Test: Alcatel One Touch Link Y858

Test: Alcatel One Touch Link Y858

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Alcatel One Touch Link

Wer einen kleinen mobilen Hotspot mit LTE sucht, kann ab sofort ein weiteres Gerät mit in die Auswahl nehmen: den Alcatel One Touch Link Y858. Das Gerät verfügt über ein schnelles LTE-Modem für Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s und kann per WLAN bis zu 15 Geräte gleichzeitig mit Internet versorgen. Die restliche Ausstattung ist zwar etwas mager, doch dafür gehört der Alcatel Y858 auch zu den günstigeren Vertretern seiner Art. Ob der kleine MiFi Router empfehlenswert ist, könnt ihr in diesem Test lesen.

Technische Daten
Wie bei jedem Testbericht gibt es auch zum Alcatel Y858 erst einmal die technischen Daten in einer kompakten Tabelle:

Kriterium Daten
Hersteller & Modell: Alcatel One Touch Link LTE (Modellnummer: Y858)
Technologien: LTE (4G), UMTS (3G), GSM (2G)
Frequenzen: LTE: 800/900/1800/2100/2600 | UMTS: 900/1800/2100 | GSM: 850/900/1800/1900
Maximale Geschwindigkeiten: LTE: 150 Mbit/s down, 50Mbit/s up | UMTS: 42,2 Mbit/s down, 5,76 Mbit/s up (bei Nutzung von DC-HSPA+) | GSM: 238 KBit/s (bei Nutzung von EDGE)
WLAN: 802.11b/g/n (2,4 GHz), bis zu 15 Nutzer gleichzeitig
Abmessungen: 89 x 62 x 11,5 mm
Sonstiges: MicroSD-Schacht bis 32 GB | Wechselbarer Akku 1800 mAh | MicroSIM

Lieferumfang und erster Eindruck
Der Alcatel One Touch Link kommt in einer kleinen Papp-Schachtel, zusammen mit einem Netzteil zum Aufladen des Akkus, einem USB-Kabel und einem Akku. Das Gerät ist für einen LTE-Hotspot recht kompakt und leicht und macht soweit einen guten ersten Eindruck. Was auffällt: auf das sonst übliche Display muss man beim Alcatel Y858 verzichten, zur Anzeige von Netz, WLAN, SMS und Akku stehen dafür vier LEDs auf der Front zur Verfügung. Auch Anschlüsse für eine externe Antenne sucht man vergeblich.

Verpackung des Alcatel Y858
Verpackung des Alcatel Y858
Lieferumfang des Alcatel Y858
Lieferumfang des Alcatel Y858

Die Power-Taste ist zusammen mit der WPS-Taste auf der Oberseite platziert. Diese Lösung wirkt wenig glücklich, der chinesische Hersteller TCT Mobile hätte Power- und WPS Taste besser getrennt ausgeführt. Weitere Tasten gibt es nicht. Das Akku-Fach kann man leicht öffnen, dort wird auch die MicroSIM-Karte und auf Wunsch eine MicroSD Speicherkarte eingelegt. Die beiden Schächte für die Karten sind vorbildlich gestaltet: die Karten werden eingelegt und mit einem Metall-Schieber arretiert. So ist auch die Nutzung von NanoSIM-Karten mit Adapter gefahrlos möglich.

Software: Webinterface und App
Auch wenn der Alcatel One Touch Link von außen ziemlich unspektakulär aussieht, die Software hat es in sich: das Webinterface wird über die Adresse 192.168.1.1 aufgerufen und kommt mit einem Design daher, wie man es von Apple Coverflow her kennt. Es gibt einzelne „Karten“, welche insbesondere bei der Bedienung über einen Touchscreen sinnvoll sind. Unter dem guten Design leiden glücklicherweise nicht die Funktionen: alle üblichen Einstellungsmöglichkeiten, welche man von einem mobilen Hotspot erwartet, sind vorhanden. Dazu gehört zum Beispiel auch die Möglichkeit, das Gerät auf eine bestimmte Netztechnologie wie etwa LTE festzulegen, sodass auch bei schwachem Empfang kein Wechsel in das GSM oder UMTS Netz erfolgt.

Neben dem Webinterface gibt es noch eine weitere Möglichkeit zur Bedienung: die Alcatel One Touch Link App. Sie ist für iOS und Android Geräte verfügbar und funktioniert zuverlässig. Viel mehr gibt es zur App eigentlich auch nicht zu sagen, außer dass im deutschen Android App Store auch die englischsprachige Version der App angeboten wird, was leicht verwirrend ist.

LTE mit bis zu 150 MBit/s
Der Alcatel One Touch Link unterstützt alle aktuellen Mobilfunk-Technologien, angefangen von GSM über UMTS bis hin zu LTE. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 150 MBit/s über LTE der Kategorie 4, ein entsprechend ausgebautes Netz und ein passender Tarif vorausgesetzt. Im Test konnten über Vodafone im LTE Netz auf 800 MHz maximal 52 MBit/s im Downlink und 21 MBit/s im Uplink erreicht werden, die Latenzzeiten lagen bei LTE zwischen 20 und 40 Millisekunden. Über UMTS sind bis zu 42,2 MBit/s möglich, mit einer Telekom Karte wurden 26 MBit/s im Downlink und 4,2 MBit/s im Uplink gemessen.

Alcatel Link Offen

Akku Alcatel Link

Bei der stationären Nutzung war der Internetzugang sehr stabil, bei der mobilen Nutzung fiel jedoch auf, dass der Empfang insbesondere im UMTS-Netz nicht optimal ist und das der Router vergleichsweise früh auf eine langsamere Netz-Technologie zurück schaltet.

WLAN und Akku
Die WLAN Reichweite ist in Ordnung, aber nicht besser als bei anderen mobilen WLAN Hotspots. Die Geschwindigkeit lag im Test oft deutlich unter 120 MBit/s, zumindest laut Anzeige im Windows Verbindungsmanager und im MacBook. Das Problem: mit einer solch langsamen WLAN-Verbindung kann man die maximale LTE-Geschwindigkeit von 150 MBit/s nicht ansatzweise ausnutzen. Hier wäre ein WLAN-Modul mit Unterstützung für 802.11ac sinnvoll gewesen.

Der Akku hielt im Test rund 6 Stunden bei dauerhafter Nutzung durch, dies ist ein sehr guter Wert, wenn man die Kapazität von nur 1800 mAh beachtet. Womöglich liegt der niedrige Energieverbrauch ein Stück weit auch am Verzicht auf ein Display am Router.

Alcatel Link Seite

Rueckseite Alcatel Link

Fazit
Der Alcatel One Touch Link LTE Y858 arbeitet zuverlässig und schnell in jedem Mobilfunknetz und hat einen guten, wechselbaren Akku. Besonders lobenswert ist die Software, das Webinterface hat ein innovatives Design welches auch auf Smartphone und Tablet gut bedienbar ist und trotzdem alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten bietet. Insgesamt ist die Ausstattung aber vergleichsweise schlecht, man erhält wirklich nur das nötigste. Auf 5 GHz WLAN, externe Antennen-Anschlüsse oder ein kleines Info-Display muss man verzichten. Auch die Status-Anzeigen durch LEDs sind nicht wirklich brauchbar.
Insgesamt ist der Alcatel One Touch Link LTE Y858 ein gutes Gerät, wenn man jedoch die Kritik-Punkte berücksichtigt, kann ein Kauf nur bis zu einem Preis von etwa 70 Euro bedenkenlos empfohlen werden.

Das Testgerät wurde freundlicherweise vom Online-Shop WLAN-Unterwegs.de zur Verfügung gestellt. Den Alcatel Y858 erhält man dort für rund 100 Euro.

Test Übersicht
Funktionsumfang
Geschwindigkeit, Empfangs-/Sendeleistung
Akkulaufzeit
Preis
  • Pingback: Test: Alcatel Y900 LTE Cat6 Hotspot | maxwireless.de()

  • Ich verwende diesen Rooter sowohl mit meinem MacBookPro, wie auch mit meinem iPad Mini 2 hauptsächlich außer Haus. In Österreich kann ich mich über langsame Verbindungen eher nicht beklagen (Netzanbieter Telering). Ich habe noch immer guten 4G Empfang, wenn die meisten der anderen Rooter bereits zurückschalten.

    Beim Roaming sieht das anders aus, da sind die meisten Verbindungen nicht annähernd so gut und stabil, wie im Homenet in Ö.

    Das fehlene Display stört überhaupt nicht, da die App und das Interface erstklassig funktionieren. Die Akkuleistung ist verblüffend (besser als bei vergleichbaren Geräten), bis zu 12 Stunden online. Bei intensiver Arbeit immerhin immer noch zwischen 6 bis 8 Stunden.

    Inklusive Reserveakku (originaler Akku) € 69,50; da gibt’s wohl nix zu meckern!