Telekom Speedbox LTE II im Test

Telekom Speedbox LTE II im Test

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Telekom Speedbox LTE II

Die Deutsche Telekom bietet für die Nutzung ihrer Datentarife verschiedenste Endgeräte an, unter anderem auch Router für die stationäre Nutzung. Neuestes Mitglied dieser Geräte-Familie ist der Telekom Speedbox LTE II Router, der direkte Nachfolger der ersten Speedbox LTE. Gravierende Änderungen sind zwischen der ersten und der zweiten Generation nicht zu erkennen, lediglich das Modem wurde von Hersteller Huawei gegen ein Exemplar aus eigenem Hause getauscht und an den aktuellen Stand der Technik angepasst: mit der Speedbox LTE II sind dank LTE Kategorie 4 („LTE Plus„) Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde im Downlink möglich. Wie sich die Telekom Speedbox LTE II im alltäglichen Einsatz schlägt, könnt ihr im folgenden Test lesen.

Lieferumfang und erster Eindruck
Mit Mobilfunkvertrag ist die Telekom Speedbox LTE II ab einem Euro Zuzahlung erhältlich, ohne Vertrag kostet der Router derzeit 229,95€. Einen SIM-Lock gibt es nicht. In der Verpackung findet der Käufer neben dem Router noch ein 1,5m langes LAN-Kabel zur Verbindung mit einem Endgerät, eine Schnellstartanleitung und natürlich das Netzteil. Auf eine ausführliche, gedruckte Bedienungsanleitung muss man verzichten, allerdings wird im Webinterface zu jeder Funktion eine Beschreibung angeboten, sodass eine separate Anleitung nicht unbedingt notwendig ist.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Speedbox LTE II nicht von ihrem Vorgänger, der Speedbox LTE. Das Gehäuse ist weiterhin in mattem schwarz gehalten, der Rahmen um das Gerät ist weiß. Erst der Aufkleber auf der Rückseite verrät, dass es sich um die zweite Generation handelt: hier steht als Modellname „Huawei B593s-12“ anstatt „Huawei B593u-12“. Das „s“ im Modellname deutet schon auf ein Modem der Huawei-Tochter HiSilicon hin, wie aufmerksame Leser von maxwireless.de wissen werden.
An der Seite und auf der Rückseite sind diverse Anschlüsse vorhanden: 4 LAN-Schnittstellen erlauben den Anschluss von Computern, Spielekonsolen und anderen netzwerkfähigen Geräten, dazu kommen zwei USB 2.0 Schnittstellen, etwa um Drucker und Speichermedien in das Heimnetzwerk einzubinden. Zwei Anschlüsse für externe Antennen (Typ SMA) ermöglichen die Verbesserung der Funkleistung mittels externer Antenne. Separate Tasten für Power, WPS und WLAN erlauben die Schaltung von Funktionen, ohne dafür extra das Webinterface aufrufen zu müssen. Auf der Front findet man des Weiteren eine Reihe von LEDs, welche den jeweiligen Betriebszustand der Speedbox LTE II anzeigen. Im folgenden Video könnt ihr Design und Schnittstellen genauer begutachten:

Empfang und Datenraten
Das Modem der Telekom Speedbox LTE II erlaubt im LTE-Netz Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Downlink und 50 MBit/s im Uplink (LTE Kategorie 4). Derzeit sind diese Geschwindigkeiten aber nur in den Frequenzbändern um 1800 und 2600 Megahertz nutzbar, im ebenfalls unterstützten 800 MHz Band werden technisch bedingt maximal rund 73 MBit/s erreicht. Natürlich kann man auch das UMTS-Netz nutzen, hier wird der Datenbeschleuniger DC-HSPA+ unterstützt, sodass Datenraten von theoretisch bis zu 42,2 MBit/s im Downlink und 5,76 MBit/s möglich sind. Auch GPRS/EDGE ist nutzbar.

Speedbox LTE 2 Anschluesse

In unserem Test haben wir die Telekom Speedbox sowohl im UMTS- als auch im LTE-Netz (800 sowie 1800 MHz) getestet. Der Empfang ist in allen drei getesteten Frequenzbändern sehr gut und die Datenraten können überzeugen: bei gutem UMTS-Empfang waren indoor, rund 500m vom Sender entfernt, etwa 30 MBit/s im Downlink bei einem Ping von 35ms möglich. LTE800 ermöglicht selbst bei sehr schwachem Empfang noch konstant gute Datenraten von oft mehr als 10 MBit/s, sodass mit der Speedbox LTE II auch an abgelegenen Orten eine sehr komfortable Internetnutzung möglich ist. Durch eine externe LTE-Antenne (Funkwerk LTE800 MIMO Antenne) konnten wir die Geschwindigkeit nochmals deutlich steigern.

Speedbox LTE II Antenne
Die Speedbox LTE II hat 2 Anschlüsse für externe Antennen

Im LTE-Netz auf 1800 MHz sollten theoretisch bis zu 150 MBit/s möglich sein. Unser Tarif hätte diese Geschwindigkeit auch erlaubt, doch leider ist die Telekom Speedbox LTE II nicht in der Lage, mehr als 100 MBit/s über ihre LAN-Schnittstellen weiter zu leiten. Auch das WLAN-Modul limitiert zwischen 70 und 90 MBit/s netto, je nach angeschlossenem Gerät. Trotz hochmodernem Laptop samt WLAN-ac Modul gelang es uns nicht, auch nur annähernd an die technisch möglichen 150 MBit/s heran zu kommen. Hier hätte Huawei also auf jeden Fall Gigabit LAN-Ports einbauen müssen, um wenigstens über Kabel die volle Geschwindigkeit zur Verfügung stellen zu können.

Software
Die Bedienung der Telekom Speedbox LTE II erfolgt über ein Webinterface direkt im Browser. Dazu muss man sich natürlich erst einmal per LAN oder WLAN mit dem Router verbinden und die entsprechende Router-Adresse (im Auslieferungszustand 192.168.1.1) im Browser eingeben. Das Passwort für WLAN und Admin-Interface ist auf der Rückseite der Speedbox abgedruckt und sollte aus Sicherheitsgründen möglichst rasch individualisiert werden. Ein Einrichtungs-Assistent führt den Nutzer auf Wunsch durch die wichtigsten Einstellungen, weitere Dinge müssen im Normalfall nicht konfiguriert werden.

Startbildschirm Speedbox LTE II

Auf dem Start-Bildschirm kann man die aktuell verbundenen Nutzer, das verbrauchte Datenvolumen und die Online-Zeit einsehen. Außerdem wird die Netztechnologie und der verwendete Netzbetreiber angezeigt. Auf Wunsch kann man in den Einstellungen festlegen, dass nur eine bestimmte Netztechnologie – zum Beispiel LTE – genutzt werden soll. Das etwa dann sinnvoll, wenn der Router auf Grund von schlechtem Empfang ständig zwischen zwei Technologien hin- und her wechselt und daher keine guten Geschwindigkeiten liefert.

Insgesamt bietet die Firmware der Telekom Speedbox LTE äußerst viele Einstellungsmöglichkeiten. So kann man zum Beispiel über ein Menü zwischen der internen und einer externen Antenne wechseln, sollte diese nicht automatisch erkannt werden. Im WLAN Bereich kann man bis zu 4 verschiedene Netzwerk-Kennungen (SSIDs) erstellen, um bspw. Gästen ein eigenes WLAN anbieten zu können. Auch ein File-Server kann eingerichtet werden, sodass Daten des angeschlossenen USB-Speichers weiteren Nutzern zur Verfügung gestellt werden können. Weiterhin ist eine DynDNS-Funktion für alle Nutzer entsprechender Dienste vorhanden. Alles in Allem wurde hier an fast jede Funktion gedacht, einzig eine Telefon-Funktion hätte dem Router noch gut zu Gesicht gestanden.

Fazit
Die Telekom Speedbox LTE II ist ein guter Router für die heimische Nutzung mit einem Datentarif. Die Sende- und Empfangsleistung ist vorbildlich und der Funktionsumfang der Software kann sich sehen lassen. Auf der technischen Seite darf aber der Sinn der Unterstützung für LTE Kategorie 4 in Frage gestellt werden, wenn doch keinerlei Möglichkeit besteht, diese Geschwindigkeiten auch zu nutzen. Ein leistungsfähigeres WLAN-Modul oder wenigstens Gigabit-Ethernet-Schnittstellen wären absolute Pflicht, damit man die Leistung des Modems auch am Rechner nutzen könnte.
Nichts desto trotz: für die tägliche Nutzung erhält man mit der Telekom Speedbox LTE II einen zuverlässigen Router, der bedenkenlos gekauft werden kann.

Test Übersicht
Funktionsumfang
Geschwindigkeit
Software
Preis
  • Pingback: Test: Telekom Speedbox LTE III Router | maxwireless.de()

  • bernt waggner

    Daß das, was Sie beschrieben haben, ein „Test“ sein soll, kann ich nur bezweifeln, da Sie keinerlei Informationen zu den beiden USB-Anschlüssen des Routers geben. Hätten Sie die getestet, hätten Sie festgestellt, dass es für einen Fachmann schwierig und für einen Normalverbraucher quasi unmöglich ist, einen USB-Drucker (sei er schon etwas älter oder aktuell, wie z.B. den HP 1020 oder Samsung M2022) anhand der von der Telekom in der Installationsanleitung beschriebenen Vorgehensweise zum Laufen zu bringen.

    Aufgabenstellung: Beschreiben Sie doch ‚mal, wie Sie das hinfriegen……

    MfG
    Bernt Waggner

  • Max

    Hallo, ich habe den Router nicht mehr hier, daher kann ich das leider nicht testen. Die Huawei Router dieser Serie (B593u-12, B593s-12 und diverse Branding-Versionen) sind alle recht ähnlich, daher habe ich nicht bei jedem Router die Funktionsweise der USB-Anschlüsse getestet.