Nachbericht: Telekom Call & Surf via Funk Workshop

Nachbericht: Telekom Call & Surf via Funk Workshop

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Ergebnispraesentation

Die Deutsche Telekom hatte am heutigen Dienstag, den 27.05.2014, zu einem Workshop mit dem Thema „Call & Surf Comfort via Funk Tarife“ nach Bonn eingeladen. Ziel war es, die Meinung der Kunden zu diskutieren und möglicherweise bei künftigen Tarif-Änderungen mit einzubeziehen. Insgesamt waren etwa 10 Kunden vertreten, weitere Kunden hatten zwar eine Einladung, sagten aber kurzfristig ab. Auch die Verbraucherzentrale Sachsen war mit Frau Dr. Henschler vertreten, außerdem nahm Robert Manhart von der Initative für Digitale Spaltung geteilt.de teil. Von der Telekom waren unter anderem Dr. Ingo Hofacker, Leiter Privatkundenvertrieb und Michael Preißler, zuständig für Tarife im Marketing der Telekom Deutschland GmbH, anwesend. Ich hatte die Gelegenheit, für maxwireless.de am Workshop teilzunehmen und möchte in diesem Artikel über den Ablauf, die Erkenntnisse sowie die Ergebnisse eingehen.

Einleitung mit MSMC-Präsentation
Der Kunden-Workshop fand im Bonner Landgrabenweg statt, direkt neben dem Master Service Management Center (MSMC). Hier konnten die Teilnehmer direkt zu Beginn einen ausführlichen Einblick in die Netzüberwachung und Netzoptimierung bekommen: einige dutzend Mitarbeiter arbeiten Tag und Nacht vor einer riesigen Video-Wall an der Qualität der Telekom 2G, 3G und 4G Netzwerke und überwachen diverse Dienste. Nach der MSMC-Präsentation gab es einen kurzen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Call & Surf Comfort via Funk Tarife – vom Start im Jahr 2011 bis zum Jahr 2014.

Telekom LTE Workshop
Michael Preißer von der Telekom präsentiert die Agenda

Workshop-Phase in Kleingruppen
Insgesamt gab es zwei „Kreativ-Phasen“, in denen drei Gruppen aus jeweils 3-4 Kunden und einem Vertreter der Telekom Lösungen für künftige Tarife entwickeln durften. In der ersten Phase sollte man die bereits vorhandene Tarifstruktur aus Call & Surf via Funk S, M und L betrachten und Vorschläge für Änderungen einbringen, wobei die Vorschläge in die Kategorien „unverzichtbar“, „wünschenswert“ und „weniger wichtig“ zu kategorisieren waren. Nach etwa 40 Minuten durften die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse am Flipchart präsentieren, wobei von den Kunden unter anderem folgende Dinge in den Raum gestellt wurden:

  • Tarif mit 16 MBit/s im Downlink und 100 GB Volumen für 40 Euro monatlich
  • Tarif mit 6 MBit/s im Downlink und 300 GB Volumen für 30 Euro monatlich
  • Reine Volumen-Tarife ohne Drosselung
  • Erhöhung der „Drossel-Geschwindigkeit“ auf mindestens 2 MBit/s, eher mehr
  • Maximalgeschwindigkeit zweitrangig, Volumen bzw. Minimalgeschwindigkeit wichtiger
  • Tarife ohne Mindestvertragslaufzeit
  • Tarife, bei denen in der Nacht kein Volumen berechnet wird

Wie man sieht, waren die Vorschläge teils ganz unterschiedlicher Natur und bezogen sich nicht immer nur auf das Thema Drosselung. Im Anschluss an die Präsentationen gab es natürlich jeweils lebhafte Diskussionen. Hier wurde auch die Position der Telekom deutlich: trotz aller Transparenz und Kundenfreundlichkeit muss der Konzern wirtschaftlich arbeiten und seine Angebote entsprechend gestalten. Auch die Grenzen der Physik wurden deutlich gemacht, so handelt es sich bei LTE bekanntermaßen um ein „Shared Medium“, sodass einige Angebote laut Telekom allein schon technisch schwierig zu realisieren wären.

Frau Dr. Henschler, Verbraucherzentrale Sachsen
Frau Dr. Henschler, Verbraucherzentrale Sachsen

Nach der Präsentation der ersten Gruppen-Ergebnisse durch die eingeladenen Workshop-Teilnehmer zeigte die Telekom ihre Vorstellung von möglichen Tarif-Neuerungen. Dabei ging es der Telekom hauptsächlich um eine Erweiterung der SpeedOn-Option, mittels der man zusätzliches Volumen nachkaufen kann und um die Hybrid-Technologie, welche noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll und DSL mit LTE verbinden wird. Auf diese kurze Präsentation der Telekom folgte eine zweite Arbeits-Phase in den Kleingruppen, wo auf die Vorschläge der Telekom eingegangen wurde. Der eindeutige Tenor: die gezeigten Änderungen an den SpeedOn-Optionen waren laut Kunden-Feedback nicht weitreichend genug, sprich sie waren entweder zu teuer oder mit zu wenig Leistung bestückt. Aber auch zum Hybrid-Produkt gab es viel Feedback – die Drossel-Thematik muss schließlich auch hier bedacht werden.

Die Vorschläge der Teilnehmer wurden notiert und präsentiert
Die Vorschläge der Teilnehmer wurden fleißig notiert und präsentiert

Telekom und Teilnehmer zufrieden
Mit einem kurzen Ausblick und einem „get together“ endete der Telekom Call & Surf via Funk Workshop am Nachmittag. Herr Michael Preisßler bedankte sich bei den Teilnehmern für die Diskussion und die vielen Vorschläge und versprach, dass einige der angesprochenen Themen sicher den Weg in die künftigen DSL-Ersatz-Tarife finden werden. Einen genauen Termin für die Veröffentlichung nannte der Tarif-Experte nicht, doch es dürfte wohl nur noch wenige Monate dauern, bis es Neuigkeiten gibt. Dann werden wir von maxwireless.de natürlich berichten und kritisch beurteilen, ob die Deutsche Telekom wirklich auf die Anregungen der Workshop-Teilnehmer eingegangen ist.

Insgesamt war der Workshop sicher eine sehr gute Sache, sowohl die Kunden als auch die Telekom waren zufrieden. Die Beteiligung von Frau Dr. Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen am Workshop war sehr positiv, immerhin hatte die VZ Sachsen den Stein Ende 2013 erst ins Rollen gebracht, woraufhin die Kommunikation der Tarife deutlich überarbeitet wurde und die Telekom den Dialog mit den Kunden suchte. Um auch etwas Kritik zu nennen: mit konkreten Zahlen gingen die Mitarbeiter der Telekom sehr vorsichtig um, so erfuhr man zum Beispiel nicht, wie groß der Anteil der Kunden ist, der überhaupt von der Drosselung betroffen ist. Nur einen interessanten Fakt gab es: die mittlerweile rund 250.000 Call & Surf Comfort via Funk Kunden sind für ein Drittel des Traffics im gesamten Telekom Mobilfunknetz verantwortlich, in dem aktuell rund 38 Millionen Kunden aktiv sind. Ein kleiner Teil der Kunden verursacht also einen großen Teil des Datenvolumens…

Habt ihr Fragen zum Workshop? Dann stellt sie gerne in den Kommentaren! :-)

  • eche

    Hast du irgendwelche informationen wie sich die Hybrid Tarife in die bisherige Tariflandschaft integrieren soll?

  • Max

    Die Informationen dazu waren lediglich „vorläufig“ und nicht konkret, d.h. es gibt nichts offizielles zu vermelden. Generell kann man aber sagen, dass die Hybrid Tarife preislich gesehen nicht sonderlich von den derzeitigen DSL-Tarifen abweichen werden.

  • Ospel

    Hi Max,
    du schreibst es waren ca. 10 Kunden vertreten aber es wären nicht alle eingeladenen erschienen. Wieviel Kunden hätten denn teilnehmen können/dürfen?

  • Max

    Es hatten wohl 4-5 Kunden abgesagt, wenn ich das richtig verstanden hatte :)

  • Dirk- J. Scharff

    Die Organisation durch das externe Unternehmen im Vorfeld der Veranstaltung war derartig konfus, dass wir letztlich auf eine Teilnahme verzichtet haben.

    Im übrigen sind wir hier der Meinung, dass an Standorten, wo die Telekom sich seit Jahrzehnten beharrlich weigert die vorhandenen Kupferleitungen zumindest soweit aufzurüsten, dass man überhaupt mal DSL bekommt, der Kunde nicht extra dafür zahlen sollte, dass sich die Telekom die Investionen spart.

    Unsere Forderung:
    Mindestens DSL 6000 ohne jede Volumenbegrenzung (Flat) zum Preis eines Festnetzanschlusses dergleichen Qualität. Dann können die ja gerne LTE als Variante der Anbindung statt Kupferkabel nutzen.

    MfG
    Dirk-J. Scharff
    Aktion Breitband für Tiefendorf
    58093 Hagen-Tiefendorf

  • Max

    Hallo Herr Scharff,
    die Organisation wurde auch von den anwesenden Teilnehmern als zu kurzfristig bemängelt.

    Bezüglich Ihrer Forderung: Warum sollte gerade die Deutsche Telekom diese Forderung erfüllen? Warum stellen Sie diese Forderung nicht einem anderen Anbieter? Auf der Veranstaltung wurde seitens der Telekom deutlich gemacht, dass nur dort ausgebaut wird, wo es sich wirtschaftlich lohnt. Das war auch öfter ein Punkt, wo die Diskussion an die Grenzen gestoßen ist, denn für die grundsätzlichen Rahmenbedingungen (etwa „Universaldienst“) ist die Politik verantwortlich. Nur von der Politik kommt ja seit vielen Jahren nichts handfestes, sodass Unternehmen wie die Deutsche Telekom weiterhin nur dort bauen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist oder wo die Wirtschaftlichkeit durch Kooperationen mit den Kommunen sichergestellt werden kann.

  • jobo

    Dass die Organisation in keinster Weise optimal war wurde angesprochen. Trotzdem war es schade, dass bei der begrenzten Anzahl von eingeladenen Kunden auch noch kurzfristige Absagen kamen und die Plätze leer blieben. Andere wären sicher gekommen. Immerhin gibt es eine solche Gelegenheit sehr selten, und ich glaube sie war mehr wert als das hundertfache Posten von Forderungen in Blogs.

  • det

    … das wäre mal was… meine dsl 2mbit +x seitens lte nach bedarf…
    müsste doch auch dynamisch und intelligent zu managen sein… nachts bei leerlauf z.B.
    die vollen 50mbit, ansonsten je nach bereits abgelaufenem Volumen priorisiert
    … von mir aus auch hart limitiert, dann aber bitte (nicht auf olle
    384kb und) halbwegs günstig

  • Max

    Lass dich mal überraschen :-)

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