5G Standard: Erste Version kommt Ende 2017

5G Standard: Erste Version kommt Ende 2017

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Auf dem Mobile Broadband Forum in Tokio hat sich Yang Chaobin, President of 5G Product Line bei Huawei, zuversichtlich gezeigt, dass Ende 2017 die erste Version des 5G Standards veröffentlicht wird. Pre-Standard Tests gibt es dagegen schon heute bei diversen Netzbetreibern und Netzwerkausrüstern. Bei 5G sollen von Beginn an diverse Features wie Beamforming und Massive MIMO unterstützt werden, auch soll es keine harte Unterscheidung mehr zwischen FDD und TDD geben, wie es bei LTE derzeit üblich ist. Auch zu möglichen Endgeräten für 5G äußerte sich Chaobin.

5G Technik und Standardisierung

Huawei zeigte sich auf dem Mobile Broadband Forum grundsätzlich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf bei der Standardisierung von 5G und erwartet einen ersten 5G Standard bis Ende 2017. Bis dahin sei aber weiterhin eine intensive Zusammenarbeit insbesondere mit anderen Netzwerkausrüstern notwendig. Chaobin präsentierte anlässlich der Veranstaltung erste technische Features, die 5G von Beginn an unterstützen soll. Dazu gehört zum Beispiel verpflichtendes 4×4 oder gar 8×8 MIMO im Frequenzbereich unter 3 Gigahertz. Zum Vergleich: bei LTE ist 2×2 MIMO verpflichtend. Weiterhin soll Massive MIMO im C-Band (4 bis 8 GHz) verpflichtend sein.

Bei einem Test in Südkorea im Frequenzbereich um 28 Gigahertz (eMBB) wurden laut Huawei Geschwindigkeiten von etwa 31 Gigabit/s erreicht, die Latenzzeiten lagen um 0,5 Millisekunden. Etwas langsamer, aber immer noch rasend schnell ist der LTE + 5G Dual-Test von Huawei, welcher auf dem MBB Forum in Tokio vorgestellt wurde und erstmals LTE mit 5G bündelt.

5G Router zum Start, Smartphones später

Auch wenn Ende 2017 die erste Standardisierung für 5G zu erwarten ist, werden Netze und entsprechende Endgeräte erst für Ende 2019 oder Anfang 2020 verfügbar sein. Laut Yang Chaobin werden voraussichtlich zuerst Router für 5G auf den Markt kommen, später dann Smartphones. So ähnlich war es auch bei LTE, dort waren Router („CPE“) etwa ein Jahr vor den ersten LTE Smartphones verfügbar. Router müssen nicht so sehr auf Energieverbrauch und Gerätegröße getrimmt werden, daher können die Hersteller hier auch sehr früh entwickelte Chipsätze verwenden. Bei 5G Smartphones erwarten die Kunden dagegen laut Chaobin, dass sie genau so gut aussehen wie LTE Geräte.

Neue Endgeräte-Formen bei 5G

Während bei 2G, 3G und 4G der Fokus ganz klar auf Endgeräten wie Smartphones und Feature Phones lag, soll bei 5G die Mehrheit der Geräte nicht für die Kommunikation zwischen Menschen zuständig sein. Es handelt sich vielmehr um Endgeräte wie Sensoren, Drohnen oder Roboter, welche dann entweder untereinander oder mit dem Internet kommunizieren. Für solche Anwendungen müssen die 5G Modems bzw. Chipsätze aber natürlich extrem stromsparend und sehr günstig werden, was auch eines der erklärten Ziele bei der 5G Standardisierung ist.