Kamera und Tasten LG G2

Mit dem neuen G2 möchte LG in der Oberklasse angreifen und den bisherigen Platzhirschen Samsung, HTC und Apple Konkurrenz machen. Die Voraussetzungen könnten besser kaum sein: das 5,2 Zoll große Display ist in einem kaum vorhandenen Rahmen eingefasst und zieht sofort die Blicke von Interessierten auf sich. Hält man das LG G2 dann in der Hand, so fällt sofort die außerordentlich gute Geschwindigkeit auf, für die ein Qualcomm Snapdragon 800 Quad-Core Prozessor mit 2,3 GHz Taktrate verantwortlich ist. Wir von maxwireless.de hatten die Gelegenheit, das LG G2 bereits vor dem Marktstart Ende September ausführlich zu testen – im Folgenden daher alle Details zu dem Gerät.

Lieferumfang und erster Eindruck
LG liefert das G2 zusammen mit einem modularen Netzstecker sowie einem In-Ear Headset aus. Das Smartphone ist entweder in schwarz oder in weiß erhältlich – in unserem Testbericht haben wir die schwarze Version verwendet. Da die Rückseite aus glänzendem Plastik besteht, sind Fingerabdrücke recht schnell sichtbar, wobei die schwarze Variante hier etwas stärker betroffen ist als die weiße.

LG G2 in Hand

Auf den ersten Blick fühlt sich das LG G2 gar nicht so groß an, wie man es bei einem Smartphone mit 5,2 Zoll Display-Diagonale vermuten würde. Die Ingenieure von LG haben hier einfach sehr gute Arbeit geleistet und den Rahmen um das Display sehr schmal gehalten. Dennoch: wie bei vielen anderen aktuellen Android-Telefonen ist die Einhand-Bedienung kaum möglich. Aus diesem Grund hat LG interessante Software-Funktionen wie etwa eine seitlich verschiebbare Tastatur integriert, mit der man auch einhändig noch gut schreiben kann.
Eine Besonderheit sind die drei Tasten auf der Rückseite des G2, direkt unter der Kamera-Linse gelegen. Während die mittlere Taste als Power-Button für das Ein- und Ausschalten des Smartphones gedacht ist, steuert man mit den beiden anderen Tasten zum Beispiel die Lautstärke während eines Telefonats oder löst die Kamera aus. Im Test haben uns die Tasten gut gefallen, auch wenn der Vorteil gegenüber seitlichen Tasten nicht bei jeder Anwendung spürbar ist.

LG G2 Rear Key

Tolles Display und schneller Chipsatz
LG verbaut im G2 ein IPS-Display, welches in jeder Hinsicht überzeugen kann. Die Leuchtkraft ist sehr gut, genau wie die Blickwinkel-Stabilität und die Farbwiedergabe. Durch die hohe Auflösung von 1920 x 1080 Pixel werden alle Inhalte sehr scharf dargestellt. Auf Eingaben reagiert der Touchscreen zuverlässig und präzise, so wie man es sich vorstellt. Besonders gut hat im Test die „Double Tap to wake“ Funktion gefallen: zweimaliges Tippen auf das Display reicht aus, um das Display anzuschalten bzw. das G2 wieder in den Ruhemodus zu versetzen. Hier hat LG ein Feature integriert, welches künftig wohl in vielen Smartphones zu finden sein wird.

Das LG G2 arbeitet wunderbar schnell und flüssig. Das liegt zum einen an der Software (dazu im nächsten Abschnitt mehr), zum anderen aber sicher auch am Chipsatz. LG hat sich hier für einen modernen Qualcomm Snapdragon 800 MSM8974 entschieden, der neben einem Prozessor auch noch viele andere Funktionen wie zum Beispiel das Modem integriert hat. Der Quad-Core Prozessor arbeitet mit bis zu 2,3 GHz je Kern und schafft es dennoch, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Das verschafft dem LG G2 eine für Smartphones überdurchschnittlich gute Akku-Laufzeit.
Der Arbeitsspeicher ist mit 2 Gigabyte ausreichend groß, sodass auch kommende Android-Versionen problemlos auf dem G2 laufen sollten, sofern LG sich dazu entschließt, entsprechende Firmware-Updates bereit zu stellen.

LG G2 Cover

Software: schnell und bunt
Im Auslieferungszustand ist Android 4.2.2 Jelly Bean samt einer von LG optimierten Oberfläche installiert. Wie gerade schon erwähnt, ist das komplette System sehr schnell, Apps starten in Windeseile und vor allem die Boot-Zeit nach dem Anschalten sucht ihresgleichen. Das Design der Benutzeroberfläche ist Geschmackssache, viele kitschige Sounds und bunte Icons begrüßen den Nutzer nach der Inbetriebnahme. Hier muss man ggfs. erst mal einige Einstellungen vornehmen, damit das LG G2 den eigenen Vorstellungen entspricht – und genau das ist eine sehr schöne Sache, denn man kann wirklich fast alles einstellen.
Da das G2 über keine Hardware-Buttons verfügt, müssen die Tasten im Display eingeblendet werden. Das nimmt natürlich eine ganze Menge Platz weg, hat aber den Vorteil, dass man die Anordnung der drei Buttons selbst bestimmen kann. So mögen die einen Nutzer die Zurück-Taste vielleicht lieber ganz rechts, die anderen lieber ganz links – insgesamt 6 verschiedene Varianten kann man in den Einstellungen auswählen.

Entertainment und Multimedia-Funktionen
Das 5,2 Zoll große Full-HD-Display eignet sich hervorragend, um Filme oder Bilder darauf anzuschauen. Die Tasten, welche sonst bei jeder Anwendung im Display eingeblendet werden, können bei Filmen und Fotos natürlich ausgeblendet werden.
Der Klang über die internen Lautsprecher ist zwar vergleichsweise laut, dürfte jedoch gerne etwas mehr Volumen haben. Besser ist da der Klang über die Kopfhörer-Buchse, die sich beim LG G2 auf der Unterseite neben dem MicroUSB-Anschluss befindet. Musik ist nicht nur laut, sondern auch qualitativ auf einem guten Niveau. Bis zu 25 Gigabyte hat man übrigens für seine Lieblings-Titel zur Verfügung, eine Erweiterung des internen Speichers via Speicherkarte ist leider nicht möglich.

LG G2 Lautsprecher

Die Kamera auf der Rückseite entspricht dem aktuellen Stand der Technik und nimmt Fotos mit maximal 13 Megapixel Auflösung im 4:3 Format auf. Verwendet man lieber das 16:9 Format, so beträgt die größtmögliche Auflösung etwa 10 Megapixel. Im Test waren die Fotos bei gutem Licht durchweg scharf und sehr farbecht, Fotos in der Dämmerung könnten aber noch einen kleinen Tick heller und detailreicher sein. Eine Besonderheit der Kamera des LG G2 ist die optische Bildstabilisierung, OIS genannt. Damit werden kleine „Wackler“ beim Fotografieren korrigiert und das Bild wird insbesondere dann schärfer, wenn es bei schlechtem Licht aufgenommen wird.

Die Kamera ermöglicht natürlich nicht nur die Aufnahme von Fotos, auch Videos können mit einer Auflösung von 1080p FullHD aufgenommen werden. Obwohl der Qualcomm Snapdragon 800 Chipsatz sogar 4K-Videos unterstützen würde, hat sich LG auf die gängige FullHD-Auflösung beschränkt. Trotzdem gibt es eine Besonderheit: Videos können auf Wunsch mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Üblich sind derzeit 30 Bilder pro Sekunde. Die Qualität der Videos ist auf jeden Fall sehr gut, nur der Ton könnte teilweise etwas besser sein.

Modem und Empfangsstärke vorbildlich
Ein aktuelles High-End Smartphone muss natürlich nicht nur im Entertainment-Bereich überzeugen können, sondern auch modernste Standards zur Datenübertragung mitbringen. Das LG G2 bietet hier zum einen WLAN 802.11 b/g/n/ac auf 2,4 GHz und 5 GHz, zum anderen natürlich GSM, UMTS und LTE. Der WLAN-Empfang war im Test gut, über das n-WLAN einer AVM FRITZ!Box 3370 kamen rund 90 MBit/s auf dem Smartphone an.
Das im Qualcomm Snapdragon 800 integrierte Modem ist eines der ersten, das LTE Kategorie 4 mit bis zu 150 MBit/s im Download unterstützt. Mangels Testkarte konnten wir das leider nicht überprüfen, allerdings erreichten wir im Telekom LTE-Netz auf 1800 MHz mit einer auf 100 MBit/s beschränkten SIM-Karte rund 99 MBit/s – ein hervorragendes Ergebnis. Auch im UMTS-Netz ist das LG G2 sehr schnell unterwegs – theoretisch mit bis zu 42,2 Megabit pro Sekunde. Praktisch war im Test bei rund 29 MBit/s Schluss, ein sehr guter Wert für UMTS.

Tasten LG G2

Insgesamt kann die Empfangsleistung des LG G2 auf jeden Fall überzeugen, das Gerät hat mit den besten Empfang aller aktuellen Smartphones (insbesondere im 800 MHz Band). Für einige vielleicht interessant: in der manuellen Netzsuche unterscheidet das LG G2 nicht nur die verschiedenen Netzbetreiber, sondern auch die Netztechnologien. Es wird also zwischen 2G, 3G und 4G unterschieden. Leider gibt es über das Einstellungsmenü nicht die Möglichkeit, das Smartphone auf „LTE only“ zu setzen – hier muss man den Umweg über das Android-Servicemenü (*#*#4636#*#*) gehen.

Akku und Sprachqualität
Im Bereich Sprachqualität ist das LG G2 mit anderen aktuellen Smartphones wie dem Samsung Galaxy S4 mini vergleichbar. Rauschen gibt es höchstens im GSM-Netz mal ein bisschen, generell ist die Sprachqualität dank zweier Mikrofone aber gut.

Der 3000 mAh starke Akku ist zwar nicht wechselbar, bietet dafür aber eine ausgesprochen gute Laufzeit. Wo andere Smartphones nur einen Tag durchhalten, sind mit dem LG G2 locker zwei Tage möglich – trotz großem FullHD-Display und schnellem Prozessor. In unserem Testzeitraum hat sich der Akku daher als eine der besten Funktionen des G2 herausgestellt!

LG G2 Smartphone

Fazit
LG hat bei seinem neuesten Flaggschiff sehr viel richtig gemacht. Das Display ist ein Traum, die Kamera macht schöne Fotos und das Gerät ist wunderbar schnell. Am besten ist aber, dass LG die Haupt-Funktionen eines jeden Mobiltelefons nicht vernachlässigt hat: der Empfang ist gut, die Sprachqualität ordentlich und der Akku absolut vorbildlich. Mit diesen Eigenschaften könnte das G2 durchaus erfolgreich werden, zumal es ab Ende September 2013 bei fast jedem Netzbetreiber und natürlich in diversen Online- und Offline-Shops angeboten werden soll.