Test Telekom Speedport LTE II

Test Telekom Speedport LTE II

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Telekom Speedport LTE II

Der Telekom Speedport LTE II ist der Nachfolger des Telekom Speedport LTE und wird seit November verkauft. Wir haben den neuen Router einige Wochen getestet und möchten euch in diesem Testbericht von unseren Erfahrungen mit dem Speedport LTE II berichten. Äußerlich sieht das Gerät dem Vorgänger ziemlich ähnlich, lediglich die Farbe ist nun weiß und es sind einige Anschlüsse dazu gekommen. Intern hat sich jedoch eine ganze Menge geändert: der Hersteller Huawei hat nun auch Unterstützung für den UMTS-Funkstandard samt HSPA+ und DC-HSPA+ verbaut und außerdem werden nun alle in Deutschland genutzten LTE-Frequenzen vom Router erkannt. Bei Huawei hat der Speedport LTE II übrigens die Modellnummer B593u-12 und das Modem wird auch noch unter anderen Namen in Deutschland verkauft: die Telekom hat es im Mobilfunk-Bereich als Speedbox LTE (Testbericht) im Programm, außerdem bietet Vodafone den B593u-12 als Vodafone B2000 (Testbericht) an. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Versionen liegen im Detail, dazu später mehr.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Telekom Speedport LTE II ist ohne Vertrag für etwa 300 Euro erhältlich, alternativ lässt er sich direkt bei der Telekom für 4,95€ monatlich mieten. Letzteres ist deutlich vorteilhafter, da der Mietvertrag jederzeit wieder gekündigt werden kann und bei Defekt sofort ein neues Modell geliefert wird. Die Telekom verschickt den Speedport ohne Umverpackung, sodass er bei mir schon leicht demoliert ankam. Dem Inhalt hat das aber nicht geschadet: neben dem Speedport LTE II ist noch ein LAN-Kabel, das Netzteil, zwei Bedienungsanleitungen und ein kleiner Aufkleber mit den Passwörtern im Karton enthalten. Die technischen Daten sehen wie folgt aus:

Speedport LTE II
LTE: 800/1800/2600 MHz, LTE Cat. 3 bis 100 Mbit/s Download
UMTS: 900/2100 MHz, DC-HSPA+ bis 42,2 Mbit/s Download
Anschlüsse: 2x USB, 2x SMA (externe Antenne), 4x 10/100 LAN, Strom, Mini-Simcard
Sonstiges: WLAN b/g/n, kein GSM/2G

Es fällt sofort auf, dass der Speedport LTE II kein GSM/EDGE beherrscht. Diese Funktion wurde in der Firmware deaktiviert, da die Call & Surf via Funk Tarife der Telekom nur auf UMTS und LTE ausgelegt sind. Ansonsten ist der erste Eindruck gut, der Router ist ordentlich verarbeitet und wirkt solide.

Lieferumfang

Inbetriebnahme und Nutzung

Die Einrichtung des Speedport LTE II ist denkbar einfach. Im Prinzip muss man nur die Simkarte einlegen und den Computer per WLAN oder Kabel mit dem Router verbinden. Danach muss man sich kurz in das Router-Menü unter speedport.ip einloggen, die dafür nötigen Daten stehen auf dem Speedport LTE II selbst oder auf dem mitgelieferten Zettelchen. Nach Durchlauf des Setup-Assistenten ist das Gerät sofort einsatzbereit, weitere Einstellungen sind nicht nötig. Interessierte Nutzer und Profis erhalten natürlich die Möglichkeit, verschiedenste Einstellungen im Router-Menü vorzunehmen.

In Gebieten mit schlechter Versorgung bietet es sich an, den Router auf eine Funktechnologie festzustellen, also entweder „nur LTE“ oder „nur UMTS“. Im Auslieferungszustand sucht sich der Speedport die Funktechnologie stets selbst aus. Außerdem ist natürlich in vielen Fällen der Anschluss einer externen Antenne vorteilhaft, doch dazu gleich mehr. In der täglichen Nutzung machte der Speedport LTE II eine gute Figur. Sowohl über LAN als auch über WLAN war die Verbindung stabil und auch bei schwachem Empfang sehr schnell. Für unseren Test haben wir den Router im LTE800 und LTE1800 Netz der Telekom betrieben und Datenraten von bis zu 70 Megabit/s im Download erreicht, im Upload waren maximal 40 MBit/s möglich. Für solch hohe Datenraten ist natürlich ein passender Tarif (etwa Call & Surf Comfort via Funk L) und ein 1800MHz LTE Netzwerk Voraussetzung. Auf dem Land im 800er Netz sind etwa 50 MBit/s im Download möglich.

Speedport LTE II

Empfang und externe Antenne

Die Empfangsstärke des Telekom Speedport LTE II entspricht in etwa der des Vorgängers Speedport LTE und ist gut, aber nicht überragend. Weniger gut sieht es bei der WLAN-Reichweite aus: im Vergleich zu einer AVM FritzBox 6810 LTE (hier im Test) ist das WLAN deutlich schwächer. Da der von Huawei hergestellte Speedport LTE II die Möglichkeit zum Anschluss von externen Antennen besitzt, kann man den Empfang in vielen Fällen deutlich verbessern. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf einer Antenne genau informieren, welchen Frequenzbereich und welche Funktechnologie man nutzt. Generell eignen sich alle Antennen mit SMA-Anschluss. Für LTE800 können wir zum Beispiel die Funkwerk LTE800 MIMO Antenne empfehlen, für LTE1800 das Schwestermodell LTE1800 MIMO Antenne. Beide Antennen haben wir mit dem Speedport LTE II getestet und teils sehr gute Ergebnisse erzielt: der Empfang verbesserte sich bis zu 8dBi und die Datenraten im Download waren je nach Messung bis zu 12 MBit/s besser.

Webinterface Speedport LTE II

Etwas schwieriger sieht es bei UMTS-Antennen aus: diese benötigen eigentlich nur einen Antennen-Anschluss, da hier kein MIMO verwendet wird. Der Speedport LTE II erkennt die externe Antenne aber nicht, wenn sie nur an einem Anschluss angeschlossen wird, daher ist ein bestimmter Adapter oder eine LTE/UMTS Universalantenne nötig. Im Gegensatz zum baugleichen Vodafone B2000 gibt es keine Möglichkeit, in der Software manuell auf die externe Antenne umzuschalten.

Anschlüsse auf der Rückseite

Über die beiden USB 2.0 Anschlüsse lassen sich Speichermedien und Drucker im Netzwerk einbinden. Während der USB-Speicherstick unter Windows 7 relativ einfach mittels FTP-Server einzubinden war, machte ein EPSON-Drucker Probleme und wollte nicht funktionieren – ob es am Drucker oder am Router lag, konnten wir letztendlich nicht feststellen. Neben den beiden USB-Anschlüssen bietet der Speedport LTE II auch noch vier LAN-Anschlüsse, um Computer direkt mit dem Router zu verbinden. Leider sind über Kabel maximal 100 MBit/s möglich, andere Hersteller bieten da schon Gigabit-LAN.

Externe Antenne

Webinterface und Einstellungen

Auf der Startseite des Webinterface unter „speedport.ip“ erhält man Informationen zu Empfangsstärke, Verbindungstechnologie und Seriennummern. Die Diagnose erlaubt genauere Informationen: der „Wireless Status“ gibt Infos zu PLMN, Zellbandbreite, Zell-ID und genauen Empfangseigenschaften. Mit der „Systemüberprüfung“ lässt sich bspw. feststellen, ob die externe Antenne erkannt wird oder nicht – insgesamt ist der Speedport LTE II also recht auskunftsfreudig, kommt aber nicht ganz an die Funktionalität einer AVM FritzBox heran. Unter den Sicherheitseinstellungen lassen sich bspw. einzelne IPs oder MAC-Adressen sperren, bei den WLAN-Einstellungen gibt es die Möglichkeit, eine zweite SSID bspw. für Gäste ausstrahlen zu lassen.

Vergleich Fritzbox und Speedport

Da der Router keinen Simlock besitzt, lassen sich auch andere Simkarten verwenden. Standardmäßig ist das Profil für den Call & Surf Comfort via Funk Tarif eingetragen, es lassen sich aber neue Profile hinzufügen. Möchte man den Router bspw. mit einem anderen Telekom Tarif nutzen, so muss man ein Profil mit dem APN „internet.telekom“ hinzufügen, für Vodafone Nutzer lautet der APN „web.vodafone.de“. Nach Auswahl des richtigen Profils klappte der Zugang mit anderen Simkarten im Test absolut reibungslos.

Fazit: Test Telekom Speedport LTE II

Nach rund 3 Wochen Test können wir den Speedport LTE II ruhigen Gewissens weiter empfehlen. Der Router ist eine gute Weiterentwicklung des Speedport LTE und bietet deutlich mehr Funktionen. Empfang und Datenraten liegen auf gutem Niveau, die Einrichtung und die Software sind sehr einfach gehalten. Schade ist, dass keine Möglichkeit zur manuellen Umschaltung auf externe Antennen integriert wurde – hier hat die Telekom schlicht verschlafen, diesen Menüpunkt mit einzubauen. Der Verzicht auf 2G/GSM ist angesichts der Zielgruppe nur logisch und kein Manko. Der  Umstieg auf den Telekom Speedport LTE II lohnt in vielen Fällen und ist sowohl für Bestandskunden als auch für Neukunden für 4,95€ monatlich zu haben, ggfs. bereits gemietete Hardware kann einfach gekündigt werden.

Telekom 40264880 Speedport LTE II Schnurlose Telefon

Preis: EUR 76,90

3.5 von 5 Sternen (21 Rezensionen)

40 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 25,90

  • Rolf Heese

    Mal wieder ein sehr schöner und umfangreicher Test! Ich warte aber auf die FritzBox 6842. Weist du wann die kommt? Sollte ja eigentlich längst auf dem Markt sein…

  • Andreas

    Danke für deinen guten Artikel ;) Sehr hilfreich. Ich war auf der Suche nach einer Anleitung zum einrichten. Bin auf das gestoßen. Vielleicht hilft das wem weiter ;)

    http://ausbildung-elektrotechnik.de/telekom-speedport-lte-konfigurieren-und-einrichten/

    Gruß Andreas

  • Max

    Habe jetzt eine Info von AVM: die Fritzbox 6842 kommt im Februar auf den Markt.

  • Gerd

    Ich habe bei portfreigabe probleme, weiß nicht wo das geht?

  • wolle

    habe speedport lte II der telekom erkennt der router die antenne
    automatisch
    wäre um eine antwort oder erklärung dankbar

  • Max

    Ja, im Normalfall wird die Antenne automatisch erkannt.

  • Rene

    Hallo. Kann ich auch andere Karten von anderen Anbietern, wie z B O2 nutzen mit diesem Gerät?! Danke im Voraus für eine Antwort

  • Max

    Hallo Rene, ja das geht problemlos! Eventuell müssen die Verbindungseinstellungen entsprechend an den anderen Anbieter angepasst werden, das ist aber schnell gemacht.

  • Rene

    danke

  • H.

    Vielen Dank für den Test!
    Wäre es auch denkbar, zwei Telekom-Simkarten abwechselnd nutzen, ohne jedes Mal das Setup neu durchzugehen?
    LG

  • Max

    Hallo, ja das geht problemlos. Lediglich die PIN muss ggfs. neu eingegeben werden, die restliche Konfiguration bleibt bestehen.

  • N.

    Hallo! Auch wenn der Test ziemlich alt ist hoffe ich auf eine Antwort.
    Wir haben jetzt erst den Speedport 2 bestellt da LTE bei uns nicht verfügbar war. Um den Empfang von dem LTE Maßt mache ich mir eigentlich weniger Sorgen, nur haben wir ein ziemliches großes Haus und befürchte das es um längen nicht ausreicht. Jetzt habe ich den Teil mit den Antennen nicht ganz verstanden, die externe Antenne für Löte 800 die sie auflisten hat nichts mit der Wifi Antenne zu tun oder etwa doch? Wenn nicht, könnten sie da eine empfehlen? Vielen Dank
    Mfg

  • Max

    Hallo! Entschuldige die verspätete Antwort.
    Richtig, die im Test erwähnte Antenne hat nichts mit der WLAN-Antenne zu tun, da geht es um die Mobilfunk-Antenne. Das WLAN-Signal lässt sich nicht ohne weiteres direkt am Router verstärken, da sollte man am besten mit klassischen WLAN-Repeatern arbeiten (gibt es günstig im Handel) oder mit Powerline, also Internet über das im Haus vorhandene Stromnetz.

  • N

    Ach so ok danke! Hatte ich mir schon gedacht, ja powerline funktioniert bei uns leider auch nicht grandios da wir mindestens zwei Stromkreise haben ^^ Aber hatte ich mir schon gedacht mit dem Repeater. Vielen Dank trotzdem!