Series60, einst mächtigstes Smartphone Betriebssystem, soll noch Mitte des Jahres einen würdigen Nachfolger erhalten, Symbain 3. Mit der 3rd Edition wurde S60 zu dem besten Betriebssystem seiner Zeit, Windows Mobile oder PalmOS waren keine Wirkliche Konkurrenz, bot man dank der Plattformoffenheit den Entwicklern die Möglichkeit alles Erdenkliche in Code zu fassen. Entwickelt wurde viel, sehr viel – mit einem fatalen Fehler: Es gab keinen „Market“ oder eine ähnliche zentrale Stelle wo die „Apps“ gesammelt oder Katalogisiert wurden. Folglich gab es die Software nur bei den Entwicklern selbst zu finden, weshalb illegale Downloads einen deutlichen Boom verzeichneten, wurden hier alle möglichen Anwendungen, jedoch hauptsächlich Spiele, gesammelt, nach Bewertungen oder Alphabet geordnet und dann zum Download angeboten.

Ein weiteres Manko zeichnete die S60 Geräte aus, die  Komplexität und die Fähigkeiten des Betriebssystems: Zwar konnte absolut alles konfiguriert werden, von Anwendungsspezifischen APNs (beispielsweise den Abruf von E-Mails nur über ein Firmen WLAN) oder die RTS Sendeschwelle( Paketdatenkollisonverhinderung), jedoch litt die Bedienbarkeit gewaltig unter der Last von dutzenden Submenüs sowie nahezu identischen Konfigurationsmenüs, welche jedoch unterschiedliche Funktionen boten.

Um es kurz zu machen: S60 war beziehungsweise ist ein Betriebssystem für Profis, Enthusiasten und bastelfreundliche Windows Jünger. Allen anderen kann man S60 nicht ohne ein schlechtes Gewissen als gutes Smartphone Betriebssystem empfehlen, wäre sich schlicht und einfach überfordert mit den Fähigkeiten ihres Mobiltelefons.

Ändern soll dies das für Mitte diesen Jahres angekündigten Symbian 3, welches vor allem in Sachen Benutzerfreundlichkeit seinem Vorgänger weit überlegen sein soll. Ausgestattet mit einem neuen User Interface, einem neuen Netzwerk Stack sowie einer neuen Speicherverwaltung die der von Maemo ähneln soll, bereitet die Symbian Foundation ihr Next-Generation OS vor. Sehr wichtig ist vor allem die dauerhafte Verbindung zu den „Social Networks“, was neben der neuen Netzwerkverwaltung eine einfache und schnelle Konfiguration bieten muss, damit die User nicht um professionelle Hilfe bieten müssen, um ihren aktuellen Status bei Facebook zu teilen oder Fotos auf Flickr hochzuladen.

Doch auch die aktuelle Hardware stellt die Entwickler vor keine leichte Aufgabe, entstammt der Kern von Symbian S60 noch aus Prä-Touchscreen beziehungsweise HD Inhalts Zeiten, weshalb man kräftig Hand anlegen musste, und dies auch getan hat, bietet Symbian 3 schon jetzt 30 von 43 geplanten, entscheidenden Neuerungen, wobei die Überarbeitung der nicht für Touchscreens ausgelegten Menüs wohl eine der kleinsten Änderungen war. Die Arbeit lässt sich auf blog.symbian.org jederzeit mit verfolgen: bisher wurden schon über 4000 Zeilen neuen Codes eingeführt sowie weitere 1000 Zeilen geändert und angepasst, und dies nur von Symbian 2 auf Symbian 3a. Bis zur  derzeitigen Version 3.0d wurden weitere, rund 1000 Zielen neuen Codes integriert sowie rund 800 Zeilen maßgeblich verbessert. Wenn Symbian 3 Ende Februar dann zur Lizensierung steht, soll es in der Version 3.0f vorliegen, welche ihre Hauptmerkmale auf einen mehrseitgem Homescreen, eine HD-Video Unterstützung/Beschleunigung sowie die perfekte Einbindungen von Onlineinhalten bieten soll, spricht man von Kontakt abgleichen, Cloud Computing um die schwachen ARM Prozessoren zu entlasten sowie die Einbildung von automatischer Medienerkennung mit direktem Online Store Zugang.

Der öffentliche Teil des Changlogs welcher in der Symbian Developer Community einsehbar ist umfasst dutzende Seiten alleine an Minimalverbesserungen wie Größen Buttons um die Bedienung zu erleichtern, doch mit Symbian3 soll noch lange nicht das Ende der Entwicklung erreicht sein. Schon zu Ende 2010 soll dieses dann durch Symbian 4 abgelöst werden, was zwar in großen Teilen auf dem dritten Vertreter beruhen wird, jedoch weitere Verbesserungen sowie Features bieten soll. Betrachtet man gleichzeitig die aktuelle Firmwareupdate-Welle bei Nokia, fällt es nicht wirklich schwer der Aussage, sich in Zukunft mehr auf die Software als die Hardware zu konzentrierten, zu glauben.

Egal wie die derzeitige Entwicklung weitergeht, wir werden euch auf dem Laufenden halten.