Die Deutsche Telekom hat in Zusammenarbeit mit dem Netzwerkausrüster Huawei einen neuen Europa-Rekord aufgestellt: rund 750 MBit/s erreichten die Unternehmen in Berlin in einer LTE Funkzelle im 3,5 GHz Frequenzbereich. Das besondere dabei: es wurden nur 20 MHz an Frequenzspektrum verwendet und erstmals wurde diese Geschwindigkeit mit einem handelsüblichen Smartphone erreicht. Die im Test verwendeten Technologien werden auch zentraler Bestandteil der nächsten Mobilfunk-Generation 5G sein.

Massive MIMO Antennentechnik als Schlüssel zu höheren Datenraten

Die Deutsche Telekom hat mit Huawei für den Test in Berlin Schöneberg den Frequenzbereich um 3,5 GHz verwendet. Die Telekom besitzt in diesem Bereich TDD Spektrum (TDD = Time Division Duplex), d.h. das gleiche Frequenzspektrum wird sowohl für den Downlink als auch für den Uplink verwendet.
Die 750 MBit/s wurden insbesondere durch den Einsatz von Massive MIMO Antennentechnik möglich. Im Vergleich zum derzeit bei LTE eingesetzten 2 x 2 bzw. 4 x 4 MIMO wird die Anzahl der Sende- und Empfangsantennen bei Massive MIMO nochmals deutlich erhöht. Zusätzlich kann man zum Beispiel die (3D-)Beamforming-Technik einsetzen, bei der Hindernisse und Störungen zwischen Basisstation und Endgerät möglichst gut umgangen werden. Alles in Allem steigt die Datenrate für den einzelnen Kunden deutlich an.

Test mit angepasstem Sony Xperia XZ Smartphone

Für den Test im 3,5 GHz Frequenzbereich mit Massive MIMO und 256QAM haben die Deutsche Telekom und Huawei ein handelsübliches Smartphone verwendet: das Sony Xperia XZ. Dieses verfügt über ein Qualcomm Snapdragon 835 Chipsatz mit Snapdragon X16 LTE Advanced Pro Modem und wurde lediglich etwas angepasst. Frühere Tests wurden meist mit speziellen Geräten durchgeführt, welche wenig mit Consumer-Hardware zu tun hatten und oft auch deutlich größere Abmessungen als gewöhnliche Smartphones besaßen.

Auf dem Weg zu 5G

Datenraten von 750 MBit/s mit nur 20 MHz Frequenzspektrum zu erreichen ist auf jeden Fall eine starke Leistung – bislang musste man dafür diverse Frequenzbereiche mittels Carrier Aggregation bündeln. Dies zeigt, dass die technische Entwicklung bei LTE noch lange nicht am Ende angekommen ist. Im Gegenteil: einen großflächigeren Einsatz der Massive MIMO Antennentechnik wird man vermutlich erst mit der nächsten Mobilfunk-Generation 5G sehen, die 4G LTE Technik befindet sich also gerade auf dem nahtlosen Weg hin zu 5G.