich und bis zu 800 MBit/s im 2,4 GHz Bereich, dafür wird die 4×4 Multi-User MIMO Technik genutzt. Der ältere HomeServer+ bietet dagegen nur 3×3 MIMO Antennen-Technik, verzichtet also auf das effizientere Multi-User MIMO und kann maximal 1.300 MBit/s im 5 GHz Bereich erreichen.

Die Anschlüsse beim 1&1 HomeServer Speed+.
Die Anschlüsse beim 1&1 HomeServer Speed+.
Oben: original FRITZ!Box 7590. Unten: HomeServer Speed+.
Oben: original FRITZ!Box 7590. Unten: HomeServer Speed+.

Bei den Anschlüssen gibt es ebenfalls einige Unterschiede: beide Geräte haben zwei Anschlüsse für analoge Telefone (2x RJ11 und 2x TAE), beim HomeServer Speed+ ist einer der TAE-Anschlüsse jedoch mittels RJ-11 auf TAE Adapter ausgeführt. Beide Geräte bieten 4x RJ45 Gigabit LAN, der HomeServer Speed+ jedoch zusätzlich noch Gigabit WAN zum Anschluss des Routers an ein externes Modem oder ein bestehendes Netzwerk. Auch beim USB-Anschluss gibt es Unterschiede: zwar haben beide Geräte 2x USB 3.0 Schnittstellen, doch der HomeServer Speed+ kann Daten viel schneller im Netzwerk verschieben: 70 MB/s wurden im Test mit dem 1&1 HomeServer Speed+ erreicht, 16 MB/s mit dem 1&1 HomeServer+.

Preis des 1&1 HomeServer Speed+

1&1 verkauft den HomeServer Speed+ sowohl mit DSL-Vertrag als auch ohne Vertrag. Mit Vertrag kostet der Router monatlich 6,99 Euro, das sind zwei Euro mehr als das Vorgänger-Modell HomeServer Speed (AVM FRITZ!Box 7490) kostet. Angesichts des deutlich besseren WLAN-Moduls, des schnelleren Modems und der gesteigerten USB-Leistung ist der Aufpreis von 24 Euro zum Vorgänger (über die komplette Mindestvertragslaufzeit gesehen) sehr fair. Auch der Gesamtpreis von 24 x 6,99€, also 167,76€, ist sehr gut – immerhin kostet die AVM FRITZ!Box 7590 im freien Handel derzeit rund 100 Euro mehr! Nach den 24 Monaten gehört der Router dem Kunden, anders als bei der Telekom handelt es sich nicht um ein Miet-Gerät.

Übersicht der 1&1 DSL-Tarife mit dem HomeServer Speed+

AVM FRITZ!Box 7590 (rechts) und 1&1 HomeServer Speed+ (links) im Vergleich.
AVM FRITZ!Box 7590 (rechts) und 1&1 HomeServer Speed+ (links) im Vergleich.

Auch Bestandskunden können den 1&1 HomeServer Speed erwerben, dazu gibt es zwei Möglichkeiten: entweder erwirbt man das Gerät vergünstigt über eine Vertragsverlängerung, den genauen Preis erfährt man in diesem Fall über die 1&1 Hotline. Oder man kauft das Gerät für 199,98 Euro zzgl. 10 Euro Versandkosten im Kunden-Shop (nur zugänglich für 1&1 Bestandskunden!).

Im Vergleich zur FRITZ!Box 7590 im Original-Design ist der 1&1 HomeServer Speed+ ein Schnäppchen.
Im Vergleich zur FRITZ!Box 7590 im Original-Design ist der 1&1 HomeServer Speed+ ein Schnäppchen.

Fazit: FRITZ!Box 7590 mit Schnäppchen-Potenzial

Der 1&1 HomeServer Speed+ zeigt sich bei einem genauen Blick auf das Gerät als vollwertige AVM FRITZ!Box 7590, bei dem lediglich die Gehäuse-Farbe geändert- und ein spezieller Einrichtungs-Assistent vorinstalliert wurde. Zudem wurde ein (unnötiges) Kabel im Lieferumfang eingespart.

Test: AVM FRITZ!Box 7590

Vergleich: AVM FRITZ!Box 7590 und 7490

Angesichts des Preises von 6,99 Euro monatlich bzw. einmalig 199,98€ entpuppt sich der 1&1 HomeServer Speed+ als echtes Schnäppchen. Man bekommt einen sehr leistungsfähigen VDSL Modem-Router zu einem sehr fairen Preis. Damit ist der 1&1 HomeServer Speed+ uneingeschränkt empfehlenswert.