Test: Vodafone R226 LTE Mobile WLAN Router

Test: Vodafone R226 LTE Mobile WLAN Router

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Vodafone R226 LTE Router

Vodafone bietet über LTE derzeit Datenraten von bis zu 225 Megabit pro Sekunde im Downlink und 50 MBit/s im Uplink an. Mit dem Vodafone R226 gibt es nun endlich auch einen mobilen WLAN Router, welcher diese LTE Geschwindigkeiten nutzen und per WLAN an bis zu 10 Geräte gleichzeitig verteilen kann. Ebenfalls mit auf der Ausstattungsliste: Dualband-WLAN und ein kräftiger Akku für bis zu 10 Stunden Betriebszeit.

Lieferumfang und erster Eindruck
Der mobile LTE-Router Vodafone R226 wird in einer schicken Papp-Schachtel im Vodafone Design geliefert. Neben dem Router findet man in der Packung noch ein Netzteil mit einem Output von 5V/2A sowie ein USB-Kabel zum Aufladen des Akkus sowie zur Verbindung mit dem Computer. Auch eine kurze Anleitung zur Inbetriebnahme sowie eine Karte mit WLAN-Name und WLAN-Passwort sind dabei, wobei auf der Rückseite des R226 ebenfalls noch mal ein kleiner Sticker über die Inbetriebnahme informiert.

Verpackung Vodafone R226
Die Verpackung des Vodafone R226
Hinweis zur Inbetriebnahme
Hinweis zur Inbetriebnahme

Das Design des Vodafone R226 ist wenig spektakulär und – einige werden es schon erkannt haben – ähnelt sehr stark dem des Huawei E5786 und der Telekom Speedbox LTE mini II. Das liegt daran, dass der Vodafone R226 von Huawei hergestellt wird und nahezu baugleich zum E5786 ist. Durch die großen Vodafone-Logos auf der Rückseite und der Front ist der R226 aber direkt als Vodafone-Gerät zu erkennen. Ebenfalls auf der Front: das 1,45 Zoll große Display sowie der Power-Knopf. Die Taste zum Ein- und Ausschalten ist beleuchtet, die darunter liegende LED „pulsiert“ während des Betriebs. Im Vergleich zu anderen mobilen LTE-Hotspots wie etwa dem Huawei E5377 ist der Vodafone R226 recht groß und schwer, was nicht zuletzt auch am starken Akku liegt.

Software: Webinterface und Vodafone Mobile Wi-Fi App
Einige wenige Funktionen können direkt über das Display und die Menü- bzw. Power-Taste des Vodafone R226 gesteuert werden, zum Beispiel die Wahl des WLAN-Frequenzbandes. Auch wichtige Status-Informationen wie Akku-Stand, Netzverfügbarkeit, verbrauchtes Datenvolumen und Online-Zeit werden über das gut ablesbare Display angezeigt Für weitere Einstellungen muss man aber entweder über einen Browser seiner Wahl das Webinterface aufrufen (Adresse: vodafonemobile.wifi bzw. alternativ 192.168.0.1) oder man entscheidet sich für die Steuerung via App.
Die Vodafone Mobile Wi-Fi App ist sowohl für Android als auch für iOS erhältlich und zeigt Status-Informationen wie den Akku-Stand und den Datenverbrauch an. Leider wird für weitere Informationen und Einstellungsmöglichkeiten eine mobile Version des Webinterface gestartet – das ist nicht sonderlich schnell und wirkt irgendwie, als wäre es unfertig. Hersteller Huawei zeigt hier mit der HiLink App, dass es auch viel besser, schicker und schneller geht, aber leider funktioniert eben diese App mit dem Vodafone R226 nicht.

Unter der rückseitigen Abdeckung befinden sich wichtige Daten
Unter der rückseitigen Abdeckung befinden sich wichtige Daten

Das Webinterface ist, wenn man es über einen Browser zum Beispiel am Desktop-PC aufruft, sehr schnell. Es ist im typischen Vodafone-Design gehalten und erinnert eher an eine Webseite als an eine Benutzeroberfläche eines WLAN-Routers. Doch das ist keinesfalls schlecht, im Gegenteil: alle Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten sind mit einer kurzen Anleitung in deutscher Sprache versehen, sodass sich auch „normale“ Nutzer schnell und einfach zurecht finden. Die einzelnen Funktionen sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, etwa WLAN, Router und Mobiles Breitband. Eine seitliche Sidebar zeigt stets die aktuellen Status-Informationen wie den Empfangspegel an, egal auf welcher Seite der Einstellungen man sich gerade befindet.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind durchaus umfangreich, aber auch nicht außergewöhnlich. So kann man zum Beispiel ein weiteres Verbindungsprofil erstellen, sofern man eine SIM-Karte eines anderen Providers als Vodafone verwenden möchte (der Vodafone R226 hat keinen SIM-Lock). Auch die Netztechnologie kann man festlegen, etwa auf „nur 4G“ in Regionen mit schwachem Empfang. Wie im Menü ersichtlich ist, ist der Vodafone R226 bereits für IPv6 gerüstet, ein entsprechendes Profil kann ausgewählt werden.

Mobilfunk
Bis zu 300 MBit/s im Downlink sind über LTE mit dem Vodafone R226 möglich – theoretisch zumindest. Bis zum heutigen Datum erlaubt das Vodafone-Netz im Idealfall maximal 225 MBit/s, passender Tarif und entsprechende Funkversorgung mit LTE800 und LTE2600 vorausgesetzt. Doch in Zukunft könnte Vodafone auch höhere Geschwindigkeiten über LTE Cat6 anbieten, zum Beispiel, wenn der Anbieter bei der kommenden Frequenz-Auktion der Bundesnetzagentur zusätzliches Funkspektrum erwirbt.
Im Test konnte ich LTE-Advanced Cat6 leider nicht testen, da die entsprechende Technik an meinem Test-Ort noch nicht freigeschaltet war. Aber auch ohne Cat6 ist der Router sehr schnell: bis zu 130 MBit/s im Downlink und 44 MBit/s im Uplink konnten gemessen werden.

Neben Micro-USB-Anschluss gibt es auch Anschlüsse für externe Antennen
Neben Micro-USB-Anschluss gibt es auch Anschlüsse für externe Antennen
Auf der anderen Seite ist die Menü-Taste platziert
Auf der anderen Seite ist die Menü-Taste platziert

Neben LTE unterstützt der Vodafone R226 natürlich auch UMTS und GSM. Im UMTS-Netz ist DC-HSPA+ mit bis zu 42,2 MBit/s möglich. Der Empfang ist sowohl bei LTE (800, 1800 und 2600 Megahertz getestet)  als auch bei UMTS sehr gut, der Vodafone R226 ist zweifelsfrei einer der mobilen LTE Hotspots mit dem besten Empfang. Dennoch bietet der Vodafone R226, wie es sich für einen guten mobilen WLAN-Router gehört, die Möglichkeit zum Anschluss einer externen Antenne. Dazu stehen zwei TS-9 Anschlüsse unter einer Abdeckung an der Seite des Hotspots zur Verfügung. Mit einem TS-9 auf SMA-Adapter (Pigtail) sind alle gängigen Modelle anschließbar, so habe ich im Test zum Beispiel mit der novero Dabendorf LTE800 MIMO Antenne erfolgreich die Geschwindigkeit optimieren können.

WLAN und Akku
Der im Vodafone R226 verbaute Akku hat eine Kapazität von 3.000 mAh, die Betriebszeit beträgt etwa 9 bis 10 Stunden. Im Dauerbetrieb wird das Gerät recht warm, wobei das absolut im akzeptablen Bereich liegt und ein Stück weit auch dem leistungsfähigen Modem geschuldet ist. Leider ist der Akku nicht durch den Nutzer wechselbar, obwohl die Rückseite für MicroSIM- und MicroSD-Karte abnehmbar ist.

Der Huawei R226 LTE-Hotspot
Der Huawei R226 LTE-Hotspot

Das WLAN-Modul funkt auf Wunsch nicht nur auf 2,4 GHz, sondern auch im Bereich um 5 GHz. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das 2,4 GHz Band überlastet ist, zum Beispiel auf Großveranstaltungen. Leider unterstützt der R226 nur die WLAN-Standards 802.11 a/b/g/n, der neueste WLAN-ac Standard wird nicht unterstützt. Die maximale Bandbreite über WLAN beträgt 300 MBit/s, wie wir mit mehreren Geräten feststellen konnten. Das ist sehr verwunderlich, denn die nahezu baugleichen Geräte Huawei E5786 und Telekom Speedbox LTE mini II unterstützen WLAN-ac mit bis zu 866 MBit/s.
Ein gravierender Nachteil, der aus dem vergleichsweise langsamen WLAN-Modul entsteht: die volle LTE Cat6 Geschwindigkeit von 300 MBit/s ist über WLAN nicht ansatzweise nutzbar, sodass für die maximale Geschwindigkeit stets das USB 3.0 Kabel verbunden werden muss. In der Praxis wird das nur wenige Nutzer stören, dennoch es ist absolut unerklärlich, warum Vodafone bzw. Huawei diesen Flaschenhals eingebaut haben.

Test-Video
Kurz vor dem Fazit gibt es noch das Test-Video inklusive Unboxing von mir:

Fazit: Vodafone R226 LTE Mobile WLAN Router
Mit dem R226 hat Vodafone einen schnellen, zuverlässigen und zukunftssicheren mobilen LTE-Router im Programm. Die Geschwindigkeit und vor allem die Empfangsleistung ist sehr gut, das Webinterface ist schnell und die Bedienung durch viele sinnvolle Hinweise auch für Einsteiger und technisch wenig interessierte Menschen problemlos möglich. Doch es gibt auch Kritkpunkte: da wäre zum einen der recht hohe Preis von 249,90 Euro ohne Vertrag (UVP) bzw. rund 220 Euro bei Amazon.de und zum anderen das WLAN-Modul, welches die Leistung des LTE-Modems nicht mal ansatzweise drahtlos an andere WLAN-Geräte übertragen kann, da der WLAN-ac Standard fehlt. Auch die Vodafone Mobile Wi-Fi App für die Bedienung des R226 per Smartphone ist nicht optimal auf den Router angepasst und verdient ein Update.
Dennoch: wer den Vodafone R226 zum Neuvertrag oder zur Vertragsverlängerung bei Vodafone angeboten bekommt, kann bedenkenlos zugreifen!

Vodafone WLAN-Spot R226 LTE++ (Cat

Preis: EUR 143,41

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2 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 143,41

Test Übersicht
Funktionsumfang
Geschwindigkeit, Empfangs-/Sendeleistung
Akku-Laufzeit
Preis
  • Pingback: Vergleich: Huawei E5786 vs. Huawei E5776 | maxwireless.de()

  • Flex

    Auf dieser Seite wird geschrieben das der Vodafone R226 kein WLAN ac unterstützt, wohingegen auf vielen anderen Seiten geschrieben wird das ac unterstützt wird. Ist es hier getestet wurden das es nicht geht oder bezieht man sich bei den anderen Seiten auf ein Testmuster wie es bei der Repeater Funktion schon der Fall war?

  • Max

    Ich habe den R226 getestet, der aktuell von Vodafone verkauft wird. Mit mehreren Geräten getestet: maximal 300 MBit/s WLAN, kein WLAN-ac. Daher denke ich, dass es das Gerät einfach nicht kann. Die Vodafone Produkt-Seite sagt übrigens auch nichts über WLAN ac: http://shop.vodafone.de/Shop/datenprodukt/vodafone-r226-mobile-w-lan-router-lte/

  • Thomas Schäfer

    Man kann das IPv6-Proflil nicht nur auswählen – unter entsprechenden Voraussetzungen bei den Providern funktioniert es sogar.

  • Doris Moreiras-Hofmann

    Ist es möglich über den R226 einen WLAN-Drucker zu betreiben ?

  • Max

    Das sollte normalerweise gehen, ja. Getestet habe ich es aber nicht!