AVM war dieses Jahr das erste Mal auf dem Mobile World Congress in Barcelona dabei und hat eine ganze Reihe neuer Router-Modelle vorgestellt, darunter auch die FRITZ!Box 7580 Serie. Serie deshalb, weil neben der FRITZ!Box 7580 auch noch die Modelle 7581 und 7582 geplant sind. Die Router sind sich technisch und optisch sehr ähnlich, Unterschiede gibt es nur bei den verwendeten Modems – doch dazu später mehr. Die FRITZ!Box 7580 soll eine Ergänzung zum bisherigen Top-Modell FRITZ!Box 7490 darstellen und diese (zumindest vorerst) nicht ersetzen. Der Fokus liegt auf einem besonders schnellen WLAN Funkmodul, welches Multi-User MIMO beherrscht.

AVM FRITZ!Box 7580

Die FRITZ!Box 7580 ist im Grunde eine FRITZ!Box 4080 mit integriertem VDSL Modem. Die 4080 wurde schon vor einiger Zeit als reiner WLAN-Router von AVM vorgestellt, kam allerdings nie auf den Markt und wird nach Informationen von maxwireless.de auch nicht mehr auf den Markt kommen. Im Vergleich zur FRITZ!Box 7490 gibt es einige interessante Neuerungen, zum Beispiel Multi-User MIMO (MU-MIMO) für Geschwindigkeiten von bis zu 2.533 MBit/s brutto über die Luftschnittstelle.

7580 Daten

Die FRITZ!Box 7580 hat diverse Anschlüsse, darunter 4x Gigabit LAN und 2x USB 3.0. Neu ist der separat zu den vier LAN-Anschlüssen verbaute Gigabit WAN Port. Dieser erkennt ein angeschlossenes externes Modem automatisch und startet in der passenden Konfiguration. Damit ist die 7580 auch für den Betrieb hinter einem Glasfaser- oder Kabel-Modem ideal geeignet. Natürlich ist auch eine Telefonanlage mit an Bord, über DECT können drahtlose Telefone betrieben werden. Zusätzlich stehen zwei RJ-11 Anschlüsse, 2 TAE-Buchsen und ein ISDN-S0 Port zur Verfügung.

AVM FRITZBox 7580

Wie auf den Fotos und im Video gut zu sehen ist, kommt die AVM FRITZ!Box in einem neuen Design daher, welches sich deutlich vom bisherigen „flachen“ FRITZ!Box Design unterscheidet. Dies hat vor Allem mit den integrierten WLAN Antennen zu tun, diese profitieren von der geänderten Bauform. Laut AVM wird es aber auch künftig Router-Modelle mit dem alten und bewährten Design geben.

Fritzbox 7580 Anschluesse

7580 USB Seite

FRITZ!Box 7581 und 7582

Das Modem der AVM FRITZ!Box 7580 unterstützt „nur“ VDSL Vectoring mit bis zu 200 MBit/s. In den nächsten Jahren werden aber voraussichtlich noch höhere Datenraten über das Kupferkabel möglich sein, daher plant AVM schon mal weiter. Die nächste Entwicklungsstufe stellt Supervectoring (auch bekannt als „V+“, Annex Q oder schlicht „35b“) dar, Supervectoring soll voraussichtlich ab 2018 großflächig im VDSL Netz eingesetzt werden. Mit Supervectoring sind etwa 300 MBit/s im Downlink bei 300m Leitungslänge möglich. Das Modem der FRITZ!Box 7580 kann die Technik jedoch nicht nutzen und wird auch nicht mit einem Update nachrüstbar sein, da neue Hardware notwendig ist. Hintergrund: die FRITZ!Box 7580 kann maximal 30 MHz im Kupferkabel nutzen. Hier kommt die FRITZ!Box 7581 ins Spiel, sie kann 35 MHz nutzen und wird zeitnah mit den ersten Supervectoring-Angeboten auf den Markt kommen.

Fritzbox 7581

Die FRITZ!Box 7582 ist eine weitere Version der FRITZ!Box 7580, sie kommt allerdings mit einem Modem, welches zusätzlich zu Supervectoring auch G.Fast erlaubt. Auch G.Fast ist – wie Supervectoring – eine neue Technologie, welche die Geschwindigkeiten im Kupferkabel weiter erhöhen soll. Die Geschwindigkeiten sind allerdings nochmals höher, denn es werden 116 Megahertz an Frequenzspektrum im Kupferkabel genutzt (statt „nur“ 35 MHz bei Supervectoring). G.Fast wird nach derzeitigem Stand aber nicht in Koexistenz mit VDSL Vectoring bzw. Supervectoring nutzbar sein, daher ist der Einsatz in Deutschland noch fraglich bzw. wird noch etwas weiter in der Zukunft liegen. Somit ist auch der Start-Termin der FRITZ!Box 7582 bislang noch unbekannt.

Bonding bei FRITZ!Box 7581

Die AVM FRITZ!Box 7581 unterstützt neben Supervectoring auch Bonding, d.h. die Nutzung zweier Kupfer-Doppeladern zur Steigerung der Geschwindigkeit. Möglich wird dies dann über ein einfaches Y-Kabel im Lieferumfang der jeweiligen Router. Voraussetzung für die Nutzung ist natürlich, dass der Anbieter Bonding anbietet. Das erscheint zumindest in Deutschland derzeit noch recht unwahrscheinlich, da die Einführung von Bonding mit viel Aufwand verbunden ist und nicht in jedem Haushalt mehr als eine Kupferdoppelader zur Verfügung steht.