Erfahrungsbericht: Prepaid SIM Karte in Japan kaufen

Erfahrungsbericht: Prepaid SIM Karte in Japan kaufen

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Im Urlaub darf eine mobile Internetverbindung bei vielen Leuten heutzutage nicht mehr fehlen. Während das Roaming in Europa mittlerweile vergleichsweise kostengünstig und unkompliziert ist, muss man in fernen Ländern wie Japan schon etwas genauer schauen, welche technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen und welche Tarife angeboten werden, um nicht in eine Kostenfalle zu geraten. In diesem Artikel möchte ich zeigen, wie man in Japan eine günstige Prepaid SIM-Karte für mobiles Internet auf dem Smartphone kaufen kann und worauf man dabei achten sollte.

Deutsche Anbieter oft teuer

In der europäischen Union bieten viele Anbieter mittlerweile das Roaming ohne Aufpreis an, d.h. es wird kein Zuschlag mehr fällig, wenn man die im Tarif enthaltene Internet-Flat auch im Ausland nutzt. Bei einigen Tarifen ist sogar die Nutzung in den USA und Kanada kostenfrei, in Japan bietet allerdings keiner der Anbieter diese Möglichkeit. Bei moderater Nutzung kann es je nach Anbieter dennoch interessant sein die vorhandene SIM-Karte aus der Heimat zu nutzen, wie das Angebot der Telekom zeigt: in Japan ist eine Woche mobiles Internet für 14,95€ buchbar (Stand: Dezember 2016), wobei maximal 150 MB nutzbar sind, danach wird die Verbindung abgeschaltet. Für 2,95€ gibt es zudem einen Tagespass mit 50 MB Datenvolumen. Für ein wenig WhatsApp und seltene Internetnutzung reicht das auf jeden Fall, der Vorteil ist natürlich die sehr einfache Buchung des Auslands-Datentarifs über pass.telekom.de, ohne sich weiter kümmern zu müssen.

Die Telekom bietet einen DayPass und einen WeekPass für Japan an.
Die Telekom bietet einen DayPass und einen WeekPass für Japan an.

U-Mobile SIM Karte kaufen und aktivieren

Deutlich mehr Spaß macht die mobile Internetnutzung mit einer der vielen Prepaid SIM Karten, die japanische Anbieter speziell für Touristen anbieten und die oft schon am Airport zu günstigen Preisen verkauft werden. Ich persönlich habe mich für den Anbieter U-Mobile entschieden, daher werde ich diesen nun kurz vorstellen. Pro Tag sind laut Anbieter 200 MB inklusive, danach wird gedrosselt. Telefonie und SMS sind mit der U-Mobile Karte nicht möglich, das ist bei allen Touristen SIM-Karten so üblich.

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Die U-Mobile SIM-Karte gibt es mit 7 Tagen Laufzeit…
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…sowie mit 15 Tagen Laufzeit.

Vor dem Kauf der U-Mobile Prepaid SIM-Karte muss man sich entscheiden, ob man den Tarif 7 Tage oder 15 Tage lang nutzen möchte. Nach diesem Zeitraum wird die SIM deaktiviert, man kann natürlich auch mehrere Karten kaufen, wenn man länger unterwegs ist. Die Karte kostet für 7 Tage 2.376 Yen (rund 20€), für 15 Tage 3.456 Yen (rund 29 Euro), jeweils inkl. Steuer.

Kaufen kann man die SIM-Karte wie gesagt direkt am Airport, ich habe sie in Tokyo Haneda im 7-11 Store erworben. Dieser Store befindet sich im Departure Level (3F). Die U-Mobile Karte ist überall gleich teuer, sodass es egal ist, wo man sie letztendlich erwirbt. Am Airport Tokyo Narita soll es wohl sogar die Möglichkeit geben, die Karte am Automaten zu kaufen.

7-11 Store im Tokio Haneda Airport, Departure Level
7-11 Store im Tokio Haneda Airport, Departure Level

Man sollte vor dem Kauf wissen, welche SIM-Karten Größe man benötigt, da sowohl Nano-SIM als auch Micro-SIM angeboten werden. Ach ja, und ein SIM-Card Tool zum Wechsel der SIM-Karte sollte man natürlich mit auf die Reise nehmen, sofern es benötigt wird! Die Aktivierung der Karte ist relativ einfach und auf der Verpackung natürlich auch in Englisch erklärt (aber nicht auf deutsch!). Man benötigt jedoch kurz Internet um den Aktivierungs-Server zu erreichen, sodass sich die Aktivierung direkt im kostenlosen Airport WLAN anbietet.

Geschwindigkeit und Technik bei U-Mobile

U-Mobile funkt, wie auch viele andere Touristen SIM-Karten, im Netz von NTT docomo. Dieses ist hervorragend ausgebaut, mit meinem iPhone SE habe ich ausschließlich LTE angezeigt bekommen, kein einziges Mal ist das Gerät auf 3G/UMTS gewechselt. Wichtig ist jedoch, dass man ein Gerät verwendet, welches die von NTT docomo verwendeten Frequenzbereiche unterstützt. Im Großraum Tokyo wurde LTE auf Band 1 (2100 MHz), auf Band 3 (1800 MHz) und auf Band 19 (800 MHz) gesendet, möglicherweise werden zudem weitere Bänder genutzt. Die aktuellen Apple iPhone Modelle (iPhone 6, 6s, 7, SE) eignen sich sehr gut, ebenso die iPad Modelle mit LTE ab dem iPad Air oder neuer. Informiert euch am besten vorher im Internet, wie es bei eurem Endgerät aussieht.

Die maximale Geschwindigkeit beträgt laut Anbieter 225 MBit/s im Download, wobei theoretisch ab 200 Megabyte Nutzung pro Tag auf 200 KBit/s gedrosselt wird. Praktisch sah es bei mir so aus, dass man zwar jederzeit sehr schnell und problemlos surfen konnte, im Speedtest aber selten mehr als 20 MBit/s im Downlink und 20 MBit/s im Uplink erreicht wurden – sprich es war weit entfernt von den maximalen 225 MBit/s. Ebenfalls auffällig: auch bei intensiver Nutzung konnte ich keine Drosselung feststellen, was aber natürlich jederzeit geändert werden kann.

Weitere Prepaid SIM Karten in Japan

Ich war mit der U Mobile SIM Karte sehr zufrieden und würde sie jederzeit weiter empfehlen. Es gibt aber wie gesagt auch noch einige weitere Angebote speziell für Touristen, von denen ich einige kurz erwähnen möchte. Auch diese Karten kann man oft direkt am Airport, bei Elektronik-Läden wie BIC Camera (ähnlich Saturn/Media Markt) oder bei kleinen Convenience Stores wie 7-11 oder Lawsons erwerben, wie man unten im Bild sehen kann.

So gibt es zum Beispiel die „Japan Travel SIM“ mit 1GB für 30 Tage bzw. 2GB für 3 Monate, beide Angebote sind angeblich „wiederaufladbar“. Ein Preis stand nicht dran, daher kann ich dazu nichts sagen. Außerdem gab es zum Beispiel noch die Ninja SIM, welche 3GB Volumen für 30 Tage zum Preis von 5.292 Yen inkl. Steuer anbietet. Auch hier sollte man natürlich auf die Größe das richtige SIM-Karten Format achten.

Weitere Infos zu U-Mobile gibt es auf der U-Mobile Webseite (englischsprachig).

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  • Marcel

    Dennoch ganz schön teuer. Gibt es vergleichbare Angebote wie hierzulande?

  • Max

    Japan ist ganz grundsätzlich erst mal kein billiges Land, alles ist mindestens so teuer wie in Deutschland, eher teurer. Es gibt vergleichbare Angebote, für Touristen empfehlen sich allerdings wirklich die “Visitor SIM Cards”, denn diese lassen sich einfach in Betrieb nehmen (englische Beschreibung) und deaktiveren sich nach einiger Zeit von selbst. Vermutlich gäbe es aber die Möglichkeit, auch eine günstigere Karte zu erwerben, wenn man sich da genau informiert und idealerweise japanisch kann, denn englisch wird nicht so oft wie in Deutschland gesprochen, schon gar nicht in “normalen” Handy-Shops.