Der Anbieter Sunrise ist in der Schweiz für sein sehr gutes LTE-Netz bekannt. Chief Technical Officer (CTO) Elmar Grasser gab nun auf dem Global Mobile Broadband Forum einige Einblicke in die Strategie des Unternehmens und stellte Planungen hinsichtlich der nächsten Mobilfunk-Generation 5G vor. Einige Seitenhiebe hinsichtlich der schlechten LTE Netzabdeckung in Deutschland konnte sich der Manager nicht verkneifen.

Sunrise CTO Elmar Grasser präsentiert Erfolgsfaktoren für ein gutes LTE Netzwerk. Bild: maxwireless.de.
Sunrise CTO Elmar Grasser präsentiert Erfolgsfaktoren für ein gutes LTE Netzwerk. Bild: maxwireless.de.

Sunrise: perfektes LTE-Netz ist sehr wichtig

Für Sunrise ist ein möglichst perfektes LTE-Netz die beste Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Im Jahr 2013 war Sunrise noch als Anbieter mit schlechter Netzqualität bekannt, mittlerweile gewinnt das Unternehmen viele Preise mit seinem LTE-Netz. CTO Elmar Grasser ist überzeugt, dass 2G und zunehmend auch 3G Netzwerke keine zufriedenstellende Qualität für Kunden bieten können, deswegen wurde jeder einzelne Senderstandort von Sunrise mit LTE aufgerüstet. LTE 800 (Band 20) wurde nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten ausgerollt, um eine möglichst gute Funkversorgung in Gebäuden bieten zu können.

Sunrise hat beim LTE Netzausbau auf einen einzigen Netzwerkausrüster – Huawei – gesetzt. Diese „Single Vendor“ Strategie hat zwar Risiken, vereinfacht allerdings auch die Komplexität im Netz. Die Kosten für den Netzwerk-Betrieb (OPEX) sind mit dem vollständig modernisierten und auf LTE umgerüsteten Netzwerk laut Grasser deutlich gesunken.

5G Vorbereitungen bei Sunrise. Bild: maxwireless.de.
5G Vorbereitungen bei Sunrise. Bild: maxwireless.de.

Seitenhieb: schlechte Netze in Deutschland

Elmar Grasser sagte, die Qualität der Mobilfunknetze sei nicht mehr nur für einige wenige professionelle Anwender interessant, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen. Die Diskussion um die schlechte Netzabdeckung in Deutschland zeige dies eindrucksvoll. Der Sunrise CTO kritisierte zum Beispiel, dass die LTE Netzabdeckung in Deutschland noch bezogen auf die Bevölkerung gemessen wird – dabei sei die Flächenabdeckung die einzig richtige Messweise, denn bei der Bevölkerungsabdeckung sei man schnell bei 99,9 Prozent angelangt.

Perfektes LTE-Netz als Basis für 5G

Da Sunrise an jedem Sendestandort bereits LTE anbietet, ist dies die beste Basis für einen künftigen 5G Netzausbau, so CTO Grasser. Fast jeder Frequenzbereich wird bereits für LTE genutzt: 800, 900, 1800, 2100 und 2600 Megahertz. Für 5G wird Frequenzspektrum um 3,7 GHz hinzukommen. Damit 5G auch sinnvoll nutzbar ist und die Funkzellen einen möglichst großen Bereich abdecken können, wird das bestehende LTE 1800 Netz für 5G Decoupling genutzt werden. Bedeutet: der Downlink läuft im Randbereich der 5G Zelle weiter über 3,7 GHz, der Uplink läuft über 1,8 GHz.

5G Uplink and Downlink Decoupling. Bild: maxwireless.de.
5G Uplink and Downlink Decoupling. Bild: maxwireless.de.

Das bestehende LTE-Netz ist eine sehr wichtige Grundvoraussetzung für ein gutes 5G Netz, ist Grasser überzeugt. Die Betreiber, die aktuell kein gutes LTE Netz anbieten, werden seiner Meinung nach auch bei 5G kein gutes Netz aufbauen können.